Tourismus – Beherbergungs- und Gaststättenwesen

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Im Jahr 2018 setzten die 48.160 Beherbergungs- und Gastronomieunternehmen (ÖNACE 2008: Abschnitt I) mit knapp über 315.500 Beschäftigten rund 21,2 Mrd. Euro um. Allein in der Gastronomie (ÖNACE 2008: Abteilung 56) waren rund 194.800 Personen im Jahresdurchschnitt tätig, während in der Beherbergung (ÖNACE 2008: Abteilung 55) im Jahresdurchschnitt nur rund 120.700 Personen beschäftigt waren. Ein Blick auf das Wirtschaftswachstum zeigt eine positive Entwicklung seit 2016. Für das Berichtsjahr 2019 ergab sich für den Bereich Beherbergung und Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) ein Wachstum von 2,1%, dies stellt den höchsten Zuwachs seit 2016 dar. Die Zahl der Arbeitslosen stieg 2020 um 28,9% gegenüber dem Vorjahr nach Rückgängen in Jahren 2019 (-14,7%) und 2018 (-5,4%). Von 1995 bis 2006 stiegen die geleisteten Arbeitsstunden von 410,1 Mio. Stunden auf 485,3 Mio. Stunden (+18%) im Jahr 2006. In den folgenden Jahren (2007-2019) schwankte die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden zwischen 484,8 Mio. Stunden (2007) und 542,2 Mio. Stunden (2019). Mit 506,6 Mio. geleisteten Arbeitsstunden wurde 2016 erstmals die 500 Mio. Stunden-Grenze überschritten.

Nach Umsatzsteigerungen zwischen 3,3% und 7,5% seit 2010 zeigt der Umsatzindex für den Bereich Beherbergung und Gastronomie im Jahr 2020 pandemiebedingt ein Minus von 32,9%

Einen Überblick aktueller österreichischer Konjunkturindikatoren finden Sie im Konjunkturmonitor.

Die überwiegend kleinbetriebliche Struktur der österreichischen „Beherbergung und Gastronomie“ zeigt sich deutlich bei der Betrachtung der Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges in der Gliederung nach Beschäftigtengrößenklassen (siehe: Branchendaten nach Beschäftigtengrößenklassen). 85,0% der Unternehmen arbeiten mit weniger als 10 Beschäftigten. Nur 595 Unternehmen (1,2%) der Beherbergung und Gastronomie arbeiteten mit mindestens 50 Beschäftigten, gleichzeitig sind diese Unternehmen für 27,6% der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten des gesamten Bereiches im Jahr 2018 verantwortlich.

Gemäß Welttourismusorganisation (UNWTO) liegt Österreich gemessen an den internationalen Ankünften 2016 im Spitzenfeld (Platz 12 von 156 Staaten) und zählt damit zu den erfolgreichsten Reisedestinationen weltweit. Pandemiebedingt kam es 2020 zu einem deutlichen Einbruch im österreichischen Tourismus. Dies spiegelt sich im Jahr 2020 mit rund 25,0 Millionen Gäste (-45,8% gegenüber dem Vorjahr) wieder, die unser Land besuchten und insgesamt 97,9 Millionen Urlaubstage (-35,9% gegenüber dem Vorjahr) hier verbrachten.

Insgesamt stehen in den EU-28 Ländern rund 14,1 Millionen Gästebetten in „Hotels und ähnlichen Betrieben“ zur Verfügung, wobei im Jahr 2018 mit rund 2,3 Mio. Betten Italien an der Spitze steht, gefolgt von Spanien mit 1,9 Mio. und Deutschland mit 1,8 Mio.. In Österreich werden in „Hotels und ähnlichen Betrieben“ rund 615.500 Betten angeboten; Österreich liegt damit hinter Griechenland (822.000 Betten) an sechster Stelle.

Die Ausgaben von Frau und Herrn Österreicher im Rahmen von Reisen ins Ausland (ohne Personentransport) betrugen 2020 rund 4,9 Mrd. Euro , und sind somit im Vergleich zum Vorjahr um 61,0%% gesunken. Die Einnahmen aus dem Einreiseverkehr (ausländische Gäste in Österreich, ohne Personentransport) erreichten 2020 rund 13,6 Mrd. Euro, das gegenüber 2019 einem Minus von 41,3% entspricht. Die direkten Wertschöpfungseffekte des Tourismus (inkl. Dienst- und Geschäftsreisen) beliefen sich 2019 noch auf rund 22,1 Mrd. Euro; damit stieg die Wertschöpfung des Tourismus seit 2000 (10,9 Mrd. Euro) um insgesamt 102,9% an.

Die Reiseintensität der Österreicherinnen und Österreicher – d.h. der Anteil an der österreichischen Bevölkerung mit mindestens einer Haupturlaubsreise mit mehr als 4 Nächtigungen – lag im Jahr 2020 bei 38,1% und ist somit gegenüber 2019 (60,1%) ebenfalls deutlich gesunken.

Durchschnittlich waren im Jahr 2018 in Österreich 5,5 Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe (ÖNACE 2008: Abschnitt I) pro 1.000 Einwohner zu finden (siehe: Branchendaten nach Bundesländern). Die weitaus höchste Zahl an Betrieben pro 1.000 Einwohner wies das Bundesland Tirol mit 13,0 auf, die Wenigsten Wien, Niederösterreich und Oberösterreich mit 3,7. Die durchschnittlichen jährlichen Löhne und Gehälter pro unselbständig Beschäftigtem lagen 2018 österreichweit in der Beherbergung und Gastronomie bei rund 19.900 Euro. Im Bundesländervergleich lag hierbei Tirol mit rund 24.500 Euro vorne, gefolgt von Vorarlberg mit rund 23.100 Euro und Salzburg mit rund 22.900 Euro. Die Betriebserlöse pro Beschäftigtem insgesamt betrugen rund 67.500 Euro im Österreichschnitt, wobei Tirol mit ca. 84.100 Euro an der Spitze lag und das Burgenland mit rund 54.100 Euro das Schlusslicht bildete.

Innerhalb der EU28 (siehe: Branchendaten im EU-Vergleich) arbeiteten 2018 (ÖNACE 2008: Abschnitt I) rund 13,0 Mio. Beschäftigte in der Beherbergung und Gastronomie und konnten Umsatzerlöse im Wert von rund 677 Mrd. Euro erwirtschaften. Österreich zählt naturgemäß mit seinen rund. 46.700 Unternehmen und einem Anteil von 2,3% innerhalb der EU28-Länder zu den kleineren Ländern und beschäftigt 2,4% aller in dieser Branche tätigen Beschäftigten (316.400 Beschäftigte insgesamt). Mit 19,4% waren in Deutschland, vor dem Vereinigten Königreich (18,1%), Italien (12,0%) und Spanien mit 11,8% mit Abstand die meisten Personen beschäftigt. Österreich verzeichnete 2018 in der Beherbergung und Gastronomie eine durchschnittliche Zahl von 5,3 Unternehmen pro 1.000 Einwohner (EU28-Durchschnitt 3,9 Unternehmen pro 1.000 Einwohner) sowie Umsatzerlöse pro Beschäftigtem von 69.500 Euro, die damit über dem EU28-Durchschnitt von 52.000 Euro liegen. Gemessen am Personalaufwand pro unselbständig Beschäftigtem lag Österreich 2018 mit rund 26.300 Euro deutlich über dem Durchschnitt der EU28 von rund 17.600 Euro.

Bei der Abfrage, Auswertung und Interpretation der einzelnen Daten, ersuchen wir Sie auch die Besonderen Hinweise zu den Daten (Reiter „Hinweise/Hilfe“) zu beachten. Detaillierte Ergebnisse und Informationen zu einzelnen Statistiken erhalten Sie im Zweig Statistiken.

Beherbergung u. Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) - Ausgewählte Strukturmerkmale nach Beschäftigtengrößenklassen
Beherbergung u. Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) - Ausgewählte Wirtschaftskennzahlen nach Beschäftigtengrößenklassen
Eckdaten im Beherbergung und Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) für die EU28, Österreich und Nachbarländer
Eckdaten im Beherbergung und Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) nach Bundesländern
Eckdaten in der österreichischen Tourismusbranche seit 1998
Entwicklung ausgewählter Indizes im Bereich Beherbergung und Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) seit 2005
Ausgewählte Merkmale des Tourismus (ÖNACE 2008: Abschnitt I) im europäischen Vergleich

Wirtschaftswachstum in Beherbergung u. Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) 1996 bis 2019 real
Betriebserlöse pro Beschäftigtem und Bruttolöhne und -gehälter je unselbständig Beschäftigtem in der Beherbergung und Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) 2018 im regionalen Vergleich
Zahl der Betten in Hotels und ähnlichen Betrieben 2018 je 1.000 Einwohner EU-28
Personalaufwand je unselbständig Beschäftigtem in der Beherbergung und Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) im europäischen Vergleich 2018
Entwicklung der Umsatzerlöse je Beschäftigtem in der Beherbergung und Gastronomie (ÖNACE 2008: Abschnitt I) im europäischen Vergleich 2016


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