Gesundheitsausgaben in Österreich

Gesundheitsausgaben in Österreich laut „System of Health Accounts“ – Ergebnisse

Die Tabelle „Überblick - Gesundheitsausgaben in Österreich“ laut „System of Health Accounts (SHA)“ stellt die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Österreich für die Jahre 2004 bis 2019 dar. Die Gesundheitsausgaben nach SHA setzen sich aus den laufenden Gesundheitsausgaben und den Investitionen im Gesundheitsbereich zusammen.

Zusätzlich sind in der Tabelle „Gesundheitsausgaben in Österreich nach System of Health Accounts – Schnellschätzung 2020“ die vorläufigen Werte der Gesundheitsausgaben für das Jahr 2020 dargestellt.

Vorläufige Gesundheitsausgaben 2020

Die per Schnellschätzung ermittelten laufenden Gesundheitsausgaben in Österreich beliefen sich gemäß SHA im Jahr 2020 auf 43.181 Mio. Euro bzw. 11,4% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Euro. Zusätzlich betrugen die Investitionen im Gesundheitswesen 2.789 Mio. Euro.

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungsträger verbuchten 2020 in Summe laufende Gesundheitsausgaben in der Höhe von 32.971 Mio. Euro. Die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben entsprechen somit einem Anteil von 76,4% an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Die öffentlichen Investitionen beliefen sich auf 1.509 Mio. Euro.

Die laufenden Gesundheitsausgaben der privaten Haushalte, der privaten Versicherungsunternehmen, der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) sowie der Unternehmen betrugen 10.210 Mio. Euro. An privaten Investitionen wurden im Jahr 2020 1.280 Mio. Euro verzeichnet.

In den vorläufigen Gesundheitsausgaben 2020 fanden auch erstmalig die Gesundheitsausgaben für die Bekämpfung der COVID-19 Pandemie Eingang. Hier sind bei den laufenden öffentlichen Ausgaben vor allem jene für Schutzausrüstung, Testungen, Contact-Tracing, Hotline 1450, Barackenspitäler, Medienkampagnen, etc. zu nennen. Jedoch auch im Bereich der Langzeitpflege kam es aufgrund der COVID-19 Pandemie zu öffentlichen Mehraufwendungen. Dazu zählen diverse Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung wie Ersatzbetreuungseinrichtungen, Boni für das Pflegepersonal und Kostenersatz für Testungen.

Aufgrund der Lockdown-bedingten Einschränkungen konnten in gewissen Bereichen für das Jahr 2020 auch Rückgänge der öffentlichen und privaten Gesundheitsausgaben beobachtet werden (z.B. Rehabilitationsleistungen, Leistungen in Kuranstalten, ärztliche und zahnärztliche Dienstleistungen, therapeutische Hilfsmittel, etc.).

In den Gesundheitsausgaben gemäß System of Health Accounts (SHA) nicht berücksichtigt sind über die gesundheitlichen Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie hinausgehende Wirtschaftshilfen und Unterstützungsleistungen (z.B. Kurzarbeitsbeihilfen, Umsatzersatz, Fixkostenzuschuss, sonstige Unterstützungszahlungen an Unternehmen und an bestimmte Berufs- und Bevölkerungsgruppen, etc.).

Die Schnellschätzung umfasst eine Berechnung der Gesundheitsausgaben auf höher aggregierter Ebene (lediglich öffentliche und private laufende Gesundheitsausgaben sowie öffentliche und private Investitionen) als die Standard-Veröffentlichung im Februar. So werden insbesondere die SHA-Dimensionen Finanzierungssysteme (HF), Erbringer von Gesundheitsleistungen (HP) sowie Gesundheitsleistungen und -gütern (HC) im Rahmen der Schnellschätzung nicht separat dargestellt.

Gesundheitsausgaben 1990-2019

Im Jahr 2019 betrugen die nach SHA berechneten laufenden Gesundheitsausgaben in Österreich 41.483 Mio. Euro oder 10,4% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Darüber hinaus entfielen 2.675 Mio. Euro auf Investitionen im Gesundheitsbereich. Im Zeitraum von 2004 bis 2019 stiegen die laufenden Gesundheitsausgaben (zu laufenden Preisen) im Durchschnitt um 3,9%. Der Anstieg vom Beginn der Zeitreihe im Jahr 1990 bis 2019 machte durchschnittlich 4,8% pro Jahr aus. Gemessen als Anteil am BIP, legten die laufenden Gesundheitsausgaben in der gesamten Periode 1990 bis 2019 von 7,8% auf 10,4% zu.

Laufende Gesundheitsausgaben – Öffentlich

Die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben beinhalten Ausgaben des Bundes, der Länder, der Gemeinden und der Sozialversicherungsträger und betrugen im Jahr 2019 31.209 Mio. Euro, dies entsprach einem Anteil von 75,2% an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Werden die öffentlichen Investitionen hinzugezählt, erhöhen sich die öffentlichen Ausgaben auf 32.622 Mio. Euro.

Von den öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben für das Jahr 2019 entfiel mit 45,0% der größte Anteil auf Leistungen der stationären Gesundheitsversorgung inklusive stationäre Pflegeleistungen. Neben den Ausgaben für ambulante Leistungen, für welche 27,6% der öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben aufgewendet wurden, waren die pharmazeutischen Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter (13,4%) sowie die häusliche Pflege (7,7%) die wesentlichsten Ausgabenkategorien.

Im Zeitraum von 2004 bis 2019 stiegen die öffentlichen laufenden Ausgaben von 17.267 Mio. Euro auf 31.209 Mio. Euro. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von 4,0%. In der gesamten Periode von 1990 bis 2019 wuchsen die Ausgaben jährlich um 4,9% im Mittel.

Der durchschnittliche jährliche Anstieg im Zeitraum 2004 bis 2019 war in den Bereichen Krankentransport und Rettungsdienste sowie ambulante Leistungen (jeweils 4,7%) am stärksten. Deutlich unter dem Durchschnitt der jährlichen Steigerung der öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben (4,0%) lag hingegen das durchschnittliche jährliche Wachstum in den Bereichen pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter und häusliche Pflege (jeweils 3,2%).

Laufende Gesundheitsausgaben – Privat

Die privaten laufenden Gesundheitsausgaben beinhalten Ausgaben der privaten Haushalte und der Versicherungsunternehmen, der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) sowie Ausgaben der Unternehmen für betriebsärztliche Leistungen, wobei private Haushalte und Versicherungsunternehmen den größten Teil dieser Ausgaben tätigten. Letztere finanzierten wiederum Ausgaben für stationäre und ambulante Leistungen, pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter sowie für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung im Bereich der privaten Krankenversicherungen. Für die Zeitreihe 2004 bis 2019 sind die ambulanten Leistungen aufgeteilt in ambulante Gesundheitsversorgung, häusliche Pflege, Krankentransport und Rettungsdienste sowie Prävention verfügbar.

Private Haushalte und Versicherungsunternehmen gaben im Jahr 2019 9.488 Mio. Euro für Gesundheitsleistungen aus. Für die ambulante Gesundheitsversorgung wurden 31,2% aufgewendet, für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter 29,7% und für Leistungen der stationären Gesundheitsversorgung 26,8%. Weitere 8,1% wurden für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung, 2,5% für häusliche Pflege und 1,3% für Prävention ausgegeben, während 0,4% auf Krankentransport und Rettungsdienste entfielen.

Die Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen wuchsen von 5.900 Mio. Euro im Jahr 2004 auf 9.488 Mio. Euro im Jahr 2019 an, dies kommt einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 3,2% gleich. Im gesamten Zeitraum von 1990 bis 2019 stiegen die Ausgaben um 4,6% im Durchschnitt pro Jahr.

Ein starkes Wachstum über die Periode 2004 bis 2019 ist bei der häuslichen Pflege zu verzeichnen, die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben wuchsen um 17,3%. Dieser Anstieg lässt sich u.a. dadurch begründen, dass ab 2008 Daten für die 24-Stunden-Betreuung berücksichtigt worden sind. Betrachtet man nur die Hauskrankenpflege ohne 24-Stunden-Betreuung, liegt das Wachstum bei 7,4%. Das zweitgrößte Wachstum bei den privaten Ausgaben verzeichnete mit 4,0% Krankentransport und Rettungsdienste, gefolgt von den pharmazeutischen Erzeugnissen und medizinischen Ge- und Verbrauchsgütern mit 3,3%.

Die laufenden Gesundheitsausgaben der POoE und der Unternehmen betrugen 692 Mio. Euro bzw. 94 Mio. Euro im Jahr 2019. Die mittleren jährlichen Zuwächse der POoE-Ausgaben für Gesundheitsleistungen von 5,2% und der Unternehmen von 5,9% über die Periode 2004 bis 2019 lagen deutlich über den Ausgabensteigerungen der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen (3,2%).

Investitionen

Die Entwicklung im Gesundheitsbereich zeigt, dass die Leistungserbringer im Gesundheitswesen ihre Investitionen von 1.517 Mio. Euro im Jahr 2004 auf 2.675 Mio. Euro im Jahr 2019 steigerten. Davon entfielen im Jahr 2019 1.413 Mio. Euro (52,8%) auf öffentliche Investitionen (u.a. für Fondskrankenanstalten) und 1.262 Mio. Euro (47,2%) auf private Investitionen (z.B. niedergelassene Allgemein-, Fach- und Zahnärzte). Das durchschnittliche jährliche Wachstum zwischen 2004 und 2019 lag bei 3,9%, in der gesamten Periode von 1990 bis 2019 stiegen die Investitionen um 4,5% im Mittel pro Jahr.

Gesundheitsausgaben nach den SHA Dimensionen: HF, HP und HC

Die Gesundheitsausgaben laut SHA stellen die laufenden Gesundheitsausgaben (ohne Investitionen) nach den Finanzierungssystemen (HF), den Erbringern von Gesundheitsleistungen (HP) sowie den Gesundheitsleistungen und -gütern (HC) dar. Anhand dieser Dimensionen können eine dreidimensionale und drei zweidimensionale Tabellen zur effizienten Darstellung der Gesundheitsausgaben erzeugt werden.

In Österreich wurden im Jahr 2019 41.483 Mio. Euro für die laufende Gesundheitsversorgung ausgegeben. Von diesen entfielen 12.646 Mio. Euro oder 30,5% auf das Finanzierungssystem Staat (HF.1.1), während das Finanzierungssystem Sozialversicherungsträger (HF.1.2.1) 18.563 Mio. Euro oder einen Anteil von 44,7% finanzierte.

Die privaten Haushalte (HF.3) wendeten im Jahr 2019 in Summe 7.332 Mio. Euro für Gesundheitsleistungen und -güter auf, dies entspricht einem Anteil von 17,7% an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Davon wurden 9,9% durch Kostenbeteiligungen der privaten Haushalte im Rahmen der Sozialversicherungsträger aufgebracht (HF.3.2.1).

Die freiwilligen Krankenversicherungen (HF.2.1) finanzierten 5,2%, die POoE (HF.2.2) 1,7% und die Unternehmen (HF.2.3) 0,2% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Damit finanzierten die freiwilligen Systeme der Gesundheitsfinanzierung (HF.2) in Summe 7,1% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2019.

Nach Leistungserbringern (HP) betrachtet entfiel 2019 der größte Teil der laufenden Gesundheitsausgaben mit 16.028 Mio. Euro bzw. 38,6% auf Krankenanstalten (HP.1). Finanziert wurden diese zu 47,4% durch das Finanzierungssystem Sozialversicherungsträger (HF.1.2.1) und zu 43,7% durch das Finanzierungssystem der Gebietskörperschaften Bund, Länder und Gemeinden (HF.1.1). Der restliche Anteil von 8,9% wurde großteils von freiwilligen Krankenversicherungen (HF.2.1) und privaten Haushalten (HF.3) aufgebracht. Von den 16.028 Mio. Euro für Krankenanstalten flossen 12.969 Mio. Euro in die stationäre kurative sowie rehabilitative Versorgung (HC.1.1, HC.2.1), 206 Mio. Euro wurden für tagesklinische kurative Leistungen (HC.1.2) und 2.853 Mio. Euro für ambulante kurative Leistungen (HC.1.3) verwendet.

Für den niedergelassenen Bereich (HP.3) wurden 9.550 Mio. Euro oder 23,0% der laufenden Gesundheitsausgaben zur Verfügung gestellt. Davon entfielen 4.243 Mio. Euro auf niedergelassene Allgemeinärztinnen und Allgemeinärzte bzw. Fachärztinnen und Fachärzte (HP.3.1) und 2.029 Mio. Euro auf niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte (HP.3.2). Die restlichen 3.277 Mio. Euro wurden in Praxen von Angehörigen anderer Gesundheitsberufe (HP.3.3) und ambulanten Zentren (HP.3.4) sowie für Erbringer häuslicher Gesundheitsleistungen (HP.3.5) aufgewendet. Der größte Teil der Mittel zur Finanzierung der ambulanten Leistungserbringer (HP.3) stammte mit 57,1% (5.458 Mio. Euro) von den Sozialversicherungsträgern (HF.1.2.1). Weitere 29,9% (2.851 Mio. Euro) wurden von den privaten Haushalten (HF.3) finanziert, wobei 267 Mio. Euro dieser Aufwendungen durch Selbstbehalte (HF.3.2.1) erbracht wurden. Die übrigen 13,0% der laufenden ambulanten Gesundheitsausgaben wurden vom Finanzierungssystem Staat (HF.1.1), von freiwilligen Krankenversicherungen (HF.2.1) sowie den POoE (HF.2.2) beigesteuert.

Auf Apotheken und den Einzelhandel (HP.5) entfielen in Summe 15,6% der laufenden Gesundheitsausgaben, wobei 4.379 Mio. Euro an Apotheken (HP.5.1) und 2.091 Mio. Euro an den Einzelhandel (HP.5.2, HP.5.9) flossen. Zu 57,3% finanzierten die Sozialversicherungsträger (HF.1.2.1) Güter dieser Kategorie (HP.5). Die privaten Haushalte (HF.3) trugen 2.557 Mio. Euro bzw. 39,5% der gesamten Aufwendungen für Apotheken und den Einzelhandel (HP.5), wovon 14,3% durch Kostenbeteiligungen mit den Sozialversicherungsträgern (HF.3.2.1) gedeckt wurden.

Die laufenden Ausgaben für Wohn- und Pflegeheime (HP.2) beliefen sich im Jahr 2019 auf 3.534 Mio. Euro und somit auf einen Anteil von 8,5% an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Der Großteil dieser Ausgaben (90,4%) wurde für stationäre Langzeitpflegeleistungen (HC.3.1) aufgewendet. Die restlichen 9,6% fielen für stationäre rehabilitative Leistungen (HC.2.1) und tagesklinische Langzeitpflege (HC.3.2) an. Mit einem Finanzierungsanteil von 61,5% trug das Finanzierungssystem Staat (HF.1.1) den Großteil der Aufwendungen für Pflegeheime. 33,1% der Mittel wurden von den privaten Haushalten (HF.3) finanziert und weitere 5,3% von den POoE (HF.2.2).

Für Erbringer von Hilfsleistungen der Gesundheitsversorgung (HP.4) wurden 2019 3,0% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben bzw. 1.237 Mio. Euro aufgewendet. Davon entfielen 723 Mio. Euro auf Ambulanz und Rettungsdienste (HP.4.1), die zu 35,9% von den Sozialversicherungsträgern (HF1.2.1), zu 40,9% von POoE (HF.2.2) und zu 17,8% vom Finanzierungssystem Staat (HF.1.1) finanziert wurden. Auf medizinische und diagnostische Labore entfielen 514 Mio. Euro, die in erster Linie (83,0%) von den Sozialversicherungsträgern (HF.1.2.1) getragen wurden.

Die laufenden Ausgaben für Prävention (HC.6) betrugen für das Jahr 2019 869 Mio. Euro, davon wurden 50,1% vom Finanzierungssystem Staat (HF.1.1) geleistet. Die Sozialversicherungsträger (HF.1.2.1) und die privaten Haushalte (HF.3) kamen für einen Anteil von 22,6% bzw. 13,7% der Ausgaben für Präventionsleistungen auf. Die restlichen Aufwendungen wurden von Unternehmen (HF.2.3), POoE (HF.2.2) und freiwilligen Krankenversicherungen (HF.2.1) getragen.

Für die Verwaltung der Gesundheitsversorgung und Gesundheitssystemfinanzierung (HC.7) fielen im Jahr 2019 Ausgaben in der Höhe von 1.681 Mio. Euro an. Auf Ebene der Finanzierungssysteme verteilen sich diese Verwaltungsausgaben zu 6,3% auf die Gebietskörperschaften (HF.1.1), zu 47,7% auf die Sozialversicherungsträger (HF.1.2.1) und zu 46,0% auf die freiwilligen Krankenversicherungen (HF.2.1).

Unter der Kategorie sonstige Wirtschaftszweige (HP.8) wurden im Jahr 2019 2.286 Mio. Euro verbucht. Es handelt sich dabei einerseits um private Haushalte als Erbringer von häuslichen Pflegeleistungen (HP.8.1) mit 2.062 Mio. Euro im Jahr 2019 und um sonstige Wirtschaftszweige als sekundäre Produzenten von Gesundheitsleistungen (HP.8.2) mit Ausgaben in Höhe von 224 Mio. Euro. In Kategorie HP.8.2 sind zum Beispiel Ausgaben für Gesundheitsleistungen in Justiz- und Heereseinrichtungen inkludiert.

Für die Kategorie übrige Welt (HP.9), welche Einrichtungen im Ausland enthält, die Gesundheitsdienstleistungen an Gebietsansässige erbringen, wurden im Jahr 2019 insgesamt 383 Mio. Euro ausgegeben. Davon entfielen 72,6% auf ambulante kurative Leistungen (HC.1.3) und 20,7% auf stationäre Leistungen (HC.1.1, HC.2.1). Innerhalb der ambulanten kurativen Leistungen beliefen sich die zahnärztlichen Leistungen auf 185 Mio. Euro bzw. 66,5%.

Öffentliche laufende Gesundheitsausgaben für landesgesundheitsfondsfinanzierte Krankenanstalten (Fondskrankenanstalten)

Die öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben für Fondskrankenanstalten stehen sowohl differenziert nach Finanzierungssystemen als auch nach stationären (inklusive tagesklinischen) und ambulanten Leistungen je Bundesland zur Verfügung. Bei Fondskrankenanstalten handelt es sich um Akutkrankenanstalten in öffentlicher und privater Trägerschaft, welche über die neun Landesgesundheitsfonds (teil)finanziert werden. Sie repräsentieren, mit 86,3% (2019) aller Aufenthalte von Patientinnen und Patienten, die wichtigste Gruppe der österreichischen Spitäler.

Auf die öffentlichen laufenden Ausgaben für Fondskrankenanstalten entfielen 11.988 Mio. Euro im Jahr 2018 und 12.575 Mio. Euro im Jahr 2019. Dies entspricht einem Anstieg von 4,9% gegenüber dem Vorjahreswert. Das wichtigste Finanzierungssystem stellen die Sozialversicherungsträger (HF.1.2.1) mit 5.625 Mio. Euro oder 44,7% im Jahr 2019 dar. Der Bund (HF.1.1.1), die Länder (HF.1.1.2.1) und die Gemeinden (HF.1.1.2.2) trugen jeweils mit 1.395 Mio. Euro, 4.236 Mio. Euro, und 1.319 Mio. Euro zur Finanzierung bei. Das Finanzierungssystem Staat (HF.1.1) konzentrierte damit insgesamt 55,3% der öffentlichen Ausgaben für Fondskrankenanstalten auf sich.

Die öffentlichen laufenden Ausgaben für stationäre (inklusive tagesklinische, HC.1.1, HC.1.2) und ambulante Leistungen (HC.1.3) in den österreichischen Fondskrankenanstalten standen im Jahr 2019 im Verhältnis 78,6% (9.888 Mio. Euro) zu 21,4% (2.686 Mio. Euro). Dabei variierte der Anteil der öffentlichen Ausgaben für stationäre Gesundheitsleistungen zwischen 85,9% in Vorarlberg und 76,4% in Salzburg.

Die höchsten öffentlichen laufenden Ausgaben im Jahr 2019, gegliedert nach Standort der Fondskrankenanstalt, entfielen auf Wien mit 3.509 Mio. Euro, Oberösterreich mit 2.144 Mio. Euro und Niederösterreich mit 2.022 Mio. Euro. Am anderen Ende der Skala befinden sich die Fondskrankenanstalten Vorarlbergs und Burgenlands mit 494 Mio. Euro bzw. 274 Mio. Euro an öffentlicher Finanzierung. Die laufenden Ausgabenbeteiligungen der einzelnen öffentlichen Finanzierungssysteme sind in den Bundesländern zumeist sehr unterschiedlich. Die Spannweite reichte im Jahr 2019 von einem 44,0%-Anteil der Länder (HF.1.1.2.1) an den öffentlichen laufenden Ausgaben für Fondskrankenanstalten in Wien zu einem Länderanteil von 25,7% in Oberösterreich. Die Gemeinden (HF.1.1.2.2) steuerten im Jahr 2019 in Niederösterreich 20,5% der öffentlichen laufenden Ausgaben für Fondskrankenanstalten bei, während in Wien der Anteil bei 1,5% lag. Etwas stabiler ist der Anteil der Sozialversicherungsträger (HF.1.2.1) an den öffentlichen laufenden Ausgaben für Fondskrankenanstalten über alle Bundesländer hinweg: Die öffentlichen laufenden Ausgaben der Fondskrankenanstalten im Burgenland und in Kärnten wurden zu 51,6% und jene Niederösterreichs zu 38,6% durch die Sozialversicherungsträger (HF.1.2.1) gedeckt. Der Bund (HF.1.1.1) beteiligte sich bei den öffentlichen laufenden Ausgaben für Fondskrankenanstalten am deutlichsten in Tirol mit 12,3% und am geringsten in Vorarlberg mit 10,0% der Gesamtsumme im jeweiligen Bundesland. Die hier deutlich werdende Heterogenität in der Finanzierungsstruktur der Fondskrankenanstalten ist zum überwiegenden Anteil auf die landesspezifischen gesetzlichen Regelungen zurückzuführen.

Hintergrund zur Gesundheitsausgabenrechnung in Österreich

Die hier präsentierten Ergebnisse der Gesundheitsausgabenrechnung folgen den Regeln des „System of Health Accounts“ (SHA). Dieses System von umfassenden, konsistenten und international vergleichbaren Gesundheitskonten wurde im Mai 2000 erstmals von der OECD in Form des Manuals „A System of Health Accounts“ veröffentlicht. Inzwischen liegt eine – von OECD, Eurostat und WHO – revidierte Fassung des Manuals (A System of Health Accounts, 2011 Edition) vor.

Im Projektjahr 2015/2016 wurden – entsprechend der Durchführungsverordnung der Europäischen Kommission (EU 2015/359) - die Gesundheitsausgaben für Österreich erstmals auf Basis des revidierten Manuals (2011) berechnet. Die gemäß Durchführungsverordnung von den EU-Mitgliedsstaaten verpflichtend zu liefernden Daten umfassen, dem SHA-Manual (2011) folgend, die laufenden Gesundheitsausgaben untergliedert nach den drei SHA-Dimensionen Finanzierungssystem (HF), Leistungserbringer (HP) und Gesundheitsleistungen und -güter (HC). Die Verordnung selbst sieht eine Gültigkeit von 6 Jahren (2016-2022) vor, dies entspricht einer Zeitreihe von 2014 bis 2020. Eine neue Verordnung soll voraussichtlich im Sommer 2021 in Kraft treten. Die erste Datenlieferung auf Basis dieser neuen Verordnung soll in weiterer Folge im Jahr 2023 für das Berichtsjahr 2021 stattfinden.

Die österreichischen Gesundheitsausgaben laut SHA stehen derzeit für die Jahre 1990 bis 2003 basierend auf dem ursprünglichen Manual der OECD (2000) und für die Jahre 2004 bis 2019 basierend auf der revidierten Version des Manuals von OECD, Eurostat und WHO (2011) zur Verfügung.

Beide Versionen des Manuals – die ursprüngliche (SHA 1.0) und die revidierte Fassung (SHA 2011) - stellen die laufenden Gesundheitsausgaben anhand der drei Kerndimensionen Finanzierung (HF), Leistungserbringer (HP) und Gesundheitsleistungen und -güter (HC) dar. Während es in den Kategorien Gesundheitsleistungen und -güter (HC) und Leistungserbringer (HP) nur zu kleinen Klassifikationsveränderungen (z.B. Schärfung der Definitionen einzelner Kategorien oder Überführung von vormaligen Unterkategorien zu eigenen Kategorien, etc.) gekommen ist, gab es im Bereich der Finanzierung (HF) konzeptionelle Veränderungen. Stand die Finanzierungsquelle (source of financing) und damit die institutionellen Einheiten (financing agents) bei SHA 1.0 im Vordergrund, werden nach SHA 2011 die Gesundheitsausgaben anhand von Finanzierungssystemen (financing schemes) klassifiziert. Finanzierungssysteme stellen in diesem Ansatz die Arten von Finanzierungsregelungen, durch die Personen Zugang zu Gesundheitsversorgung erhalten können, dar. Dabei werden die Finanzierungssysteme u.a. anhand von Teilnahmemodalitäten (verpflichtend oder freiwillig), der Basis von Anspruchsberechtigungen (z.B. universell oder beitragspflichtig), der Form der Finanzmittelbeschaffung (z.B. Steuereinnahmen oder Versicherungsbeiträge) und der Risikostreuung (z.B. subnational oder individuell) definiert.

Die Auswirkungen dieser Umstellung auf die österreichischen Gesundheitsausgaben nach SHA sind jedoch gering und die Vergleichbarkeit der Daten über die Zeit ist weitestgehend gewährleistet. In den Tabellen nach SHA-Dimensionen HF, HP, HC kam es ferner in einigen Kategorien - beispielsweise aufgrund der Umstellung auf das Konzept der Finanzierungssysteme oder der Überführung einer ehemaligen Unterkategorie in eine eigenständige Kategorie - zu leichten Verschiebungen.

Die Ergebnisse der Gesundheitsausgabenrechnung nach SHA dienen einerseits als Grundlage für politische Entscheidungen und können andererseits als wesentlicher Input im Bereich Gesundheitsforschung angesehen werden. Die österreichischen Gesundheitsausgaben nach SHA werden jährlich von Statistik Austria berechnet und an OECD, Eurostat und WHO gemeldet und sind somit Bestandteil einer international vergleichbaren Datenbasis für Gesundheitsausgaben.

Gesundheitsausgaben in Österreich nach System of Health Accounts – Schnellschätzung 2020
Überblick - Gesundheitsausgaben in Österreich laut System of Health Accounts (SHA) 2004-2019
Gesundheitsausgaben in Österreich laut System of Health Accounts (SHA) 1990 - 2019
Laufende Gesundheitsausgaben nach Gesundheitsleistungen und -gütern, Leistungserbringern und Finanzierungssystemen in Österreich für das Jahr 2019
(Tabelle nur in Englisch verfügbar)
Laufende Gesundheitsausgaben nach Gesundheitsleistungen und -gütern und Leistungserbringern in Österreich für das Jahr 2019
(Tabelle nur in Englisch verfügbar)
Laufende Gesundheitsausgaben nach Leistungserbringern und Finanzierungssystemen in Österreich für das Jahr 2019
(Tabelle nur in Englisch verfügbar)
Laufende Gesundheitsausgaben nach Gesundheitsleistungen und -gütern und Finanzierungssystemen in Österreich für das Jahr 2019
(Tabelle nur in Englisch verfügbar)
Öffentliche laufende Gesundheitsausgaben für Fondskrankenanstalten nach Finanzierungssystemen und nach Bundesländern für das Jahr 2019


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