Materialflussrechnung

Mit Hilfe der Materialflussrechnung ist es möglich, die physischen Austauschprozesse zwischen Gesellschaft und Natur abzubilden. Dabei wird der Materialdurchfluss in vier großen Materialströmen - Biomasse, Metalle, nichtmetallische Minerale und fossile Energieträger - dargestellt.

Der direkte Materialinput (DMI) lag 2019 bei insgesamt 234,6 Millionen Tonnen und der Inlandsmaterialverbrauch (DMC) bei insgesamt 169,0 Millionen Tonnen. Der Anteil der Inlandsentnahme am gesamten direkten Materialinput lag bei 57,9%, wobei der größte Teil auf nichtmetallische Minerale entfiel. Importe gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung. Im Jahr 2019 wurden 98,7 Millionen Tonnen importiert. Die Exporte lagen 2019 bei 65,6 Millionen Tonnen und waren damit mengenmäßig deutlich geringer als die Importe. Sie sind allerdings ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, da es sich dabei im Wesentlichen um höher verarbeitete Güter handelt, die auch höhere Preise erzielen.

Ein nicht unbeträchtlicher Anteil des eingesetzten Materials geht als Emissionen und Abfälle an die Natur zurück oder wird gezielt (beispielsweise als Dünger) ausgebracht. Insgesamt betrug die Abgabe an die Natur (DPO) im Jahr 2019 rund 96,3 Millionen Tonnen. Luftemissionen machen davon rund 95% aus.

Knapp drei Viertel des gesamten Materialumsatzes sind nicht erneuerbare Rohstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas, mineralische Materialien), das heißt, dass nur ein Viertel des Materialdurchsatzes den erneuerbaren Rohstoffen wie Biomasse angehört.

In Österreich ist der direkte Materialinput (DMI) von 2000 bis 2019 um 15,8% angestiegen, der Inlandsmaterialverbrauch (DMC) hingegen lediglich um 4,2%. Da das Bruttoinlandsprodukt im selben Zeitraum um 33,4% wuchs, konnte die Ressourcenproduktivität (BIP/DMC) seit 2000 deutlich gesteigert werden. Die Ressourcenproduktivität gibt an, wie viel wirtschaftliche Leistung in Euro pro Tonne Materialeinsatz erwirtschaftet wird - 2019 waren es rund 2.215 Euro gegenüber 1.730 Euro Wertschöpfung pro Tonne im Jahr 2000.

Die für die Erstellung der Materialflussrechnungen verwendeten Methoden entsprechen den europäischen Anforderungen, welche basierend auf der Verordnung (EU) Nr. 691/2011 über europäische umweltökonomische Gesamtrechnungen sowie auf den damit verbundenen Methodenhandbüchern vorliegen. Diese wiederum basieren auf den internationalen statistischen Standards, die durch das System of Environmental-Economic Accounting Central Framework (SEEA – CF) der Vereinten Nationen festgelegt wurden.

Ab dem Berichtsjahr 2011 unterliegt die Materialflussrechnung der Berichtspflicht an Eurostat. Die MFA-Datenreihen werden jährlich zurück bis zum Jahr 2000 aktualisiert bzw. revidiert, sie liegen aber seit 1960 in einer grundsätzlich in sich konsistenten Zeitreihe vor.