Krebsprävalenz

Insgesamt sind im österreichischen Krebsregister für den Zeitraum 1983 bis 2017 1.260.575 Krebsneuerkrankungen (d.h. maligne invasive Fälle inkl. DCO-Fälle, ohne nicht-melanotischen Hautkrebs) bei 1.173.169 Personen dokumentiert worden. Die Differenz zwischen der Anzahl an Diagnosen und Personen ergibt sich aus den Mehrfachtumoren. Von diesen Personen lebten zum Jahresende 2017 in Österreich 357.781 Personen mit Krebs, davon 170.147 Männer und 187.634 Frauen. Das heißt, 41 von 1.000 Österreicherinnen und Österreichern hatten eine vorangegangene Krebsdiagnose und waren zum Stichtag 31.12.2017 am Leben. Diese 357.781 Personen hatten insgesamt 384.015 Tumoren.

Im langfristigen Trend zeigt sich eine stetige Zunahme in der Prävalenz sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Vor zehn Jahren lebten in Österreich 270.074 Personen mit einer Krebsdiagnose (127.312 Männer und 142.762 Frauen). Das bedeutet einen Anstieg in der Prävalenz um insgesamt 33% (Männer: +34%, Frauen: +31%). Dieser erhebliche Anstieg ist bedingt durch das Zusammenwirken von demographischer Alterung, generell steigender Lebenserwartung und verbesserten Überlebensaussichten erkrankter Personen.

Bei Frauen folgten nach Brustkrebs als häufigster Lokalisation (78.433 Frauen) mit großem Abstand Darmkrebs (19.758) und Gebärmutterkörperkrebs (14.002). Für die mit Krebs lebenden Männer war die häufigste Lokalisation die Prostata mit 65.525 Fällen, ebenfalls mit Abstand gefolgt vom Darm (23.436) und der Harnblase (11.548). Von Krebs betroffene Frauen überleben ihre Krebsdiagnose im Durchschnitt länger als an Krebs erkrankte Männer. Hauptursache dafür ist der am häufigsten diagnostizierte Brustkrebs, der eine günstige Überlebensprognose aufweist.

Für 23% der 170.147 am Jahresende 2017 mit einer Krebsdiagnose lebenden Männer und für 19% der 187.634 Frauen lag die Diagnose weniger als drei Jahre zurück (38.621 Männer und 35.654 Frauen). Das heißt, dass für diese Menschen ein akuter Bedarf an gesundheitlichen Versorgungsressourcen bestand. Weniger engmaschig sind die gesundheitlichen Überwachungs-, Rehabilitations- und Nachsorgeanforderungen bei Personen, deren Diagnose bereits drei bis unter fünf Jahre zurückliegt. Für 11% der von Krebs betroffenen Männer (18.956) und 11% der Frauen (19.835) war das der Fall. Der Anteil der Personen, bei denen die Diagnose über fünf und unter zehn Jahre zurücklag, betrug 24% der an Krebs erkrankten Männer bzw. 22% der Frauen (40.024 Männer und 42.113 Frauen). Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen sich im Hinblick auf den Anteil jener betroffenen Personen, für die die Krebsdiagnose vor zehn und mehr Jahren gestellt worden war. Von allen am Stichtag mit einer Krebsdiagnose lebenden Männern traf dies auf 72.546 Personen bzw. 43% zu. Bei den Frauen lag dieser Anteil bei 48% bzw. 90.032 absolut.

Methodische Hinweise:

Die Prävalenz von Krebserkrankungen ist neben der Entwicklung der Krebsinzidenz und Krebsmortalität von besonderem Interesse, um ein umfassendes Bild von Krebserkrankungen in Österreich erstellen zu können. Angaben über die Krebsprävalenz dienen als Grundlage für gesundheitspolitische Planungsmaßnahmen und sind elementar für eine bedarfsgerechte Planung von Umfang und Art der Ressourcen sowie für die medizinische Versorgung und Betreuung der Patienten. Aber die Frage: "Wie viele Krebskranke gibt es in Österreich?" ist nicht nur von gesundheitspolitischem, sondern auch von großem individuellen Interesse für viele Menschen.

Als Krebsprävalenz bezeichnet man die Anzahl der Personen (oder den Anteil in einer Bevölkerung), die zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb einer bestimmten Periode an Krebs erkrankt und am Leben sind. Die Daten zur Prävalenz wurden auf Basis der Zahlen des österreichischen Krebsregisters sowie eines Follow up des Überlebensstatus aller registrierten Erkrankungsfälle berechnet.

Die aktuell verfügbaren Ergebnisse umfassen die Berichtsjahre 1983 bis 2017, d.h. jene Personen, deren Diagnose innerhalb dieses Zeitraums gestellt wurde und die zum Referenzzeitpunkt 31.12.2017 noch am Leben waren. Daraus ergibt sich für die Berechnung der Krebsprävalenz eine Follow up Periode von 34 Jahren.

Ergebnisse im Überblick: Krebsprävalenz
Krebsprävalenz am 31.12.2017, nach Zeit seit Diagnose
Krebsprävalenz am 31.12.2017, nach ausgewählten Krebslokalisationen, Geschlecht und Zeit seit Diagnose
Entwicklung der Krebsprävalenz im Zeitverlauf, Österreich ab 2000

Krebsprävalenz am 31.12.2017, nach ausgewählten Lokalisationen und Geschlecht
Krebsprävalenz am 31.12.2017, nach ausgewählten  Krebslokalisationen, Zeit seit Diagnose und Geschlecht
Entwicklung der Krebsprävalenz im Zeitverlauf, Österreich ab 2002 absolute Zahlen

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