Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Oktober 2021

Demographische Strukturen 2020

Die Einwohnerzahl Österreichs erhöhte sich 2020 um 31.600 Personen (+0,4%) auf 8.932.664 am 1.1.2021. Für das Bevölkerungswachstum sorgte ausschließlich der Zuwanderungsüberschuss, der sich aus den insgesamt 136.343 Zuzügen nach Österreich und 96.279 Wegzügen ins Ausland ergab. Die Geburtenbilanz fiel hingegen im ersten Jahr der Corona-Pandemie deutlich negativ aus: Die Zahl der Gestorbenen (91.599) überwog jene der Lebendgeborenen (83.603) bei weitem. Die Lebenserwartung bei der Geburt reduzierte sich für Männer um 0,60 auf 78,94 Jahre und für Frauen um 0,47 Jahre auf 83,74 Jahre. Die Gesamtfertilitätsrate erreichte 1,44 Kinder pro Frau und lag damit etwas unter dem Niveau der Jahre 2014 bis 2019. Auch auf die Zahl der Eheschließungen wirkten sich die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie dämpfend aus: Mit 39.662 Trauungen gab es 2020 um rund 14% weniger Hochzeiten als im Jahr zuvor. Hingegen blieb die Zahl der Begründungen eingetragener Partnerschaften (1.256) gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil. Eine rückläufige Entwicklung zeigte sich 2020 allerdings auch bei der Zahl der Ehescheidungen und Auflösungen eingetragener Partnerschaften.

Stationäre psychiatrische Akutversorgung >Begutachtet<

Die stationäre Akutversorgung ist einer der wichtigsten Sektoren des Gesundheitswesens. In 156 Akutkrankenanstalten mit 47.175 Betten wurden im Jahr 2019 fast 2,4 Mio. stationäre Aufenthalte verbucht. Der weit überwiegende Teil davon galt der Behandlung somatischer Erkrankungen, in 4% der Fälle waren psychiatrische Diagnosen als Hauptgrund für einen Krankenhausaufenthalt dokumentiert. Der vorliegende Artikel befasst sich mit der Entwicklung der stationären Akutversorgung von psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren. Schwerpunkte liegen dabei auf Aspekten der Infrastruktur (Krankenanstalten, Abteilungen, Betten) und den Behandlungsschwerpunkten in einzelnen Versorgungsbereichen. Daten zur Anzahl und Dauer von Spitalsaufenthalten, zu Entlassungsdiagnosen, Suizid und Suizidversuchen geben detailreiche Einblicke in die stationäre psychiatrische Versorgung in Österreich. Ein Fokus der Analyse liegt dabei auf der differenzierten Betrachtung einzelner Patientengruppen.

Außenhandel im 1. Halbjahr 2021

Vorläufige Ergebnisse

Der österreichische Außenhandel verzeichnete nach vorläufigen Ergebnissen im ersten Halbjahr 2021 gegenüber der Vorjahresperiode wertmäßige Zuwächse in beiden Verkehrsrichtungen. Der Wert der Einfuhren stieg um 22,2% auf 85,60 Mrd. €, die Ausfuhren legten um 16,5% auf 80,35 Mrd. € zu. Der Handel mit den EU-Partnerländern zeigte ein Wachstum der Importe um 20,9% auf 57,42 Mrd. € und der Exporte um 17,3% auf 54,95 Mrd. €. Die Extra-EU-Importe nahmen um 25,0% auf 28,18 Mrd. € zu, die Extra-EU-Exporte erhöhten sich um 15,1% auf 25,40 Mrd. €. Das Defizit der Außenhandelsbilanz belief sich auf 5,26 Mrd. €.

VPI im August 2021

Die allgemeine Teuerung stieg im August 2021 auf 3,2% (Juli 2021: 2,9%). Der Bereich Verkehr war erneut der bedeutendste Preistreiber im Jahresvergleich. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 3,2% gleich hoch wie jene des VPI. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 hatten im August 2021 beinahe keine Auswirkungen auf die Berechnung der Inflationsrate.

Alten- und Pflegeheimgesamtrechnung 2018 >Begutachtet<

Der vorliegende Beitrag zeigt drei Auswertungen aus dem internen Analyseprojekt der Statistik Austria unter dem Titel Alten- und Pflegeheimgesamtrechnung (APH-GR). Im Rahmen dieses Analyseprojekts werden die monetär gemessenen Outputs und Inputs der Produktionskonten für den Bereich der Alten- und Pflegeheime (APH) um eine Messung in physischen Einheiten erweitert. Die auf Basis dieses Analyseprojekts durchgeführte erste Auswertung betrifft eine detaillierte Darstellung des Produktionsprozesses von APH nach Politischen Bezirken und Trägern. Dabei wurden erstmals auch bei den Komponenten der Produktionskonten Qualitätsaspekte berücksichtigt. Die zweite Auswertung spezifiziert den Produktionsprozess von APH durch die Abbildung von Alten- und Pflegeheimdienstleistungen (APH-DL) im Unterauftrag von Gemeinden und Gemeindeverbänden. Die dritte Auswertung analysiert die Auswirkungen der seit 2018 geltenden Abschaffung des Pflegeregresses auf die gesamtwirtschaftlichen Größen Produktion und Konsum.