Übertragbare Krankheiten

Die Verhütung und Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten sind wichtige Aufgaben der öffentlichen Gesundheitspflege. Aus diesem Grund unterliegen bestimmte Infektionskrankheiten der Meldepflicht. Dies ist in erster Linie notwendig, um Infektionsquellen im Falle eines Krankheitsausbruches rasch identifizieren und umgehend entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Zudem ist die fortlaufende und zeitnahe epidemiologische Beobachtung Voraussetzung für eine zielgerichtete Planung und Umsetzung von Präventivmaßnahmen.

In diesem Sinne gilt es das zeitliche und räumliche Auftreten meldepflichtiger Infektionskrankheiten routinemäßig zu erfassen und die Öffentlichkeit mit entsprechenden Zahlen und Fakten zu informieren. Die Erfassung der anzeigepflichtigen Krankheiten erfolgt mit Hilfe des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) durch den Eintrag von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie von Krankenanstalten und Laboren.

Die überwiegende Mehrheit der anzeigepflichtigen Krankheiten machen bakterielle lebensmittelbedingte Infektionen aus: Die Hälfte aller im Jahr 2018 erfassten Meldefälle sind dieser Krankheitsgruppe zuzurechnen – wobei das Gros der lebensmittelbedingten bakteriellen Infektionen (nämlich rund 91%) durch Campylobakter oder Salmonellen verursacht wurde.

Im Jahr 2018 wurden 7.982 Fälle von Campylobakteriose gemeldet – das entspricht einem Zuwachs von rund 89% in den letzten zehn Jahren (dieser Zuwachs ist zum Teil auch auf eine Veränderung des Meldeverhaltens zurückzuführen). Pro 100.000 der Bevölkerung traten zuletzt 90,3 Erkrankungen auf.

Die zweithäufigste anzeigepflichtige Krankheit ist die Salmonelleninfektion (17,4 Erkrankungen pro 100.000 der Bevölkerung im Jahr 2018). Ihre Zahl ging seit dem Jahr 2008 deutlich von 2.799 auf 1.535 zurück (-45%).

Fast ein Achtel der im Jahr 2018 erfassten anzeigepflichtigen Infektionen sind der Gruppe der Hepatitiserkrankungen zuzuordnen. Je 46% davon wurden durch Hepatitis-B-Viren (1.134 Fälle) und durch Hepatitis-C-Viren (1.152 Fälle) ausgelöst.

Einen überdurchschnittlich hohen Anteil an den anzeigepflichtigen Infektionskrankheiten machten im Jahr 2018 Keuchhusten (2.202 Meldungen bzw. 24,9 Erkrankungen pro 100.000 der Bevölkerung) und Geschlechtskrankheiten (1.815 Meldungen; darunter 1.194 Fälle von Gonorrhoe sowie 621 Fälle von Syphilis) aus. Tuberkulosemeldungen erfolgten in 480 Fällen (das sind um 41% weniger als noch vor zehn Jahren), des Weiteren wurden 171 Erkrankungen von FSME zur Anzeige gebracht (+39% im Vergleich zum Vorjahr).

Weitere Informationen zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten sind bei der Abteilung für Infektionsepidemiologie und Surveillance der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz verfügbar (dort finden sich auch Informationen zu HIV/AIDS).

Ergebnisse im Überblick: Gemeldete Fälle anzeigepflichtiger Krankheiten seit 2008
Gemeldete Fälle anzeigepflichtiger Krankheiten 2018 nach Bundesland

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