Pressemitteilung: 11.823-134/18

2017 gab es weniger Straßenverkehrsunfälle und Verletzte, Zahl der Verkehrstoten auf Tiefststand

Wien, 2018-07-11 – Auf Österreichs Straßen gab es 2017 weniger Verkehrsunfälle, Verletzte und Getötete als im Jahr davor: Laut Statistik Austria wurden bei 37.402 Unfällen (-1.064; -2,8%) 47.258 Personen verletzt (-1.135; -2,3%) und 414 getötet. Damit sank die Zahl der Verkehrstoten um 18 oder 4,2% gegenüber 2016, womit das bislang geringste Ergebnis seit 1961, dem Beginn der einheitlich geführten Unfallstatistik, erreicht wurde (siehe Tabelle 1). Im Durchschnitt bedeutet dies pro Tag 102 Unfälle, 129 Verletzte und alle 21 Stunden ein Todesopfer (1,1 pro Tag). Weniger Verkehrstote als 2016 gab es in Niederösterreich (93; -19), Tirol (29; -16), Oberösterreich (82; -8) und Kärnten (30; -3).

Unter den Verkehrstoten überwiegend Männer

Während von 100 Verletzten 56 Männer und 44 Frauen waren, starben durch Verkehrsunfälle nach wie vor hauptsächlich Männer: Drei Viertel (310) der Verkehrstoten waren Männer, ein Viertel (104) Frauen. Den negativen Spitzenwert wiesen die 20- bis 54-Jährigen auf, in deren Altersgruppe von 100 Getöteten sogar 82 Männer waren.

Drei Viertel aller Verkehrstoten auf Freilandstraßen, mehr Todesopfer auf Autobahnen

Der Großteil der Unfälle (63%) ereignete sich auf Straßen im Ortsgebiet und forderte 26% aller Todesopfer. 74% aller Verkehrstoten hingegen sind auf jene 37% der Unfälle zurückzuführen, die sich auf Freilandstraßen – und damit auf höheren Geschwindigkeitsniveaus – ereigneten.

Auf Autobahnen gab es mit 2.093 Unfällen etwa gleich viele wie im Jahr davor (-1,0%), mit 50 Getöteten (+15 gegenüber 2016) wurde jedoch die höchste Zahl seit 2012 (51) registriert. Der folgenschwerste Unfall des Jahres ereignete sich im September 2017 auf der Wiener Außenring Autobahn und forderte 5 Todesopfer.

35% aller Todesopfer bei Alleinunfällen mit nur einem beteiligten Fahrzeug

146 Getötete, das sind 35% der Gesamtzahl, gingen auf das Konto sogenannter Alleinunfälle, also Unfälle ohne weitere Unfallbeteiligte, deren Hauptunfallursachen nach Einschätzung der Polizei nicht angepasste Geschwindigkeit und Unachtsamkeit bzw. Ablenkung waren. Sie machten 27% aller Unfälle mit Personenschaden aus. Es handelt sich dabei vor allem um Unfälle durch Abkommen von der Fahrbahn, wobei der Aufprall auf feste Objekte wie Bäume, Lichtmaste oder Brückenfundamente die Unfallschwere erhöht. Mehr als ein Drittel (36%) der tödlichen Alleinunfälle ereignete sich in den Nachtstunden zwischen 21 Uhr und 6 Uhr Früh.

Im Vergleich dazu forderten Frontal- und Streifkollisionen mit zumindest zwei beteiligten Fahrzeugen knapp 100 Todesopfer.

Zahl der Getöteten bei Pkw, Motorrad und Fußgängern unverändert; weniger Getötete mit Fahrrad

182 (-7 gegenüber 2016) bzw. 44% aller Verkehrstoten waren zum Zeitpunkt des Unfalls Pkw-Insassen, das ist das bislang niedrigste Ergebnis seit 1961. 20% entfielen auf Motorradfahrer (83; -2), 18% auf Fußgänger (73 wie im Jahr davor), 8% auf Radfahrer (32; -16) und 3% auf Mopedfahrer (13; +6; siehe Tabelle 2).

Jeder 16. Unfall ist ein Alkoholunfall; mehr Todesopfer bei Alkoholunfällen

Bei 2.291 Unfällen (6,1% aller Unfälle) waren alkoholisierte Lenker oder Fußgänger beteiligt, um 132 oder 5,4% weniger als im Jahr 2016. Die Zahl der bei diesen Unfällen verletzten Personen sank um 201 oder 6,4% auf 2.932. Mit 33 Todesopfern wurde hingegen ein deutlicher Anstieg verzeichnet (+11; siehe Tabelle 1).

Rund 2.800 Kinder verletzt, 8 getötet

Die Zahl der Unfälle mit Kindern bis zum 14. Lebensjahr blieb mit 2.568 im Jahr 2017 so gut wie unverändert, 2.780 Kinder wurden verletzt (-78; 2,7%), weitere 8 Kinder getötet – im Jahr davor waren es 7 (siehe Tabelle 1).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Statistik der Straßenverkehrsunfälle finden Sie auf unserer Webseite; Daten zu Straßenverkehrsunfällen 2013 bis 2017 finden sich auch in der "Interaktiven Verkehrsunfallkarte", die jährlich aktualisiert wird.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Mit 1. Jänner 2012 erfolgte eine weitreichende Änderung der Erhebungsmethode von einer Erhebung mittels Unfallzählblättern auf eine elektronische, an die Erstellung der Verkehrsunfallanzeige gekoppelte Meldung durch die Polizei. Es fließen nun auch nachträglich bekannt gewordene Erhebungsergebnisse sowie nachträgliche Verletzungsanzeigen in die Statistik ein. Dadurch ergab sich ab dem Berichtsjahr 2012 ein Zeitreihenbruch. Aufgrund der geänderten Erhebungsmethode ist ein direkter Vergleich der Ergebnisse vor 2012 mit jenen ab 2012 nicht zulässig.  
Ein Straßenverkehrsunfall mit Personenschaden liegt vor, wenn infolge des Straßenverkehrs auf Straßen mit öffentlichem Verkehr Personen verletzt oder getötet wurden und daran zumindest ein in Bewegung befindliches Fahrzeug beteiligt war.  
Als Verkehrstote gelten Personen, die entweder am Unfallort oder innerhalb von 30 Tagen, gerechnet ab dem Unfallereignis, an den Unfallfolgen verstorben sind.  
Schwere Verletzung: gemäß §84 StGB eine länger als 24 Tage dauernde Gesundheitsschädigung oder Berufsunfähigkeit oder eine an sich schwere Verletzung oder Gesundheitsschädigung.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Eva DIETL, Tel.: +43 (1) 71128-7553 bzw. eva.dietl@statistik.gv.at und  
Eveline PFEILER, Tel.: +43 (1) 71128-7223 bzw. eveline.pfeiler@statistik.gv.at

 

Tabelle 1: Unfallgeschehen 2014 bis 2017
 JahresergebnisseVeränderung 2016/2017
2014201520162017absolutin %
Unfallgeschehen insgesamt
Unfälle
37.95737.96038.46637.402-1.064-2,8
Verletzte
47.67047.36648.39347.258-1.135-2,3
Getötete1)
430479432414-18-4,2
Unfallgeschehen mit alkoholisierten Beteiligten
Alkoholunfälle
2.2732.3052.4232.291-132-5,4
Verletzte
2.9592.9353.1332.932-201-6,4
Getötete1)
32282233+11+50,0
Unfallgeschehen mit Kindern (0 bis 14 Jahre)
Unfälle mit Kindern 2.5662.3872.5832.568-15-0,6
Verletzte Kinder 2.7942.5892.8582.780-78-2,7
Getötete Kinder1) 81178+1+14,3
Unfallgeschehen mit schweren Lkw über 3,5t
Unfälle mit schweren Lkw 1.1171.1681.2911.379+88+6,8
Verletzte
1.4471.4961.6681.717+49+2,9
Getötete1)
51667452-22-29,7
Tabelle 2: Verletzte und Getötete 2017 nach Verkehrsarten (Reihung nach Anteilen; Veränderung)
Verkehrsarten
VerletzteVerkehrsartenGetötete1)
absolutAnteil an Gesamt in %Veränderung 2016/2017 in %absolutAnteil an Gesamt in %Veränderung 2016/2017 in %
Pkw25.38153,7-3,4Pkw18244,0-3,7
Fahrrad7.49315,9+2,2Motorrad8320,1-2,4
Motorrad4.1208,7-0,2Fußgänger7317,6±0,0
Moped3.8888,2-2,1Fahrrad327,7-33,3
Fußgänger3.8638,2-3,1Lkw bis 3,5t163,9+60,0
Lkw bis 3,5t8161,7+2,4Moped133,1+85,7
Andere1.6973,6-11,3Andere153,6-25,0
Insgesamt47.258100,0-2,3Insgesamt414100,0-4,2

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