Energieeinsatz der Haushalte

Gesamtenergieeinsatz der Haushalte

Verglichen mit 2015/2016 ist der Gesamtenergieeinsatz der Haushalte 2017/2018 um 9.116 TJ bzw. 3,3% gestiegen und damit deutlich stärker als die Anzahl der Haushalte, die im gleichen Zeitraum nur um 1,3% auf 3.890.095 Haushalte zunahm. Die Heizgradtage in der Erhebungsperiode 2017/2018 lagen um 0,7% über denen der Erhebungsperiode 2015/2016. Demgegenüber stieg der Heizenergieeinsatz im Vergleichszeitraum um 3,7% auf 199.965 TJ. Diese Steigerung kann teilweise auch durch die Zunahme der beheizten Wohnfläche um 2,2% auf 401.679.479 m² erklärt werden. Über den gesamten Vergleichszeitraum ab 2003/2004 stieg der Heizenergieeinsatz pro m² erstmals gegenüber der Vorerhebung von 0,490 GJ auf 0,498 GJ leicht an.

Anders als in den Vorjahren ist bei allen Energieträgern eine Verbrauchssteigerung zu beobachten. Am höchsten fiel diese mit 5.128 TJ bzw. 17,0% bei der Fernwärme aus. Danach folgen der elektrische Strom mit 2.318 TJ oder 3,8%, die Erneuerbaren Energieträger (Solar- und Umgebungswärme) mit 785 TJ bzw. 7,0% und das Öl(Heizöl und Flüssiggas) mit 565 TJ oder 1,4%. Die Kohle weist mit 17,6% die stärkste relative Steigerung auf, die absolute Zunahme beträgt jedoch nur 136 TJ. Demgegenüber ging die Zahl der Haushalte die Kohle verwenden um 7.039 auf 37.904 zurück.

Die Verbrauchszunahme von Erdgas und den Biogenen Energieträgern liegt mit 0,1 % bzw. 92 TJ respektive 91 TJ deutlich hinter jener der anderen Energieträger.

Absolut betrachtet liegen die biogenen Energieträger mit 69 PJ an der Spitze, gefolgt von Erdgas mit 64 PJ, elektrischem Strom mit 63 PJ, Öl mit 42 PJ, Fernwärme mit 35 PJ und den Erneuerbaren Energieträgern mit 12 PJ. Das Schlusslicht bildet die Kohle mit 1 PJ.

Regional betrachtet nahm in allen Bundesländern mit Ausnahme von Salzburg der Haushaltsenergieverbrauch zu. Spitzenreiter ist Oberösterreich (+2.490 TJ bzw. 5,2%) gefolgt von Tirol (+1.853 TJ bzw. 8,0%), der Steiermark (+1.732 TJ bzw. 4,2%), Kärnten (+1.450 TJ bzw. 6,6%), Niederösterreich (+969 TJ bzw. 1,5%), Wien (+335 TJ bzw. 0,8%), dem Burgenland (+314 TJ bzw. 2,8%) und Vorarlberg (+190 TJ bzw. 1,5%). In Salzburg nahm der Haushaltsenergieverbrauch um 16 TJ oder 0,1% ab.

Gastagebuch 2006

Eine Studie im Jahr 2006 über den Gaseinsatz in den Haushalten ergab, dass jährlich 12,80 m³ Gas pro m² Wohnfläche (= 128,34181 kWh) für das Heizen verbraucht werden, für Warmwasser 127 m³ (= 1.274,24193 kWh) und für das Kochen 11 m³ (= 108,67838 kWh) pro Person und Jahr.

Strom- und Gastagebuch – Strom- und Gaseinsatz sowie Energieeffizienz österreichischer Haushalte

Das „Strom- und Gastagebuch“ stellt eine umfassende Sammlung von Daten zum Strom- und Gaseinsatz der Haushalte in Österreich dar. Im Rahmen einer Befragung in Haushalten wurden der Gerätebestand und seine Nutzung erhoben; zudem wurde von den Haushalten der spezifische Stromverbrauch verbrauchsrelevanter Geräte gemessen. Haushalte mit Gasanschluss meldeten darüber hinaus Daten zum Einsatz von Naturgas für Heizen, Warmwasser und Kochen. Aus den Daten wurde für Verbrauchskategorien wie Heizung, Warmwasserbereitung, Beleuchtung oder Haushaltsgroßgeräte und Unterhaltungselektronik der anteilige Stromverbrauch kalkuliert.

Der Bericht zum „Strom- und Gastagebücher 2008/2012/2016 “ beinhaltet die methodisch einheitliche Auswertung des Gerätebestands und den Strom- und Gaseinsatz nach Verbrauchskategorien aus den bisherigen drei Erhebungen. Zusatzinformationen über Alter, Größe oder Energieeffizienzklasse der vorhandenen Haushaltsgeräte wurden analysiert und flossen in die Ermittlung des Stromverbrauchs ein.

Ein durchschnittlicher Haushalt hat 2012 einen Gesamtstromverbrauch von 3.964 kWh und damit einen um 92 kWh niedrigeren als 2008. Von 2012 auf 2016 sank der Durchschnittsverbrauch um weitere 404 kWh auf 3.560 kWh. Interessant ist dabei der deutliche gegenläufige Verbrauchsanstieg beim Heizen von 666 kWh 2008 auf 816 kWh 2016. Bei den beitragenden Haushalten stieg der Heizstromverbrauch für das Hauptheizsystem im Vergleichszeitraum um 870 kWh auf 5.066 kWh. Ein Haushalt mit E-Heizung (Wärmepumpe) verbrauchte 2016 im Schnitt 9.185 kWh, ein Haushalt mit einem anderen Hauptheizsystem im selben Zeitraum mit nur 2.883 kWh weniger als ein Drittel.

Die Entwicklung der strombasierten Hauptheizsysteme von 2008 auf 2016 ist einerseits durch eine starke Zunahme der Wärmepumpen und andererseits durch das Verschwinden der Nachtspeicherheizungen geprägt. Insgesamt haben die Hauptwohnsitze mit strombetriebener Hauptheizung von 344.921 bzw. 9,7% im Jahr 2008 über 390.640 bzw. 10,6% 2012 auf 435.469 bzw.11,3% im Jahr 2016 zugenommen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Anlagenbestand der Heizungswärmepumpen wider. Dieser hat sich von 68.794 im Jahr 2008 auf 114.624 (2012) fast verdoppelt und ist mit 173.674 im Jahr 2016 auf mehr als das Zweieinhalbfache angestiegen.

Mit 41% dominierte 2012 immer noch die Glühbirne, auch wenn ihr Anteil gegenüber 2008 um 14 Prozentpunkte gesunken ist (2008: 55%). Erst 2016 konnten die LEDs, die 2012 nur 7% aufwiesen mit 26% gleichziehen. Nach einem Zwischenhoch mit 21% im Jahr 2012 sank der Anteil der Energiesparlampen 2016 auf 15%. Niedervolt-Halogenlampen hatten in allen 3 Erhebungsjahren mit 28% 2008, 22% 2012 und 23% einen relativ konstanten Anteil und die Leuchtstoffröhren hielten ihren Anteil praktisch unverändert.

Der Stromverbrauch eines Durchschnittstages lag in der Winterperiode mit rund 12 kWh (2016) um 30% höher als in der Sommerperiode mit 8 kWh. 2008 war das Verhältnis 13 kWh im Winter zu 9 kWh durchaus ähnlich. Als Einflussfaktoren können klimatische Verhältnisse angeführt werden. Sowohl Temperatur als auch Tageslänge beeinflussen generell das Nutzungsverhalten der Haushaltsmitglieder.

Modellierung des Stromverbrauchs in den privaten Haushalten Österreichs nach unterschiedlichen Verwendungszwecken

Im Rahmen dieses Projekts wurde eine Methode zur Verknüpfung von Datensätzen zum Stromverbrauch im Haushaltsbereich aus unterschiedlichen Erhebungen (Energieeinsatz der Haushalte 2008 und 2012 und 2016 - mit dem Strom- und Gastagebuch 2008, 2012 und 2016) entwickelt.

In das Modell wurden neben Informationen zum Heizsystem, zum Gesamtstromverbrauch, zum Stromverbrauch für Raumheizung und Warmwasserbereitung sowie zum Kochen auch sozioökonomische Kriterien (Anzahl der Personen im Haushalt, Anwesenheitsdauer im Haushalt) und Gebäudekriterien (Errichtungszeitraum des Wohngebäudes, Wohnnutzfläche, Anzahl der Wohnungen im Gebäude) aufgenommen.

Die Datensätze wurden für den Zeitraum 2003 bis 2016 mit dem Stromverbrauch der Haushalte laut Energiebilanz (Stand 2017) verknüpft. Daraus wurden Zeitreihen für die detaillierten Verwendungszwecke von Strom in Privathaushalten generiert.

Gesamtenergieeinsatz der Haushalte

Gesamteinsatz aller Energieträger 2017/2018
Gesamteinsatz aller Energieträger 2003 bis 2018
Anteiliger Einsatz aller Energieträger aller Haushalte insgesamt und nach Verwendungszwecken 2003 bis 2018
Anteiliger Einsatz der Energieträgergruppen am Gesamtenergieeinsatz aller Haushalte nach Verwendungszwecken 2003 bis 2018
Einsatz aller Energieträger in allen Haushalten nach Verwendungszwecken 2003 bis 2018
Einsatz aller Energieträger in den beitragenden Haushalten nach Verwendungszwecken 2005 bis 2018
Einsatz aller Energieträger nach Verwendungszwecken 2003 bis 2018
Heizungen 2003 bis 2018 nach Bundesländern, verwendetem Energieträger und Art der Heizung
Fahrleistungen und Treibstoffeinsatz privater Pkw nach Bundesländer 2000 bis 2018
Carsharing nach Bundesländer 2015/2016

Strom- und Gastagebuch

Durchschnittlicher Stromverbrauch eines Haushalts 2008, 2012 und 2016

Infografik Energiearmut

Energieeinsatz der HaushaltePreis in € *)Kostenloser Download

 
 

Energiearmut in Österreich 2016 - Haushaltsenergie und Einkommen

Erscheinungsdatum: 03/2019

 
 

19,00

 
 

(PDF, 3 MB)

 
 

Haushaltsenergie und Einkommen mit besonderem Fokus auf Energiearmut 2014

Erscheinungsdatum: 02/2017

 
 

19,00

 
 

(PDF, 3 MB)




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