Körperliche Aktivität in der Freizeit

Untenstehende Ergebnisse stammen aus der „Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014“.

Unter körperlicher Aktivität versteht man „jede Bewegung des Körpers, die mit einer Kontraktion der Muskulatur einhergeht und den Energieverbrauch über den normalen Ruheenergiebedarf hinaus steigert“.  Sie ist wichtig für Gesundheit und Lebensqualität und leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden. Körperliche Aktivität umfasst viele Sport- und Freizeitaktivitäten, aber auch tägliche Verrichtungen wie zügiges Gehen, Hausarbeit und körperlich anstrengende Berufstätigkeit. Im letzten Jahrzehnt hat sich ein umfassendes Konzept von "gesundheitsfördernder körperlicher Aktivität" (Health-Enhancing Physical Activity oder HEPA) durchgesetzt, das neben den freizeitbezogenen Bewegungsaktivitäten die alltägliche körperliche Aktivität im Kontext der Berufs- und Hausarbeit sowie zum Zweck des Transports gleichgewichtig mit einbezieht. Durch gezielte Förderung der körperlichen Aktivität lässt sich in jedem Alter der Entwicklung von Krankheiten und Beschwerden entgegenwirken.

14% der österreichischen Bevölkerung gaben an, keine arbeitsbezogenen Tätigkeiten durchzuführen, Frauen etwas häufiger als Männer (16% bzw. 12%). Etwa gleich viele Männer wie Frauen führten vorwiegend sitzende oder stehende Tätigkeiten mit leichter körperlicher Anstrengung durch (42% bzw. 39%). 42% der Frauen und 34% der Männer verrichteten vorwiegend mäßig anstrengende körperliche Tätigkeiten (in diese Kategorie fällt auch die Hausarbeit bzw. Kinderbetreuung). Vorwiegend schwere körperliche Arbeiten führten 13% der Männer, jedoch nur 2% der Frauen aus.

In allen Altersgruppen ab 60 Jahren wurde häufiger berichtet, keine arbeitsbezogenen Tätigkeiten auszuführen als in den Altersgruppen unter 60 Jahren (31% der Altersgruppe 60 bis 74 Jahre, 44% ab 75 Jahren). Innerhalb der Bevölkerung unter 60 Jahren verrichteten schwere körperliche Arbeiten am häufigsten Männer von 30 bis 44 Jahren (16%) sowie von 45 bis 59 Jahren (17%). In den jüngeren Altersgruppen überwogen bei beiden Geschlechtern leichte körperliche Tätigkeiten (51% der Männer von 15 bis 44 Jahren bzw. 61% der Frauen von 15 bis 29 Jahren). Frauen von 30 bis 74 Jahren berichteten am häufigsten, mäßig anstrengende körperliche Tätigkeiten durchzuführen.

Ausreichende körperliche Aktivität nach WHO-Empfehlung der 18- bis 64-jährigen Bevölkerung

Um die Dauer der körperlichen Aktivität in der Freizeit berechnen zu können, wurde nach der Anzahl der Tage in einer typischen Woche gefragt, an denen man ohne Unterbrechung zumindest zehn Minuten Sport, Fitness oder eine körperliche Aktivität ausgeübt hat sowie nach der Dauer dieser Tätigkeit an einem typischen Tag. Ebenso wurde eine Frage zur Häufigkeit von Aktivitäten zum Aufbau bzw. zur Kräftigung der Muskulatur gestellt.

Etwa die Hälfte der österreichischen Bevölkerung erfüllte die HEPA-Empfehlung der WHO (mindestens 150 Minuten Sport, Fitness oder körperliche Aktivität in der Freizeit), Männer nur geringfügig häufiger als Frauen (52% bzw. 49%). Jede dritte Person übte zumindest zweimal in der Woche Tätigkeiten zum Aufbau oder zur Kräftigung der Muskulatur aus, Männer etwas öfter als Frauen (36% bzw. 29%). Rund ein Viertel aller Personen, 28% der Männer und 22% der Frauen, erfüllte beide Kriterien.

Junge Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren waren besonders sportlich aktiv, 63% erfüllten die HEPA-Empfehlung. Etwa die Hälfte der Männer dieser Altersgruppe übte zumindest zweimal in der Woche Kräftigungsübungen aus. Beide WHO-Empfehlungen erfüllten 43% der männlichen 18- bis 29 Jährigen. Ab 30 Jahren nahm der Anteil jener, die Fitness betrieben sowie Übungen zur Kräftigung der Muskulatur durchführten, ab. Nur etwa jeder fünfte Mann im Alter von 30 bis 59 Jahren erfüllte beide Kriterien der WHO-Empfehlung, ab 60 Jahren war es ein Viertel dieser Bevölkerungsgruppe. Etwa die Hälfte der Männer ab 60 Jahren machte Fitnesstraining, beinahe jeder dritte Muskeltraining.

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede waren bei der jungen Bevölkerung am größten. Die 18- bis 29-jährigen Frauen waren deutlich seltener sportlich aktiv als die gleichaltrigen Männer, nur 24% der Frauen dieser Altersgruppe erfüllte beide WHO-Kriterien. Da aber bei den Frauen der Rückgang der sportlichen Aktivität mit dem Alter nicht so stark ausgeprägt war wie bei den Männern, verringerten sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede ab 30 Jahren. Frauen ab 45 Jahren waren sogar in ähnlichem Ausmaß sportlich aktiv wie Männer in diesem Alter. Mehr als die Hälfte der Frauen machte zumindest 150 Minuten pro Woche Fitnessübungen, etwas weniger als ein Drittel kräftigte die Muskulatur. Am seltensten erreichten Frauen von 30 bis 44 Jahren die WHO-Empfehlungen.

Ergebnisse im Überblick: Körperliche Aktivität
Transportbezogene körperliche Aktivität - Energieverbrauch pro Woche (MET-Minuten) 2014
Körperliche Aktivität 2006/07

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