Land- und Forstwirtschaft

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Die Land- und Forstwirtschaft hat seit den 50-er Jahren einen rückläufigen Anteil einerseits beim Beitrag zur nationalen Bruttowertschöpfung und andererseits bei den in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Personen. Auch die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe geht demnach stetig zurück. Nichts desto weniger hat die Land- und Forstwirtschaft gerade im ländlichen Raum einen erheblichen Einfluss auf andere, vor- und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche wie z.B. Landmaschinenindustrie, Nahrungsmittelindustrie, Bau, Handel, Dienstleistungsbereich (z.B. Tierärzte) bzw. zeichnet maßgeblich für die Landschaftspflege verantwortlich, wovon wiederum die Tourismuswirtschaft profitiert.

Die Bruttowertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft ist mit rund 4 Mrd. Euro in den letzten 10 Jahren weitestgehend konstant geblieben, jene der Gesamtwirtschaft ist hingegen deutlich gestiegen. Dadurch ist der Anteil der Land- und Forstwirtschaft an der gesamten Bruttowertschöpfung auf mittlerweile deutlich unter 2% gesunken. Im Hinblick auf die Erwerbstätigen ist der Anteil der Land- und Forstwirtschaft an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen seit vielen Jahren stetig sinkend und liegt bei unter 5%.

Die Strukturdaten zur österreichischen Landwirtschaft wurden bis 1990 durch die in 10-Jahres-Intervallen durchzuführenden land- und forstwirtschaftlichen Betriebszählungen (Vollerhebungen) gewonnen, danach wurde diese Erhebung auf EU-Normen umgestellt. Diese neue Agrarstrukturerhebung ist seitdem in 2 bis 4jährigen Abständen vorzunehmen und fand erstmals 1993 auf Stichprobenbasis statt. Die letzten maßgeblichen Erhebungen in diesem Bereich waren Vollerhebungen in den Jahren 1995, 1999 und 2010, sowie Stichprobenerhebungen in den Jahren 2003, 2005, 2007 und 2013.

Bei der zuletzt von Statistik Austria mit Stichtag 31. Oktober 2013 als Stichprobe durchgeführten Agrarstrukturerhebung wurden in Österreich 166.317 land- und forstwirtschaftliche Betriebe ermittelt. Gegenüber der Agrarstrukturerhebung im Jahr 2003 hat im 10 Jahresabstand die Zahl der Betriebe um 12,6% abgenommen, und seit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 hat sich die Betriebsanzahl nunmehr um 30,4% verringert. Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg im selben Zeitraum hingegen an: Hatte ein Betrieb im Jahr des EU-Beitritts im Schnitt noch 31,5 ha bewirtschaftet, waren es 2003 39,0 ha und 2013 bereits 44,2 ha.

Die österreichische Landwirtschaft ist nach wie vor klein strukturiert. Der Trend zu größeren Betrieben setzte sich weiter fort. Wurde 1951 von einem Betrieb im Durchschnitt eine Gesamtfläche von 17,8 ha bewirtschaftet, so waren es vor zehn Jahren bereits 39,0 ha und 2013 44,2 ha. Bei der landwirtschaftlich genutzten Fläche (Ackerland, Haus- und Nutzgärten, Dauerkulturen, Dauergrünland) war eine Steigerung von 9,4 ha im Jahr 1951 auf 18,8 ha im Jahr 2013 (2003: 18,4 ha) festzustellen. Die grundsätzliche Tendenz des Rückgangs der Agrarflächen bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Betriebsgröße wird jedoch gegenwärtig noch immer von folgendem Effekt überlagert: Die Vorschriften im landwirtschaftlichen Förderwesen sehen bei der Erfassung von Almflächen eine Trennung der Futterflächen von den übrigen Flächen (Ödland, Überschirmungen durch Baumbestände etc.) vor. Mit als Folge des Einsatzes von verbesserten technischen Möglichkeiten (Digitalisierung) wird diese Abgrenzung der Futterflächen nun exakter durchgeführt als in der Vergangenheit, wodurch der Rückgang der bewirtschafteten Almflächen und damit die Stagnation bei der durchschnittlichen landwirtschaftlich genutzten Fläche zumindest teilweise zu erklären ist. In den Bundesländern zeichnete sich eine sehr unterschiedliche Entwicklung ab. Besonders im alpinen Raum war durch den beschriebenen Effekt ein Rückgang der durchschnittlichen landwirtschaftlich genutzten Fläche zu verzeichnen. Der Trend zu größeren Betriebseinheiten ist auch aus der Verteilung nach Größenklassen der Kulturfläche (Summe aus land- und forstwirtschaftlich genutzter Fläche) ersichtlich. Der Großteil der Betriebe, nämlich 118.021 bzw. 71,0%, bewirtschaftete weniger als 30 ha land- und forstwirtschaftliche Flächen (Kulturfläche); 2003 waren es 75,2%. Bei 4,5% (7.476 Betriebe) konnte eine Fläche von mehr als 100 Hektar ermittelt werden, während im Jahr 2003 erst 3,6% (6.896 Betriebe) in dieser Kategorie gezählt wurden.

Die Erhebung der Viehbestände 2019 erbrachte folgende Ergebnisse: 2.773.225 Schweine (-0,7%; alle Veränderungen: zum Vorjahr), 1.879.520 Rinder (-3,8%), 402.685 Schafe (+6,4%) und 92.504 Ziegen (+11,8%). Anzumerken ist, dass die Bestandsermittlung bei Rindern (Zusammenführung von Verwaltungsdaten aus der Zentralen Rinderdatenbank sowie aus dem Förderungsbereich) gesondert durch die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft erfolgt.

Bei der Abfrage, Auswertung und Interpretation der einzelnen Daten, ersuchen wir Sie auch die Besonderen Hinweise zu den Daten (Reiter „Hinweise/Hilfe“) zu beachten. Detaillierte Ergebnisse und Informationen zu einzelnen Statistiken erhalten Sie im Zweig Statistiken.

Eckdaten Land- und Forstwirtschaft - Anzahl der Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft
Eckdaten Land- und Forstwirtschaft - Durchschnittliche Betriebsfläche in der Land- und Forstwirtschaft
Eckdaten Land- und Forstwirtschaft - Arbeitskräfte in der Land- und Forstwirtschaft

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach Bundesländern 1951 - 2016
Land- und forstwirtschaftliche Arbeitskräfte 1951 - 2016 in Österreich



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