Materialflussrechnung

Mit Hilfe der Materialflussrechnung ist es möglich, den physischen Austauschprozess zwischen Gesellschaft und Natur abzubilden. Dabei wird der Materialdurchfluss in vier großen Materialströmen - Biomasse, Metallische Erze, Nichtmetallische Minerale und fossile Energieträger - dargestellt.

Der Anteil der inländischen Materialentnahme am gesamten Materialinput (inländische Entnahme plus Importe) liegt bei 57,6%, wobei der größte Teil auf Nichtmetallische Minerale entfällt. Rund 28% des Materialinputs – hauptsächlich mineralische und biotische Rohstoffe, Holz sowie Halb- und Fertigwaren – werden exportiert.

Ein nicht unbeträchtlicher Anteil des eingesetzten Materials geht als Emissionen und Abfälle an die Natur zurück oder wird gezielt (beispielsweise als Dünger) ausgebracht. Knapp drei Viertel des gesamten Materialumsatzes sind nicht erneuerbare Rohstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas, mineralische Materialien), das heißt, dass nur ein Viertel des Materialdurchsatzes den erneuerbaren Rohstoffen wie Biomasse angehört.

In Österreich ist der direkte Materialinput (DMI) von 2000 bis 2017 um 12,9% angestiegen, der inländische Materialverbrauch (DMC) hingegen lediglich um 1,0%. Da das Bruttoinlandsprodukt im selben Zeitraum um 28,5% wuchs, konnte die Materialeffizienz (BIP/DMC) seit 2000 deutlich gesteigert werden. Die Materialeffizienz gibt an, wie viel wirtschaftliche Leistung in Euro pro Tonne Materialeinsatz erwirtschaftet wird - 2017 waren es rund 1.995 Euro gegenüber 1.568 Euro Wertschöpfung pro Tonne im Jahr 2000.

Die Erstellung der Materialflussrechnung folgt den internationalen Standards des SEEA (System of Environmental Economic Accounting) der UNSD (United Nations Statistics Division) und wird im Rahmen der Verordnung EU-VO 691/2011 gemäß der Methodenhandbücher von Eurostat erstellt. Im Jahr 2018 wurde das neue Methodenhandbuch MFA von Eurostat publiziert. Aufbauend darauf wurden einige methodische Anpassungen vorgenommen, vor allem bei der Erstellung der Datenreihen zur Abgabe an die Natur. Weiters wurde die Materialflussrechnung auf das Inländerkonzept umgestellt sowie die Abschätzung der entnommenen Menge Sand und Kies, welche bereits im Jahr 2008 grundlegend überarbeitet wurde („Ressourcendaten – Verbesserung des statistischen Datenmaterials im Bereich natürlicher Ressourcen“ (PDF, 1 MB)), revidiert. Dadurch ergibt sich in der Zeitreihe ab 1960, welche im Anhang des Projektberichts veröffentlicht wird, ein Bruch. Die vorgenommenen methodischen Änderungen werden im Projektbericht zur Materialflussrechnung näher erläutert.

Im Rahmen eines von Eurostat und dem Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft finanzierten Pilotprojektes wurden gemeinsam mit der SERI Nachhaltigkeitsforschungs- und -kommunikations GmbH physische Aufkommens- und Verwendungstabellen für die Materialgruppen Metallische und Nichtmetallische Minerale, fossile Energieträger und Biomasse erstellt. Der 2011 publizierte Bericht liegt nur in einer englischen Version vor.