Erläuterungen zur Internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (ISCED)

Die International Standard Classification of Education (ISCED) dient als konzeptueller und methodologischer Rahmen für die internationalen Bildungsstatistiken und wird in den Datensammlungen und der Berichterstattung von UNESCO, OECD und EUROSTAT verwendet.

International Standard Classification of Education 2011 (ISCED 2011) 
ISCED Fields of Education and Training (ISCED-F 2013)

Die aktuelle Fassung der Internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens wurde im November 2011 von der UNESCO General Conference angenommen.

Die Klassifikation selbst umfasst eine Einteilung der Bildungsebenen und eine Gliederung der Bildungsfelder. Im verabschiedeten UNESCO-Dokument von 2011 sind die Grundsätze der Klassifikation der Bildungsebenen ausgelegt und die Kategorien abstrakt definiert. Ergänzt wird das Handbuch durch ein Implementierungsmanual (ISCED 2011 Operational Manual), in dem typische Anwendungssituationen näher erläutert und durch Beispiele belegt werden. Die aktualisierte Fassung der Klassifikation der Bildungs- und Ausbildungsfelder (ISCED-F 2013) wurde im November 2013 beschlossen. Angewendet wird die ISCED 2011 im internationalen Kontext ab dem Berichtsjahr 2014, die ISCED-F 2013 ab 2016. Rückgerechnete Daten sind teilweise verfügbar – abhängig von den unterschiedlichen Strategien, die UNESCO, OECD und EUROSTAT diesbezüglich verfolgten.

Die ISCED 2011 stellt eine Weiterentwicklung der Mitte der 70er Jahre eingeführten (ISCED 1976) und 1997 revidierten Fassung der International Standard Classification of Education dar. Sie führt unter anderem eine systematische Unterscheidung zwischen der Klassifikation der Bildungsprogramme (ISCED-P) und der Bildungsabschlüsse (ISCED-A) ein: d.h. die Codierung der Bildungsebene kann beim besuchten Bildungsgang eine andere sein als bei der durch den Bildungsgang erworbenen Qualifikation (sofern der Bildungsgang nicht alle Voraussetzungen für das Erreichen des Abschlussniveaus der ISCED-Ebene beinhaltet). Ferner wurde dem tertiären Bereich die dreigliedrige Architektur der Hochschulabschlüsse (Bachelor / Master / Doktor) unterlegt, wie aus dem Bologna-Prozess bekannt. Obwohl weiterhin die Grobstruktur Primarbereich, Sekundarbereich und Tertiärbereich unterschieden wird, sind Bildungsstatistiken über den Versionswechsel der ISCED hinweg selbst in dieser Vergröberung nicht bruchlos interpretierbar.

Die ISCED-F 2013 löste die Klassifikation der Bildungs- und Ausbildungsfelder (FoET 1999) ab. Die Bildungsfelder werden weiterhin auf drei Hierarchieebenen aufgefächert; auf der obersten Ebene der breiten Felder werden aktuell allerdings elf Felder anstatt zuvor neun Felder unterschieden.

Die Details der Klassifikationen sowie weitere Informationen zur Umsetzung sind unter dem Navigationspunkt Klassifikationsdatenbank zu finden.

International Standard Classification of Education 1997 (ISCED 1997) 
Fields of Education and Training Classification (FoET 1999)

Eine Revision der ISCED 1976 – der ersten elaborierten Fassung der Standardklassifikation – wurde im November 1997 von der UNESCO General Conference angenommen.

Die revidierte Klassifikation umfasste ebenso wie die ISCED 2011 Definitionen der Bildungsebenen und eine Gliederung der Bildungsfelder und war sowohl konzeptueller Rahmen als auch als methodologische Anleitung für die Produktion von Statistiken. Ergänzt wurde das Handbuch der UNESCO durch ein Implementierungsmanual der OECD (1999), in dem die Anwendung der Ebenen-Kategorien in verschiedenen Situationen expliziert wurde und die anfänglichen Zuordnungen der Bildungsgänge in einzelnen OECD-Staaten dokumentiert waren.

Daneben wurde im Auftrag von CEDEFOP, dem Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, ein Handbuch der Ausbildungsfelder erarbeitet, das die 25 im UNESCO-Dokument fixierten Bildungsfelder auf einer tieferen Ebene differenzierte und systematisch beschrieb. Unter dem Titel „Handbuch der Bildungs- und Ausbildungsfelder" (FoET 1999) existiert daneben eine unter der Ägide von EUROSTAT erweiterte Fassung, welche die akademischen Disziplinen stärker differenzierte. Diese Klassifikation wurde im internationalen Kontext verwendet, ohne jemals formell durch ein UNESCO-Gremium angenommen worden zu sein.

Im Vergleich zur ISCED 1976 zeichnete sich die ISCED 1997 durch stärkere Differenzierung der Bildungsebenen, besser operationalisierbare Hilfskriterien und eine den aktuellen Bedingungen angemessenere Perspektive aus: an Stelle des Leitmotivs sukzessiver Abfolge von Bildungsstufen rückten die in Bildungssystemen angelegten Durchstiegs- und Ausstiegsmöglichkeiten in den Vordergrund.