Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen September 2021

Entwicklung und Struktur des Niedriglohnbereichs in Österreich und in der EU

Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung 2018

Laut EU-Berechnung (Eurostat) lag der Niedriglohnanteil in Österreich 2018 bei 14,8% und damit nur wenig unter dem EU-Durchschnitt von 15,2%. Dabei waren 22,4% der Frauen, aber nur 9,3% der Männer zu Niedriglöhnen beschäftigt. Der Unterschied zwischen Frauen und Männern nahm zwar etwas ab, im EU-Vergleich wies Österreich allerdings die größte Differenz zwischen dem Anteil der Frauen und Männer mit Niedriglohn auf. Vor allem bei Männern mit einem Normalarbeitsverhältnis war Niedriglohnbeschäftigung wenig verbreitet. Im Gegensatz dazu arbeiteten sowohl Frauen mit einem Normalarbeitsverhältnis als auch atypisch beschäftigte Frauen überdurchschnittlich oft zu einem Niedriglohn. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch nach weiteren Faktoren: Jüngere, gering Qualifizierte, Beschäftigte in Dienstleistungsberufen, Hilfsarbeitskräfte oder Personen mit kurzer Beschäftigungsdauer waren häufiger zu Niedriglöhnen beschäftigt. Nach Branchen verzeichneten Beschäftigte in der Beherbergung und Gastronom.ie den mit Abstand höchsten Wert. Aber auch Beschäftigte ohne österreichische Staatsangehörigkeit zählten häufiger zu den Niedriglohnbeschäftigten als österreichische Staatsangehörige.

Weinernte und Weinbestand 2020

Im Jahr 2020 wurde eine Weinernte von 2,40 Mio. hl eingebracht. Die Erntemenge lag damit leicht über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (+1,8%) und um 3,2% über der Ernte des Vorjahres. Das Burgenland verzeichnete aufgrund etwas günstigerer Witterungsbedingungen einen deutlichen Zuwachs (+9,1%) gegenüber dem Vorjahr. Auch in Wien (+3,4%) und Niederösterreich (+1,6%) stieg die Erntemenge leicht, während die Steiermark eine ähnlich hohe Ernte wie 2019 (-0,7%) erzielte. Der Weinbestand 2020 lag mit 2,93 Mio. hl um 13,8% über dem Fünfjahresschnitt und damit das zweite Jahr in Folge auf hohem Niveau (-1,9% zu 2019).

Verbraucherpreisindex im Juli 2021

Die allgemeine Teuerung stieg im Juli 2021 auf 2,9% (Juni 2021: 2,8%). Der Bereich Verkehr erwies sich nach wie vor als stärkster Preistreiber im Jahresabstand. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 2,8% etwas geringer als jene des VPI. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 hatten im Juni 2021 nahezu keine Auswirkungen mehr auf die Berechnung der Inflationsrate.

Ableitung von Input-Output-Tabellen auf Basis von Aufkommens- und Verwendungstabellen

Dieser Artikel zeigt, warum die Ableitung von Input-Output-Tabellen (IO-Tabellen, Input-Output Tables, IOT) auf Basis von Aufkommens- und Verwendungstabellen (Supply-Use Tables, SUT) nicht durch einfache Anwendung mathematischer Formeln erfolgen sollte. Erst durch den Einsatz eines hohen Maßes an zusätzlichen Detailinformationen, die üblicherweise nur der amtlichen Statistik zur Verfügung stehen, gelangt man zu einem zuverlässigen Ergebnis. Sämtliche Ausführungen in diesem Artikel folgen der Berücksichtigung der Vorgaben für die amtliche Statistik in Verbindung mit Konzepten der Volkswirtschaftstheorie.

Erweiterte Betrachtung der Energiearmut in Österreich

Hohe Energiekosten bzw. Nicht-Leistbarkeit von Energie für Wohnen

Bereits zum dritten Mal analysierte Statistik Austria sogenannte „energiearme“ Haushalte, die nach soziodemographischen Merkmalen beschrieben werden. Dabei wurde erstmals zusätzlich zum Aspekt des Zusammenhangs hoher Energiekosten mit niedrigem Einkommen nach den Daten des Mikrozensus Energie auch der Aspekt der Nicht-Leistbarkeit von Energie untersucht. Für Letzteres wurden jene Haushalte analysiert, die angaben, sich weniger Heizenergie leisten zu können als für eine angenehme Wohntemperatur angemessen wäre. Damit wurde die Betrachtung der Energiearmut um einen wesentlichen Ansatz erweitert. Rund 115.500 Haushalte (3,0%) waren laut Mikrozensus Energie 2017/2018 von Energiearmut mit hohen Energiekosten betroffen. Der zweite Aspekt der Energiearmut, sich das Heizen nicht im notwendigen Ausmaß leisten zu können, wurde laut EU-SILC 2019 von rund 94.000 Haushalten (2,4%) angegeben.