Monitoring der UN Agenda 2030

Internationale Entwicklung

  • Die Inter-agency and Expert Group on SDG Indicators (IAEG-SDGs) wurde mit der Ausarbeitung eines globalen SDG-Indikatorenrahmenwerks zur UN Agenda 2030 betraut. Der daraus resultierende Vorschlag, bestehend aus rund 240 Indikatoren, wurde während der Sitzung der UN Statistical Commission (8.-11. März 2016) als ein praktischer Ausgangspunkt begrüßt. Dabei wurde festgehalten, dass die IAEG-SDGs eine weitere Feinabstimmung der Indikatoren vornehmen soll. Für Nordamerika und Europa sind seit Mai 2017 Frankreich, Deutschland, Niederlande, Schweden, Russland, Weißrussland und Kanada in der IAEG-SDGs vertreten (Rotationsprinzip), wobei die Niederlande 2019 zu Gunsten Irlands hinausrotierten. Eurostat hat Beobachterstatus.
  • Die UN-Indikatorenliste wird auf globaler Ebene seit ihrer Erstellung jährlich verfeinert bzw. weiterentwickelt, wobei eine umfassende Prüfung des gesamten Indikatorensets für 2020 und 2025 vorgesehen ist. Besonderes Augenmerk wird auf die erhöhte Verfügbarkeit von Indikatoren gelegt. Die Gesamtzahl der Indikatoren soll sich dabei nicht wesentlich ändern. Entsprechend wurde 2019 ein umfassender Konsultationsprozess zur globalen Überarbeitung des UN-Indikatorensets gestartet und Anfang 2020 abgeschlossen, dabei waren auch alle Statistikinstitutionen aktiv eingebunden. Die Liste von Änderungsvorschlägen wurde der Statistischen Kommission der Vereinten Nationen auf ihrer 51. Sitzung im März 2020 zur Prüfung vorgelegt. Die offizielle Liste der globalen Indikatoren zur Agenda 2030 enthält nun 247 Indikatoren (bzw. 231 Indikatoren mit teilweiser Mehrfachnennung).
  • Durch diese Indikatoren soll es möglich sein, festzustellen, ob die beabsichtigten Verbesserungen tatsächlich eintreten, bzw. wo möglicherweise noch größere Anstrengungen erforderlich sind. Auf nationaler Ebene sollen unabhängige Statistikinstitute wie Statistik Austria eine Schlüsselrolle beim begleitenden Monitoring der SDGs einnehmen.
  • Für die statistischen Systeme werden auf nationaler und internationaler Ebene Investitionen nötig sein, um die größten Datenlücken im Monitoring der Agenda 2030 zu schließen.
  • Eine strategische Führung im Aufbau statistischer Kapazitäten und in der Koordinierung von Partnerschaften zur Schließung von Datenlücken nimmt die High-level Group for Partnership, Coordination and Capacity-Building for statistics for the 2030 Agenda for Sustainable Development (HLG-PCCB) ein. Ihr fällt auch die Aufgabe der Konsistenzprüfung zwischen globalem und nationalem Reporting und Monitoring zu.
  • Auch zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und die Wissenschaft beschäftigen sich mit dem Monitoring der Agenda 2030, wie beispielsweise die Bertelsmann Stiftung und das Sustainable Development Solutions Network mit einem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht mit SDG-Index.

Regionale Entwicklung

  • Auf der regionalen Ebene unterstützt die United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) die europäischen Länder bei der Umsetzung der globalen Ziele, etwa durch die Entwicklung statistischer Empfehlungen und durch Capacity Building. Eurostat übernimmt auf EU-Ebene die regionale Berichterstattung zu den SDG-Indikatoren.
  • In den am 20. Juni 2017 vom EU Rat angenommenen Council Conclusions zu „Eine nachhaltige Zukunft für Europa: Reaktion der EU auf die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ (PDF, 210 KB) wird festgehalten, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten fest entschlossen sind, die Agenda 2030 vollständig umzusetzen und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung zu verwirklichen. 2019 brachte die EU das Reflexionspapier „Auf dem Weg zu einem Nachhaltigen Europa bis 2030“ heraus. Mit diesem soll eine zukunftsorientierte Debatte über nachhaltige Entwicklung in Europa unter Berücksichtigung der Agenda 2030 eingeleitet werden.
  • Das Monitoring der SDGs wurde auf bereits existierende, gemeinsame Zielvorgaben der Europäischen Union abgestimmt. Es wurden von Eurostat 100 Indikatoren aus dem Europäischen Statistischen System festgelegt, welche den 17 Zielen (Goals) und nicht den Unterzielen (Targets) der Agenda 2030 zugeordnet sind.
  • Eurostat bereitet im Bereich »Indikatoren der Nachhaltigen Entwicklung« das SDG-Indikatorenset für verschiedene Usergruppen umfassend auf. Zur Verfügung stehen neben dem Bericht „Sustainable development in the European Union — Monitoring report on progress towards the SDGs in an EU context — 2019 edition“ verschiedene Möglichkeiten der interaktiven Auseinandersetzung mit der Agenda 2030, etwa im Rahmen einer Fortschrittsdarstellung.
  • 2016 stellte Eurostat eine Kategorisierung nach Relevanz und Verfügbarkeit der UN-Indikatoren zur Verfügung (SDG Data Gaps at EU-Level), die von Statistik Austria zum Teil übernommen werden konnte.
  • Eine Koordination oder Harmonisierung der nationalen Indikatorensets durch Eurostat ist jedoch nicht vorgesehen. Dadurch ergeben sich teilweise deutliche Unterschiede in der Auswahl der verwendeten Indikatoren auf nationaler Ebene und jener auf EU-Ebene.

Nationale Entwicklung

  • Im Frühjahr 2020 wurde durch Statistik Austria der erste nationale SDG-Indikatorenbericht zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in Österreich veröffentlicht. Der Bericht baut auf dem nationalen SDG-Indikatorenset auf, zeigt die Entwicklung der Indikatoren von 2010 bis 2018 auf und bietet Hauptaussagen und zentrale Trends. Er liefert damit wesentliche Informationen für den ersten freiwilligen nationalen Umsetzungsbericht im Juli 2020.
  • Die UN Agenda 2030 legt fest, dass das UN-Indikatorenset durch weitere Datensets auf regionaler und nationaler Ebene ergänzt werden soll, die nationalen bzw. regionalen Realitäten Rechnung tragen. Statistik Austria hat deshalb, als nationales Statistisches Institut, die Erstellung des nationalen SDG Indikatorensets übernommen. Für die Datensammlung und Weiterentwicklung sind umfassende Koordinierungstätigkeiten notwendig, da auch wesentliche Informationen von Ministerien, dem Umweltbundesamt oder der Austrian Development Agency (ADA) in das Datenset einfließen.
  • Die nationalen SDG-Indikatorentabellen wurden erstmals 2017 veröffentlicht und werden seither jährlich weiterentwickelt. Bei der Auswahl der Indikatoren wurde darauf geachtet, diese möglichst eng an die UN-Vorschläge anzunähern. Berücksichtigt werden mussten dabei nationale Definitionen und Vorgaben sowie jene des Europäischen Statistischen Systems (ESS).
  • Im Gegensatz zum EU-SDG-Datenset, welches sich an den Zielen, aber nicht an den Unterzielen der Agenda 2030 orientiert, konnte für das österreichische Datenset eine sehr gute Anbindung an die UN-Vorschläge erreicht werden.
  • Aktuell stehen rund 200 Indikatoren zur Verfügung, die Zeitreihen beginnen je nach Datenverfügbarkeit mit dem Berichtsjahr 2010.
  • Das nationale Indikatorenset ist auf der Webseite von Statistik Austria abrufbar (im Karteireiter „Tabellen“). Das Set wird laufend erweitert und überarbeitet. Einerseits sind noch Indikatoren in Entwicklung, andererseits können auch weitere Indikatoren, welche bisher nicht berücksichtigt wurden, einfließen. Zudem sollen zukünftig Disaggregierungen der Daten (z.B. nach Geschlecht) vorgenommen werden. Dabei werden auch internationale Entwicklungen und Vorgaben beachtet.
Ziel 01 - Keine Armut - Indikatoren
Ziel 02 - Kein Hunger - Indikatoren
Ziel 03 - Gesundheit und Wohlergehen - Indikatoren
Ziel 04 - Hochwertige Bildung - Indikatoren
Ziel 05 - Geschlechtergleichheit - Indikatoren
Ziel 06 - Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen - Indikatoren
Ziel 07 - Bezahlbare und saubere Energie - Indikatoren
Ziel 08 - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum - Indikatoren
Ziel 09 - Industrie, Innovation und Infrastruktur - Indikatoren
Ziel 10 - Weniger Ungleichheit - Indikatoren
Ziel 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden - Indikatoren
Ziel 12 - Nachhaltige/r Konsum und Produktion - Indikatoren
Ziel 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz - Indikatoren
Ziel 14 - Leben unter Wasser - Indikatoren
Ziel 15 - Leben an Land - Indikatoren
Ziel 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen - Indikatoren
Ziel 17 - Partnerschaften zur Erreichung der Ziele - Indikatoren

UN Agenda 2030 Monitoring & IndikatorenPreis in € *)Kostenloser Download

 
 

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in Österreich – SDG‑Indikatorenbericht; Endbericht 2020

Erscheinungsdatum: 05/2020

 
 

19,00

 
 

(PDF, 17 MB)




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