Kulturwirtschaft

Im Jahr 2016 waren insgesamt 31.340 von rund 519.332 nicht-landwirtschaftlichen Unternehmen dem Kultursektor zugeordnet (6,0%). Davon gehörten 34% der Domäne „Bildende Künste“ an, 19% der Domäne „Architektur“ und 18% der Domäne „Darstellende Kunst“. Der Anteil der Mikrounternehmen lag im Kultursektor bei 96%, insgesamt bei 91%. Unter Mikrounternehmen sind Unternehmen mit bis zu 9 unselbständig Beschäftigten zu verstehen. Zum Stichtag 31.10.2016 waren rund 100.400 Beschäftigte – 2,4% der Beschäftigten insgesamt – in Unternehmen des Kultursektors tätig. Davon gingen 73% einer unselbständigen Beschäftigung nach; insgesamt waren hingegen 91% unselbständig beschäftigt.

Der Anteil des Kultursektors an der Bruttowertschöpfung des Produktions- und Dienstleistungsbereichs lag im Jahr 2016 bei 2,9% (5,8 Mrd. Euro) und war damit etwas niedriger als in den Vorjahren (z.B. 2013: 3,3%). Am meisten trugen die Wirtschaftsabteilung (ÖNACE 2-Steller) „Kreative, künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten“ (0,84%) sowie die Wirtschaftsklasse (ÖNACE 4-Steller) „Architekturbüros“ (0,45) und die Gruppe (ÖNACE 3-Steller) „Herstellung von Druckerzeugnissen“ (0,37%) bei. Verlegen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften erreichten zusammen einen Anteil von 0,34%, „Bibliotheken, Archive, Museen, botanische und zoologische Gärten“ kamen zusammen auf 0,23% und „Herstellung von Filmen und Fernsehprogrammen, deren Verleih und Vertrieb; Kinos“ brachten es auf einen Anteil von 0,19% an der Bruttowertschöpfung.

Der Anteil der Kulturgüter an den Gesamtexporten lag bei 0,43%, jener an den Gesamtimporten bei 0,81%. Der Wert der exportierten Kulturgüter nahm im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 8,2% zu, die Importe stiegen um 8,8%. Zu den Exporten trugen am meisten bespielte CDs und DVDs (zusammen 0,21%) sowie Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten (0,11%) bei. An den Importen hatten Bücher (0,27%), bespielte CDs und DVDs (zusammen 0,24%), Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten (0,13%) sowie ferner Zeitungen und Zeitschriften (0,10%) den größten Anteil.

Der Wert der ausgeführten Kunstgegenstände machte der Außenhandelsstatistik 2017 zufolge 102,9 Mio. Euro aus, darunter Gemälde, Zeichnungen und Collagen 80,1 Mio. Euro und Werke bildhauerischen Schaffens 22,5 Mio. Euro; eingeführt wurden Kunstgegenstände im Wert von 136,8 Mio. Euro. Als Bestimmungsland dominierten die Schweiz (33,8% des Werts der erfassten Exporte) und die USA (18,6%); auf die Länder der EU entfielen zusammen 23,8%. Als Herkunftsland waren die USA (23,4%) und Deutschland (23,1%) führend, gefolgt von Italien (18,8%).

Den Daten der Arbeitskräfteerhebung zufolge gingen 2017 insgesamt 4,6% (196.900) der Erwerbstätigen einer Beschäftigung mit Kulturbezug nach. Rund ein Drittel davon (32%) war tatsächlich in einem Kulturberuf im Kultursektor tätig, die übrigen Personen übten entweder einen nicht kulturbezogenen Beruf im Kultursektor (39%) oder einen Kulturberuf außerhalb des Kultursektors (29%) aus. Am höchsten war der Anteil in Kulturberufen beschäftigter Personen in den Domänen „Ausbildung“ (85,6%), „Darstellende Kunst“ (70,0%) und „Bildende Künste“ (62,4%). Der Anteil der Frauen in einem Kulturberuf im Kultursektor war mit 28,9% geringer als jener der Männer (34,6%). Im Kultursektor als Ganzem lag der Frauenanteil bei 45,8%. Erwerbstätige mit einem Kulturberuf im Kultursektor wiesen insbesondere einen höheren Bildungsstand als die Erwerbstätigen insgesamt auf und waren weitaus häufiger selbständig: 81,1% besaßen die Matura oder einen Abschluss auf Hochschulniveau, bei den Erwerbstätigen zusammen waren es lediglich 38,3%; ferner war nahezu die Hälfte (46,7%) selbständig beschäftigt im Vergleich zu 12,4% aller Erwerbstätigen. Ein Blick auf die Bundesländer zeigt, dass es in Wien überdurchschnittlich viele Erwerbstätige mit Kulturbezug (8,3%) und im Besonderen mit einem in der Kulturbranche angesiedelten Kulturberuf (3,4%) gab – im Vergleich zu 1,5% österreichweit.

Das durchschnittliche Nettomonatseinkommen unselbständig Erwerbstätiger mit Kulturbezug lag im Jahr 2017 bei 2.687 Euro bei Vollzeitbeschäftigung (inkl. anteiligem Urlaubs- und Weihnachtsgeld) im Vergleich zu 2.557 Euro für unselbständig Erwerbstätige insgesamt. Unselbständige, die einen Kulturberuf ausübten, verdienten bei Vollzeitbeschäftigung durchschnittlich 2.726 Euro monatlich. Die 10% mit den höchsten Einkommen unter diesen verdienten monatlich zumindest 4.165 Euro, während das Zehntel mit dem geringsten Nettomonatseinkommen maximal 1.637 Euro erreichte.

Definitionen, Erläuterungen

Unternehmen und Beschäftigte im Kultursektor 2016
Unternehmen und Beschäftigte im Kultursektor 2012 bis 2016
Anteil des Kultursektors an der Bruttowertschöpfung 2010 bis 2016
Einfuhr und Ausfuhr von kulturellen Gütern 2017
Einfuhr und Ausfuhr von kulturellen Gütern 2012 bis 2017
Einfuhr und Ausfuhr von Kunstgegenständen 2017 nach Partnerländern
Erwerbstätige im Kultursektor 2017
Erwerbstätige in bzw. außerhalb von Kultursektor/Kulturberufen nach verschiedenen soziodemographischen Merkmalen 2017
Erwerbstätige in bzw. außerhalb von Kultursektor/Kulturberufen 2011 bis 2017
Nettomonatseinkommen unselbständig Erwerbstätiger 2017

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Kulturstatistik 2017

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Kulturstatistik 2015 und 2016

Erscheinungsdatum: 06/2018

 
 

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Kulturstatistik 2014

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