Prognose der Krebsprävalenz

Die Belastung der österreichischen Bevölkerung durch Krebserkrankungen ist, neben dem Erkrankungsrisiko, stark von der Alterung der Bevölkerung abhängig. Wissen über die zukünftigen Entwicklungen ist nötig, um Ressourcen für Vorsorge, Diagnose und Therapie optimal einzusetzen zu können. Nach der Prognose der Krebsinzidenz und Krebsmortalität bis 2030 (Neuerkrankungs- und Sterbefälle) wurde die Krebsprävalenz bis 2030 prognostiziert. Damit sind nun Daten zu den zukünftig mit der Diagnose Krebs lebenden Personen verfügbar.

Die Basisdaten zu den krebskranken Personen stammen aus dem Österreichischen Nationalen Krebsregister (Stand vom 15.11.2016). Zur Krebsprävalenz zählen alle Personen bzw. auf Lokalisationsebene alle Tumoren von Personen, deren letzte Diagnose nach 1983 gestellt wurde und die zum Referenzzeitpunkt 31.12.2014 noch am Leben waren. Die Prognose der Krebsprävalenz bis 2030 wird mittels Kohorten-Komponenten-Methode berechnet und auf die Hauptvariante der Bevölkerungsprognose 2016 von Statistik Austria kalibriert. Darüber hinaus wurden die prognostizierten Krebsneuerkrankungen für die Jahre 2015-2030 (Prognose der Krebsinzidenz) verwendet. Es wird bei der Prognose zwischen Personen ohne Tumor, Personen mit genau einem Tumor und Personen mit zwei oder mehreren Tumoren unterschieden. Die Prognose erfolgt für 16 Gruppen von Krebsentitäten.

Die Zahl der an Krebs erkrankten Personen wird bis 2030 gegenüber 2014 um 39% steigen. Die Zunahme der Krebsprävalenz setzt damit den Trend seit der Jahrtausendwende fort: Im Jahr 2000 lag die Krebsprävalenz in Österreich bei rund 191.200 Personen (2,4% der Bevölkerung), 2014 bei rund 329.200 Personen (3,8%), für 2030 werden rund 457.700 Personen prognostiziert. Zum 31.12.2030 werden damit bereits 4,9% aller in Österreich lebenden Personen an Krebs erkrankt sein. Detaillierte Ergebnisse, Hintergrundinformationen und Berechnungsmethoden werden im Bericht „Prognose der Krebsprävalenz bis 2030“ (PDF 6 MB) dargestellt.

Die zukünftige Entwicklung der Krebsprävalenz wird von drei Faktoren beeinflusst: Die demographische Alterung führt zu einem Anstieg der Krebsprävalenz, da Krebserkrankungen vorrangig im fortgeschrittenen Lebensalter auftreten. Entwicklungen im individuellen Neuerkrankungsrisiko verlaufen zum Teil in unterschiedliche Richtungen. Über alle Entitäten zusammen betrachtet wird das individuelle Erkrankungsrisiko in Zukunft aber rückläufig sein, was den demographisch bedingten Anstieg der Krebsprävalenz bremst. Darüber hinaus verbessern sich durch den medizinischen Fortschritt die Überlebenschancen der an Krebs erkrankten Personen, was wiederum für sich genommen zu einem Anstieg der Krebsprävalenz führen wird. Aus gesundheitspolitischer Sicht wird aus dem Zusammenspiel der drei Faktoren klar, wie wichtig Präventionsmaßnahmen sind.

An Krebs erkrankte Personen nach Alter und Geschlecht 2000 bis 2030 zu Jahresende

An Krebs erkrankte Personen nach Alter und Geschlecht 2000 bis 2030 zu Jahresende


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