Österreich und seine Bundesländer

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Das Kapitel Österreich und seine Bundesländer beinhaltet zahlreiche Wirtschafts- und Sozialdaten der STATISTIK AUSTRIA, die gemeinsam ein umfassendes Bild über die Struktur und Gesamtwirtschaft der einzelnen Bundesländer Österreichs liefern. Für den Bundesländervergleich stehen interessante Eckdaten ab dem Jahr 1995 bis zu den derzeit eingelagerten Jahresdaten 2011-2015 (abhängig von den zugrunde liegenden Statistiken, aus denen die einzelnen Merkmale entnommen wurden; siehe diesbezüglich auch „Besondere Hinweise zu den Daten“ unter dem Reiter „Hinweise/Hilfe“.) zur Verfügung.

Im Jahr 2015 leben die mehr als 8,6 Mio. Österreicherinnen und Österreicher in rund 3,8 Mio. Privathaushalten. Seit dem Jahr 2000 hat die österreichische Bevölkerung die 8-Millionen-Grenze überschritten. Die 7-Mio.-Marke wurde Anfang der 1950er Jahre erreicht. Bis 2050 dürfte die Zahl laut Prognosen auf rund 9 Mio. ansteigen. Ein Fünftel der Bevölkerung Österreichs lebt in der Bundeshauptstadt Wien (rund 1,8 Mio.), gefolgt von Niederösterreich mit 1,6 Mio. Einwohnern. 2015 wurde die durchschnittliche österreichische Bevölkerungsdichte von 103 Personen pro km² in Wien naturgemäß mit rund 4.400 Personen pro km² deutlich überschritten. Über 100 Personen pro km² lebten in Vorarlberg mit 146 und Oberösterreich mit 121 Personen pro km². Tirol mit 58 und Kärnten mit 59 Personen pro km² wiesen die geringste Bevölkerungsdichte auf.

Die Bevölkerungsentwicklung in den Bundesländern Österreichs von 1995 bis 2015 zeigt bei einer österreichweiten Zunahme um 8,6% besonders hohe Bevölkerungsgewinne in Wien (17,7%), aber auch im Westen Österreichs (Tirol: 12,4%, Vorarlberg: 11,4%), andererseits stagnierende Bevölkerungszahlen im Südosten Österreichs, nämlich in der Steiermark (+3,3%) und in Kärnten (-0,5%). Durch die Tendenz zur Verkleinerung der Privathaushalte stieg deren Zahl zwischen 1995 und 2015 mit 23,2% noch stärker als die Bevölkerung. Die höchsten Zunahmen sind in Tirol mit 33,8% und Vorarlberg mit 32,0% zu verzeichnen, Zuwachsraten von unter 20% gibt es in Wien (19,3%) und Kärnten (17,8%).

Ca. die Hälfte der gesamten österreichischen Bevölkerung steht im Erwerbsleben. Von den 8,6 Mio. Österreichern waren 2015 rund 4,1 Mio. erwerbstätig und rund 252.000 arbeitslos, gemessen nach internationalen Definitionen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen in Österreich um 2,8% gestiegen, wobei die stärkste Zunahme das Burgenland (8,8%) gefolgt von Wien (6,4%) und Vorarlberg (5,4%) verzeichnen. Die meisten Erwerbstätigen wohnten 2015 in Wien (rund 807.000)und Niederösterreich (rund 799.000); im Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren (Erwerbstätigenquote) lag Wien auf Grund vieler Personen in Ausbildung mit 62,0% allerdings an letzter Stelle. Die durchschnittliche Erwerbstätigenquote lag 2015 in Gesamtösterreich bei 67,1%. Besonders deutlich ist seit 1995 die Beschäftigung in Tirol gestiegen (23,9%). Die Arbeitslosenquote (internationale Definition) ist traditionell in Wien am höchsten, wo sie 2016 einen Wert von 11,3% erreichte. Die niedrigste Arbeitslosenquote wird in Vorarlberg und Salzburg registriert (2016: je 3,%), gefolgt von Tirol mit 3,5% im Jahr 2016.

Beim nominellen Bruttoregionalprodukt (BRP) gab es im Jahr 2015 in allen Bundesländern Zuwächse, wobei diese in den Regionen unterschiedlich stark ausgeprägt waren. Die Bundesländer verzeichneten gegenüber dem Vorjahr nominelle Wachstumsraten zwischen +3,6% (Tirol, Salzburg und Burgenland) und +2,2% (Steiermark). Über dem Österreichschnitt von +2,9% lagen auch noch Vorarlberg (+3,5%) und Niederösterreich (+3,1%). Unter dem österreichischen Durchschnitt entwickelte sich die Wirtschaftsleistung in Wien (+2,7%), Oberösterreich (+2,6%) und Kärnten (+2,3%).

Auf der Verteilungsseite zeigten die Ergebnisse für die österreichischen Regionen folgendes Bild: Die nominellen Wachstumsraten des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte bewegten sich im Jahr 2015 zwischen je +1,4% in den Bundesländern Kärnten, Oberösterreich und Niederösterreich und +2,3% im Burgenland – bei einem gesamtösterreichischen Zuwachs von +1,6%. Überdurchschnittliche nominelle Einkommenszuwächse erzielten neben dem Burgenland auch die privaten Haushalte in Tirol (+2,1%) sowie in Vorarlberg und Salzburg (je +1,9%). Genau im Österreichschnitt lag Wien (+1,6%), während die privaten Haushalte in der Steiermark (+1,5%) knapp darunter lagen.

Um die Regionen untereinander vergleichen zu können, stellt man das BRP bzw. das verfügbare Einkommen in Relation zur Bevölkerung in der jeweiligen Region dar. Während das Bruttoregionalprodukt die Wirtschaftsleistung am Arbeitsort misst, messen die Konten der privaten Haushalte das verfügbare Einkommen in jener Region, in der diese ihren Wohnsitz haben. Mit einem BRP je Einwohner von 47.700 Euro lag Wien 2015 wie bisher an der Spitze, gefolgt von Salzburg (46.100 Euro), Vorarlberg (42.300 Euro), Tirol (42.000 Euro) und Oberösterreich (40.300 Euro). Deutlich unter dem Österreichschnitt (39.400 Euro) lagen die Steiermark (35.400 Euro), Kärnten (33.300 Euro), Niederösterreich (32.500 Euro) und als Schlusslicht weiterhin das Burgenland (27.500 Euro).Dabei ist zu berücksichtigen, dass es in der Bundeshauptstadt Wien unter anderem durch einen hohen Anteil von Einpendlern und Einpendlerinnen zu einem hohen BRP je Einwohner kommt, während das BRP je Einwohner in Auspendlerregionen (zum Beispiel Burgenland) ein relativ niedriges Niveau aufweist.

Bei der Betrachtung des verfügbaren Einkommens je Einwohner ist generell festzuhalten, dass die Bundesländerniveaus – im Vergleich zu jenen des BRP je Einwohner – näher beieinander liegen. Das höchste verfügbare Einkommen je Einwohner verzeichneten 2015 die Vorarlberger Haushalte mit 23.500 Euro. Danach folgten die Bundesländer Niederösterreich mit 23.100 Euro und Salzburg mit 22.800 Euro. Kärnten und Wien lagen hinsichtlich des verfügbaren Einkommens je Einwohner mit je 21.500 Euro an letzter Stelle hinter der Steiermark mit 21.900 Euro und Tirol mit 22.000 Euro. Die privaten Haushalte im Burgenland lagen mit 22.200 Euro genau im Österreichschnitt, jene in Oberösterreich (22.300 Euro) leicht darüber. Betrachtet man das Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer (bezogen auf den Arbeitsort) lag 2014 erneut Wien mit 48.400 Euro deutlich an der Spitze, gefolgt von Vorarlberg (41.800 Euro) und Oberösterreich (41.600 Euro). Auf den hinteren Rängen sind wiederum das Burgenland mit 36.300 Euro und die Bundesländer Niederösterreich, Kärnten, Steiermark und Tirol mit Werten zwischen 39.800 Euro und 40.300 Euro zu finden.

Die höchsten regionalen Forschungsquoten im Bundesländervergleich verzeichneten 2013 die Steiermark (4,87% des BRP), Wien (3,55% des BRP) und Oberösterreich (3,15% des BRP).

Mit rund 20% oder 6.241 Betrieben stellte Oberösterreich 2015 den größten Anteil an Industriebetrieben (ÖNACE 2008 B bis E) in Österreich. Dabei lag Oberösterreich mit einer Betriebsdichte von 4,3 Industriebetrieben pro 1.000 Einwohner an dritter Stelle hinter Vorarlberg (5,3) und Salzburg (4,6), aber deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 3,5 Industriebetrieben pro 1.000 Einwohner. Mit rund 183.118 Erwerbstätigen oder 25,4% war 2015 in Oberösterreich der größte Teil der Erwerbstätigen in der Industrie beschäftigt, gefolgt von Niederösterreich mit 131.491 (18,2%) und der Steiermark mit 124.369 (17,3%) Erwerbstätigen. Mit 21.414 Erwerbstätigen oder 3,0% bildete das Burgenland das Schlusslicht dieser Aufstellung. Die oberösterreichische Industrie erwirtschaftete im Jahr 2014 eine Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen von 16,6 Mrd. Euro und leistete damit 25,9% des gesamtösterreichischen Industrievolumens von 64,2 Mrd. Euro. Mit 10,8 Mrd. Euro bzw. 10,1 Mrd. Euro erzielten Niederösterreich und die Steiermark 2014 den zweit- bzw. drittgrößten Anteil an der gesamtösterreichischen industriellen Bruttowertschöpfung. Die regionale Verteilung der rund 34.700 österreichischen Baubetriebe (ÖNACE 2008: F) gestaltet sich 2015 wie folgt: Niederösterreich wies mit 18,0% die größte Zahl an Baubetrieben auf, gefolgt von Wien (16,6%) und Oberösterreich (15,7%). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Verteilung der Erwerbstätigen im Bauwesen im Jahr 2015. Hier stellt Niederösterreich den größten Teil mit 18,5%, gefolgt von Oberösterreich (17,8%) und Wien (15,5%). Die durchschnittliche Zahl an Baubetrieben pro 1.000 Einwohner lag 2015 österreichweit bei 4,0. Die höchste Dichte an Baubetrieben (Baubetriebe pro 1000 Einwohner) gab es 2015 in Burgenland (5,2) gefolgt von Salzburg und Tirol (je 5,1). Betrachtet man die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen im Jahr 2014, so leisteten die Baubetriebe in Oberösterreich mit 3,6 Mrd. Euro sowie in Wien und in Niederösterreich mit je 3,4 Mrd. Euro zusammen mehr als die Hälfte der österreichischen Bruttowertschöpfung im Bauwesen (ÖNACE 2008 F), die insgesamt 19,0 Mrd. Euro betrug.

Hinsichtlich der Zahl der Handelsbetriebe lag 2015 Niederösterreich mit 15.151 Betrieben hinter Wien (15.932 Betriebe) an zweiter Stelle. Mit 12.856 Betrieben beheimatete Oberösterreich die drittgrößte Zahl an österreichischen Handelsbetrieben, ist dabei mit 108.577 (18,1%) das Bundesland mit den meisten Erwerbstätigen. Die höchste Dichte an Handelsbetrieben war in Salzburg mit 11,3 Handelsbetrieben pro 1.000 Einwohner zu finden, gefolgt von Vorarlberg mit 9,3. Schlusslicht bildete hier die Steiermark mit 8,4, gefolgt von Kärnten mit 8,6 Betrieben pro 1.000 Einwohner. 2014 erwirtschaftete Wien mit einer Bruttowertschöpfung von 10,0 Mrd. Euro alleine 27,6% des österreichischen Gesamtvolumens im Handel.

Die Regionaldaten der österreichischen Außenhandelsstatistik zeigen für den Zeitraum Jänner bis Dezember 2015 nach endgültigen Ergebnissen, dass Waren im Wert von 133,53 Mrd. Euro nach Österreich eingeführt wurden. Mit einem Wert von 33,78 Mrd. Euro hatte Wien in diesem Zeitraum den höchsten Anteil (25,3%) an den gesamtösterreichischen Einfuhren, gefolgt von Oberösterreich (24,90 Mrd. Euro bzw. 18,6%) und Niederösterreich (23,05 Mrd. Euro bzw. 17,3%). Die Ausfuhr von Waren aus Österreich belief sich in der Berichtsperiode auf 131,54 Mrd. Euro. Ein Viertel (33,46 Mrd. Euro bzw. 25,4%) der Ausfuhren entfielen dabei auf Oberösterreich. Niederösterreich war mit 20,45 Mrd. Euro bzw. 15,5% das Bundesland mit den zweithöchsten Ausfuhrwerten, gefolgt von der Steiermark (19,72 Mrd. Euro bzw. 15,0%).

Auch im Jahr 2016 steht Tirol mit rd. 47,0 Mio. Nächtigungen unter den Bundesländern Österreichs an der Spitze der österreichischen Tourismuswirtschaft, wobei der Anteil an den Gesamtnächtigungen (140,9 Mio.) rund ein Drittel beträgt (33,3%). Rund ein Fünftel der Nächtigungen wurde im Bundesland Salzburg verzeichnet (19,5%), gefolgt von Wien mit 10,6%. Dementsprechend weisen Tirol und Salzburg besonders hohe Tourismusintensitäten (= Übernachtungen je Einwohnerin bzw. Einwohner) auf (64 bzw. 50 Nächtigungen je Einwohnerin bzw. Einwohner), während in den bevölkerungsreichsten drei Bundesländern Niederösterreich (4), Oberösterreich (5) und Wien (8) die Tourismusintensität vergleichsweise gering ist. Eine Analyse der Verteilung der Anzahl der Beherbergungsbetriebe (ohne Campingplätze) nach Bundesländern zeichnet ein ähnliches Bild: Von den rd. 64.500 Beherbergungsbetrieben sind mehr als ein Drittel in Tirol (34,8%) zu finden, mit Abstand gefolgt von Salzburg und Kärnten mit 18,0% bzw. 13,1% der Betriebe. Im Durchschnitt zählt ein österreichischer Beherbergungsbetrieb 17 Gästebetten. Nach Bundesländern zeigt sich, dass die Bettenzahl je Betrieb mit 39 in Wien mit Abstand am höchsten ist, die kleinsten Betriebe mit durchschnittlich 14 Betten sind in Vorarlberg zu finden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bewegt sich im Jahr 2016 zwischen 2,2 Tagen in Wien und 4,3 Tagen in Kärnten; über dem Österreichschnitt von 3,4 Tagen liegen zudem Tirol (4,1 Tage) Salzburg (3,8 Tage) und Vorarlberg (3,7 Tage), während die Steiermark (3,1 Tage), das Burgenland (2,9 Tage), Oberösterreich und Niederösterreich (je 2,6 Tage) unterdurchschnittliche Verweildauern aufweisen.

Bei der Abfrage, Auswertung und Interpretation der einzelnen Daten, ersuchen wir Sie auch die Besonderen Hinweise zu den Daten (Reiter „Hinweise/Hilfe“) zu beachten. Detaillierte Ergebnisse und Informationen zu einzelnen Statistiken erhalten Sie im Zweig Statistiken.

Wichtige wirtschaftliche Eckdaten im Bundesländervergleich
Ranking der Bundesländer Österreichs nach ausgewählten Merkmalen
Regionale Eckdaten für Industrie, Bauwesen und Handel (ÖNACE 2008)
Regionale Entwicklung des Tourismus

Bruttoregionalprodukt je Einwohner 2008 und 2017 nach Bundesländern und Veränderung in %
Bevölkerungsentwicklung von 1995 auf 2018 nach Bundesländern
Betriebe pro 1.000 Einwohner in Industrie, Bau und Handel (ÖNACE 2008) 2017 nach Bundesländern
Erwerbstätige in Industrie, Bau und Handel 2017 nach Bundesländern
Arbeitslosenquoten nach Bundesländern Jahresdurchschnitt 2018


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