Anzeigepflichtige Krankheiten

Die Verhütung und Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten sind wichtige Aufgaben der öffentlichen Gesundheitspflege. Aus diesem Grund unterliegen bestimmte Infektionskrankheiten der Meldepflicht. Dies ist in erster Linie notwendig, um Infektionsquellen im Falle eines Krankheitsausbruches rasch identifizieren und umgehend entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Zudem ist die fortlaufende und zeitnahe epidemiologische Beobachtung Voraussetzung für eine zielgerichtete Planung und Umsetzung von Präventivmaßnahmen.

In diesem Sinne gilt es das zeitliche und räumliche Auftreten meldepflichtiger Infektionskrankheiten routinemäßig zu erfassen und die Öffentlichkeit mit entsprechenden Zahlen und Fakten zu informieren. Die Erfassung der anzeigepflichtigen Krankheiten erfolgt mit Hilfe des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) durch den Eintrag von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie von Krankenanstalten und Laboren.

Die überwiegende Mehrheit der anzeigepflichtigen Krankheiten machen bakterielle lebensmittelbedingte Infektionen aus: Fast die Hälfte aller im Jahr 2019 erfassten Meldefälle sind dieser Krankheitsgruppe zuzurechnen – wobei neun von zehn lebensmittelbedingten bakteriellen Infektionen durch Campylobakter oder Salmonellen verursacht wurden.

Im Jahr 2019 wurden 6.525 Fälle von Campylobakteriose gemeldet, das entspricht 73,5 Erkrankungen pro 100.000 der Bevölkerung. Die zweithäufigste infektiöse Darmkrankheit ist die Salmonelleninfektion (21,0 Erkrankungen pro 100.000 der Bevölkerung im Jahr 2019). Ihre Zahl ging seit dem Jahr 2009 deutlich von 2.605 auf 1.865 zurück (-28%).

Gut ein Neuntel der im Jahr 2019 erfassten anzeigepflichtigen Infektionen sind der Gruppe der Hepatitiserkrankungen zuzuordnen. Rund 46% davon wurden durch Hepatitis-B-Viren (1.084 Fälle) und 47% durch Hepatitis-C-Viren (1.094 Fälle) ausgelöst.

Einen überdurchschnittlich hohen Anteil an den anzeigepflichtigen Infektionskrankheiten machten im Jahr 2019 Keuchhusten (2.231 Meldungen bzw. 25,1 Erkrankungen pro 100.000 der Bevölkerung) und Geschlechtskrankheiten (2.181 Meldungen; darunter 1.601 Fälle von Gonorrhoe sowie 580 Fälle von Syphilis) aus. Tuberkulosemeldungen erfolgten in 479 Fällen (das sind um 31% weniger als noch vor zehn Jahren), des Weiteren wurden 106 Erkrankungen von FSME und 151 Masernfälle zur Anzeige gebracht.

Weitere Informationen zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten sind bei der Abteilung für Infektionsepidemiologie und Surveillance der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie beim Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz verfügbar (dort finden sich auch Informationen zu HIV/AIDS).

Ergebnisse im Überblick: Gemeldete Fälle anzeigepflichtiger Krankheiten seit 2010
Gemeldete Fälle anzeigepflichtiger Krankheiten 2019 nach Bundesland

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