Öffentliche Bildungsausgaben 2017

Für die jährlich veröffentlichte Publikation „Bildung in Zahlen“ liefert die Bildungsausgabenstatistik der Statistik Austria für das Unterkapitel „Finanzierung des Bildungswesens“ Daten zu den öffentlichen Bildungsausgaben.

Diese Publikation umfasst zwei Bände, wobei im ersten Band Schlüsselindikatoren sowie Analysen und im zweiten Band Detailtabellen zum ersten Band dargestellt werden.

Während im ersten Band ein Überblick über die staatlichen Bildungsausgaben in ausgewählten Schulformen der österreichischen Bildungslandschaft gegeben wird, ermöglicht der Tabellenband tiefere Einblicke in die öffentliche Finanzierung des Bildungswesens. Beispielsweise finden sich hier die Entwicklung der staatlichen Bildungsausgaben seit dem Jahr 2000 und eine regionale Gliederung der Bildungsausgaben nach Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus sind auf einer CD-ROM detaillierte Daten für Analysezwecke verfügbar.

Die öffentlichen Bildungsausgaben beliefen sich im Jahr 2017 auf 20.097,6 Mio. Euro, wobei ein großer Teil der Ausgaben auf Allgemeinbildende Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen) in der Höhe von 5.957,2 Mio. Euro entfiel, gefolgt von Ausgaben für Universitäten mit 4.308,5 Mio. Euro.

Darüber hinaus berechnet Statistik Austria im Rahmen der jährlichen internationalen Berichterstattung an UNESCO/OECD/EUROSTAT (UOE) zum formalen Bildungswesen die Daten über öffentliche Bildungsausgaben (inklusive Forschungsausgaben für Bildungseinrichtungen) in Österreich nach der internationalen Standardklassifikation für Bildung (ISCED).

Die Bildungsausgaben des öffentlichen Sektors gemäß UOE-Meldung beliefen sich im Jahr 2017 auf 19.840,6 Mio. Euro, das entspricht einem Anteil von 5,4% des Bruttoinlandsproduktes. Der Bund (inkl. sonstiger öffentlich rechtlicher Körperschaften) tätigte mit rund 51,6% (bzw. 10.234,3 Mio. Euro) mehr als die Hälfte der Bildungsausgaben, gefolgt von den Bundesländern und Wien mit rund 35,0% (bzw. 6.949,6 Mio. Euro) sowie Gemeinden und Schulgemeindeverbänden mit rund 13,4% (bzw. 2.656,7 Mio. Euro).

Betragsmäßige Unterschiede der öffentlichen Bildungsausgaben zwischen der UOE-Meldung und der in „Bildung in Zahlen“ veröffentlichten Daten erklären sich durch den vorgegebenen Zweck. Während bei „Bildung in Zahlen“ die Verbesserung der Transparenz der Zahlungsströme im österreichischen Bildungswesen im Vordergrund steht, will die UOE durch vereinheitlichte Bewertungs- und Verbuchungsvorschriften die internationale Vergleichbarkeit der Daten ermöglichen. Aus diesem Grund werden bei der internationalen Meldung gemäß den Vorgaben des UOE-Manuals für das beamtete Personal fiktive Dienstgeberbeiträge hinzugeschätzt und Ausgaben privater Haushalte für staatliche Bildungsleistungen abgezogen, da diese in der UOE-Meldung separat erfasst werden.

Änderungen in der Berechnung nach ISCED 1997

Die Berechnung der Bildungsausgaben hat sich zunächst ab 2005 leicht geändert:

  • Die Gebarungsdaten der öffentlichen Rechtsträger wurden für die Zwecke der Publikation „Bildung in Zahlen“ bis ins Finanzjahr 2000 zurück nach Merkmalen der österreichischen Bildungslandschaft (Volksschulen, Hauptschulen usw.) umcodiert. Diese Merkmale wurden anschließend in ISCED 1997-Klassen eingeteilt, womit die vollständige Überleitung sowohl von österreichischen Merkmalen zu ISCED 1997-Merkmalen als auch umgekehrt ermöglicht wurde. In der abgebildeten Darstellung nach der ISCED 1997-Klassifikation wurde diese Umcodierung vorerst nur für die Finanzjahre 2005 bis 2011 vorgenommen, da der Überleitungsprozess in UOE-Daten eine Reihe an Gegenrechnungen erfordert. Nach österreichischer Systematik liegen vorerst Daten von 2000 bis 2012 vor.
  • Auf Landesebene wirkt sich die Umstellung der Aufarbeitung der Bildungsausgaben Allgemeinbildender Pflichtschulen größtenteils im Bereich der Ausgaben für Sonderschulen aus, was ab dem Jahr 2005 zu einer Verschiebung vom ISCED 1997-Level 3 zugunsten des ISCED 1997-Levels 2 führt. Insbesondere wurden die Aufwendungen der Landeslehrerinnen und -lehrer an Allgemeinbildenden Pflichtschulen anhand mehrfach gewichteter Lehrpersonaldaten (nach dem Beschäftigungsausmaß, Alter und Gehaltsstufen) auf die dazugehörigen Schulformen (Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen) aufgeteilt.
  • Auf Bundesebene finden sich hohe Ausgabensteigerungen zwischen 2006 und 2007 im ISCED 1997-Level 5A/6. Der Anstieg von rund 284 Mio. Euro im ISCED 1997-Level 5A/6 erklärt sich zum einen durch die Mehrausgaben der Universitäten, welche laut den einzelnen Rechnungsabschlüssen der Universitäten überwiegend das Personal betreffen. Außerdem wurden ein Teil der Ausgaben der Pädagogischen Akademien zum ISCED 1997-Level 5A/6 gerechnet, da diese ab Oktober 2007 zu Pädagogischen Hochschulen umgewandelt wurden. Aufgrund dieser Verschiebung kommt es zu verminderten Ausgaben für 2007 im Bereich ISCED 1997 5B im Vergleich zum Jahr 2006.
  • Die hochschulrelevanten Ansätze auf Gemeindeebene im ISCED 1997-Level 5A/6 enthalten im Wesentlichen Zahlungen für Fachhochschul- und Hochschulvereine, Studienbeihilfen und Stipendien für Hochschüler und Hochschülerinnen sowie Studentenheime.

Änderungen in der Berechnung nach ISCED 2011

Die revidierte International Standard Classification of Education 2011 (ISCED), die die bisherige ISCED 1997-Klassifikation ablöst, kam erstmals im Zuge der Berechnungen für das Berichtsjahr 2012 zur Anwendung. In diesem Rahmen kam es zu einzelnen Neuklassifizierungen einiger Schultypen, was auch eine Vielzahl an methodischen Änderungen mit sich brachte. Die quantitativ wichtigsten Änderungen betreffen die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen. Während sie unter ISCED 1997 zur Gänze Level 3 zugerechnet wurden, werden die 4. und 5. Jahrgänge in ISCED 2011 nunmehr Level 5 zugeordnet. Ebenso können nunmehr die Horte, die unter ISCED 1997 noch in Level 0 enthalten waren, dank methodischer Verbesserungen herausgerechnet werden, was sich negativ auf die Ausgaben im Primarbereich auswirkte.

In der abgebildeten Darstellung nach der ISCED 2011-Klassifikation liegen vorerst nur Daten ab dem Finanzjahr 2012 vor, da die Rückrechnung umfangreiche Gegenrechnungen erfordert, eine schrittweise Revision bis ins Jahr 2000 ist jedoch geplant.

Weiterführende Erläuterungen

Bund

Nach Art. 14 B-VG (Bundes-Verfassungsgesetz) ist der Bund der Erhalter von weiterführenden sowie höheren Schulen und Hochschulen, wodurch sich einerseits die hohen Ausgaben für die Oberstufe an Allgemeinbildenden höheren Schulen sowie an Berufsbildenden Schulen ab der 9. Schulstufe (ISCED-Level 3) erklären lassen. Andererseits ist der hohe Anteil des Bundes im ISCED-Level 5A/6 bedingt durch Globalbudgetüberweisungen an die 21 im UG 2002 genannten Universitäten, Transferzahlungen an die Fachhochschulträger sowie Aufwendungen für bildungsrelevante Teile der Familienbeihilfe.

Bundesländer ohne Wien

Der Großteil der Bildungsausgaben der Länder entfällt auf Personalaufwendungen für die Landeslehrerinnen und Landeslehrer im Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Pflichtschulwesen. Dabei muss aber auf die hohen Transferzahlungen gemäß § 4 Abs. 1 FAG hingewiesen werden, wonach der Bund den Ländern die Aktivitätsbezüge der unter ihrer Diensthoheit stehenden Lehrerinnen und Lehrer einschließlich der Landesvertragslehrerinnen und -lehrer an öffentlichen Allgemeinbildenden Pflichtschulen zu 100% sowie an Berufsbildenden Pflichtschulen zu 50% ersetzt. Nach den UOE-Vorgaben werden diese Transfers bei den Ländern als Bildungsausgaben erfasst.

Wien

Die Ausgaben Wiens mit der Sonderstellung als Land und Gemeinde werden jährlich separat ermittelt. Aufgrund dieser Sonderstellung weist Wien sowohl hohe Ausgaben im Elementarbereich als auch im Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Pflichtschulwesen auf.

Gemeinden ohne Wien

Die Ausgaben der Vielzahl an Gemeinden als Erhalter von Kindergärten sowie Schulen der ISCED-Level 1 und 2 gehen vor allem zurück auf Personalaufwendungen im Elementarbereich und auf Sachaufwendungen an Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnischen Schulen.

Schulgemeindeverbände

Schulgemeindeverbände unter Vernachlässigung von Musikschulverbänden spielen nur in den Bundesländern Kärnten, Tirol, Vorarlberg und besonders in Niederösterreich eine Rolle. Der Großteil entfällt auf Hauptschulverbände, die im ISCED-Level 2 enthalten sind.

Staatliche Bildungsausgaben 2015 - 2017 nach Ausgabenarten und Bildungseinrichtungen, österreichische Systematik
Staatliche Bildungsausgaben 2017 nach Ebenen und Bildungseinrichtungen, österreichische Systematik
Staatliche Bildungsausgaben 2017 nach regionaler Gliederung und Bildungseinrichtungen, österreichische Systematik
Staatliche Bruttotransfers 2017 nach Ebenen und Bildungseinrichtungen
Öffentliche Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen und Gebietskörperschaften 2000 bis 2011, ISCED 1997-Klassifikation
Öffentliche Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen 2000 bis 2011, ISCED 1997-Klassifikation
Öffentliche Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen 2012 bis 2017, ISCED 2011-Klassifikation
Öffentliche Bildungsausgaben nach Bildungsbereichen und Gebietskörperschaften 2012 bis 2017, ISCED 2011-Klassifikation

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Bildung in Zahlen 2017/18 - Schlüsselindikatoren und Analysen

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