Pressemitteilung: 11.537-097/17

Einbürgerungen im ersten Quartal 2017 um 16,1% auf 2.422 Personen gestiegen

Wien, 2017-05-16 – In den ersten drei Monaten des Jahres 2017 wurde die österreichische Staatsbürgerschaft insgesamt an 2.422 Personen verliehen, darunter 21 Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland hatten. Insgesamt waren es laut Statistik Austria um 16,1% mehr Einbürgerungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2.086 Einbürgerungen). Der seit dem Jahr 2011 beobachtbare Trend steigender Einbürgerungszahlen setzte sich damit vorläufig fort. Mehr als ein Drittel der eingebürgerten Personen ist bereits in Österreich geboren (889 bzw. 36,7%). Die meisten neuen Österreicherinnen und Österreicher waren vor der Einbürgerung Staatsangehörige von Bosnien und Herzegowina (368 Personen oder 15,2%), gefolgt von der Türkei (223), dem Kosovo (166), Serbien (159), Afghanistan (126) und Indien (117). Mehr als die Hälfte der Eingebürgerten 2016 waren Frauen (52,1%), der Anteil der minderjährigen Kinder (unter 18 Jahre alt) betrug 38,3%.

In fünf Bundesländern wurden im ersten Quartal 2017 mehr Personen eingebürgert als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Zuwächse waren in Wien (+52,3% auf 1.069 Einbürgerungen) und in Kärnten (+49,2% auf 97) am deutlichsten, gefolgt von Niederösterreich (+25,2% auf 328) und Salzburg (+18,2% auf 130). Geringere Zunahmen gegenüber dem 1. Quartal 2016 wurden in der Steiermark (+1,5% auf 204) verzeichnet. Die Zahl der Einbürgerungen gingen im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr im Burgenland (-29,7% auf 26), Oberösterreich (-23,7% auf 313), Vorarlberg (-16,4% auf 92) und Tirol (-13,9% auf 142) zurück.

Mehr als die Hälfte aller Einbürgerungen im ersten Quartal 2017 erfolgte aufgrund eines Rechtsanspruchs: Dieser Anteil machte 1.329 Personen bzw. 54,9% aus. Darunter wurden 844 Personen nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz in Österreich und aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen eingebürgert (z. B. Geburt in Österreich, asylberechtigt oder EWR-Staatsangehörigkeit, §11a, Abs. 4), 98 Personen aufgrund eines mindestens 15-jährigen Wohnsitzes in Österreich und nachhaltiger Integration (§12, Abs. 1, Z. 1). 210 Personen wurde die österreichische Staatsbürgerschaft aufgrund der Ehe mit einem Österreicher bzw. mit einer Österreicherin (§11a, Abs. 1 u. Abs. 2) verliehen. Weitere 322 Personen erhielten die Staatsbürgerschaft im Ermessen (13,3%), darunter 311 Personen nach mindestens zehnjährigem Wohnsitz (§10, Abs. 1). Unter dem Titel Erstreckung der Verleihung wurden 101 Ehegatten (§16) sowie 670 Kinder (§17) eingebürgert.

Detaillierte Ergebnisse sowie weitere Informationen zu den Einbürgerungen finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Die Statistik der Einbürgerungen basiert auf den Angaben aus den rechtskräftigen Bescheiden der Ämter der Landesregierungen Österreichs über die Verleihung der Staatsbürgerschaft und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres durchgeführt. Die Statistik der Einbürgerungen dokumentiert sämtliche durch Willenserklärung des Erwerbers und nachfolgendem Behördenakt bewirkte Arten des Erwerbs der Staatbürgerschaft nach StbG 1985, idF Novelle 2013 (§§ 10 bis 17, 25, 57, 58c und 64a), nicht hingegen die automatischen Erwerbsarten wie Geburt oder Legitimation eines nichtehelichen Kindes. Die Einbürgerungsstatistik umfasst sowohl Einbürgerungen von in Österreich als auch von im Ausland wohnhaften Personen.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Anita MIKULASEK, Tel.: +43 (1) 71128-7275 bzw. anita.mikulasek@statistik.gv.at

 

Einbürgerungen im 1. Quartal 2017 – vorläufige Ergebnisse
Wohnbundesland bzw. Ausland1. Quartal 2017
InsgesamtVeränderung in %1)Rechtsgrund2)
ErmessenAnspruchErstreckung
Österreich
(einschl. Ausland)
2.42216,13221.329771
Burgenland26-29,71214
Kärnten9749,2126322
Niederösterreich32825,26116899
Oberösterreich313-23,737167109
Salzburg13018,2236740
Steiermark2041,52812353
Tirol142-13,9257839
Vorarlberg92-16,495726
Wien1.06952,3123567379
Ausland21-12,5318-

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