Umweltorientierte Produktion und Dienstleistung – EGSS

Der Bereich Umweltorientierte Produktion und Dienstleistung umfasst zum einen die Gesamtheit der Tätigkeiten zur Messung, Vermeidung, Verringerung, Beschränkung oder Behebung von Umweltschäden. Darin eingeschlossen sind umweltschonende bzw. weniger umweltschädliche Technologien, Verfahren und Produkte, die die Umweltrisiken verringern und die Umweltverschmutzung auf ein Mindestmaß beschränken.

Zum anderen fokussiert sie auf den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Dies resultiert hauptsächlich in ressourceneffizienten Gütern, Technologien und Dienstleistungen.

Um die Umweltwirtschaft in einer umfassenden und international vergleichbaren Form darstellen zu können, wurde von EUROSTAT – u. a. unter Mitarbeit der Bundesanstalt Statistik Österreich – die Methode „The Environmental Goods and Services Sector“ = EGSS entwickelt.

Ziel dieser Statistik ist, konsistente, detaillierte Daten aus möglichst allen europäischen Staaten zu erhalten um Analysen zu Umsatzwachstum, Wertschöpfung, Exporten sowie Beschäftigungsentwicklung im Bereich der Umwelt zu ermöglichen.

Die endgültigen Ergebnisse weisen für Österreich im Jahr 2017 im Bereich der umweltorientierten Produktion und Dienstleistung einen Umweltumsatz von 36,5 Mrd. Euro, eine Bruttowertschöpfung von 14,2 Mrd. Euro sowie einen Umweltexport von 10,8 Mrd. Euro aus. 186.099 Beschäftigte waren in diesen Wirtschaftsbereichen tätig. Dies entspricht einem Äquivalent von 161.945 Vollzeiteinheiten. 39,8% des Umweltumsatzes, 44,7% der Bruttowertschöpfung beziehungsweise 26,5% der Umweltexporte entfielen auf Umweltschutzaktivitäten. Diese wurden von 52,6% der Umweltbeschäftigten (52,5% in Vollzeiteinheiten) erbracht. Des Weiteren wurden 60,2% des Umsatzes, 55,3% der Bruttowertschöpfung sowie 73,5% der Exporte von 47,4% der Beschäftigten (47,5% in Vollzeiteinheiten) über das Ressourcenmanagement erwirtschaftet. 43,9% der Umweltbeschäftigten (40,8% in Vollzeiteinheiten) waren 2017 im Dienstleistungsbereich (inkl. Hilfstätigkeiten) aktiv und erzielten dabei 39,2% des Umweltumsatzes, 46,4% der umweltbezogenen Bruttowertschöpfung respektive 7,7% der Umweltexporte. 26,6% des Umsatzes, 26,2% der Bruttowertschöpfung, 14,7% der Exporte und 33,4% der Beschäftigten (35,6% der Vollzeiteinheiten) betrafen die Herstellung umweltfreundlicher Güter. Verbundene Güter kamen auf 7,5% des Umsatzes, 5,8% der Bruttowertschöpfung, 9,5% der Exporte sowie 5,8% der Beschäftigten (6,1% der Vollzeiteinheiten). End-of-pipe Technologien erbrachten 4,2% des Umsatzes, 3,5% der Bruttowertschöpfung beziehungsweise 9,3% der Exporte mit 2,8% der Beschäftigten (3,1% der Vollzeiteinheiten). Integrierte (saubere) Technologien erwirtschafteten 22,5% des Umsatzes, 18,2% der Bruttowertschöpfung sowie 58,9% der Umweltexporte. 14,0% der Beschäftigten (14,4% der Vollzeiteinheiten) waren in diesem Bereich tätig.

Die Energie dominiert die Umweltwirtschaft: das „Management der Energieressourcen“ erbrachte 2017 mit 35,9% der Beschäftigten (rund 66.800 Personen) 49,7% des Umsatzes (18,1 Mrd. Euro) der Umweltwirtschaft. Die Bruttowertschöpfung machte einen Anteil von 44,0% (6,3 Mrd. Euro) an der umweltbezogenen Bruttowertschöpfung aus. Die Exporte lagen bei einem Anteil von 67,5% (7,3 Mrd. Euro) der gesamten Umweltexporte. Die Zahl der Umweltbeschäftigten in Vollzeiteinheiten machte rund 58.200 (36,0%) aus. Dieser Umweltbereich umfasst ein weites Feld an Aktivitäten wie beispielsweise die Bereitstellung von erneuerbarer Energie, die Produktion von erneuerbaren Energietechnologien, Niedrigenergiehäuser und die energetische Gebäudesanierung. Der Bereich Schutz und Sanierung von Boden, Grund- und Oberflächenwasser beinhaltet als Umweltgut unter anderem die Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft. Mit 19,8% der Umweltbeschäftigten (20,9% der Vollzeiteinheiten) - im Vergleich zu 6,6% des Umweltumsatzes, 8,9% der Bruttowertschöpfung beziehungsweise 2,4% der Exporte - ist dieser Bereich sehr beschäftigungsintensiv. Die klassischen Umweltschutzaktivitäten Gewässerschutz und Abfallwirtschaft generierten ebenfalls bedeutende Umsatz-, Bruttowertschöpfungs-, Export- und Beschäftigtenanteile.

Unter Einbeziehung der Beschäftigten im öffentlichen Verkehr gab es 2017 in Österreich 214.340 Umweltbeschäftigte. Das Methodenhandbuch EGSS schließt den öffentlichen Verkehr explizit aus. Es wird zwar anerkannt, dass es nachhaltige Transportaktivitäten gibt, in denen Transportmittel mit geringeren Auswirkungen auf die Umwelt verwendet werden, der Hauptzweck der Transportaktivitäten ist dennoch nicht umweltbezogen. Da der öffentliche Verkehr aber erwiesenermaßen umweltfreundlicher als der Individualverkehr ist, werden die Beschäftigten als Zusatzinformation zur Umweltorientierten Produktion und Dienstleistung ausgewiesen.

Umweltorientierte Produktion und Dienstleistung (EGSS)

Überblick über die Umweltwirtschaft 2008 bis 2017 mit Abschätzung des öffentlichen Verkehrs
Überblick Umweltwirtschaft 2008 bis 2017
Management der Energieressourcen 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft 2008 bis 2017 nach Gütern, Technologien und Dienstleistungen - Aktivitätsbereichen
Umweltwirtschaft 2008 bis 2017 nach Umweltbereichen
Umweltwirtschaft 2008 bis 2017 nach Umweltbereichen – Güter, Technologien und Dienstleistungen
Umweltwirtschaft 2008 bis 2017 nach Wirtschaftsabteilungen
Umweltwirtschaft im Burgenland 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft in Kärnten 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft in Niederösterreich 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft in Oberösterreich 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft in Salzburg 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft in der Steiermark 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft in Tirol 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft in Vorarlberg 2008 bis 2017
Umweltwirtschaft in Wien 2008 bis 2017

Leistungen der Öko Industrien

Leistungen der Öko-Industrien 2007 und 2008

Infografk Umweltorientierte Produktion und Dienstleistung 2015


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