Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen August 2021

Lebensbedingungen in der ersten Phase der COVID-19-Pandemie

Analyse von Daten aus EU-SILC 2020 für den Zeitraum März bis Juli 2020

Ergänzend zur regelmäßigen Berichterstattung zu Haushaltseinkommen, Armut und sozialer Lage liefert EU-SILC 2020 Einblicke in die erste Phase der COVID-19-Pandemie in Österreich. Die Kombination aus standardmäßig ermittelten Indikatoren zu Lebensbedingungen der Menschen in Privathaushalten und am Beginn der sich abzeichnenden Gesundheitskrise aufgenommenen ad-hoc Fragen (z.B. über die veränderte Arbeitssituation im Lockdown) ermöglicht differenzierte Analysen von Lebensbedingungen in Zeiten der COVID-19-Pandemie. Der Artikel zeigt Benachteiligungen armuts- oder ausgrenzungsgefährdeter Personen im Hinblick auf Arbeitsbedingungen, finanzielle Situation, Wohnen und Ausstattung von Haushalten, Gesundheit und Zufriedenheit auf und erläutert, inwiefern sich diese Lebensbedingungen durch die Pandemie in deren erster Phase verändert haben. Auch wenn im Erhebungszeitraum von EU-SILC bis Ende Juli 2020 noch nicht absehbar war, wie lange die COVID-19-Pandemie andauern wird und wie und für welche Bevölkerungsgruppen ihre Folgen spürbar werden, war bereits diese erste Zeit von strukturellen Ungleichheiten geprägt. Es zeigen sich für jene, die am Beginn der COVID-19-Pandemie bereits zur Gruppe der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten zählten, deutlich nachteilige Lebensbedingungen. Finanzielle Sorgen haben zugenommen und Probleme wie schlechter Gesundheitszustand oder überbelegte Wohnungen intensivierten sich. Diese Struktureffekte sollten bei künftigen Analysen der Krisenfolgen berücksichtigt werden.

Der Außenhandel Österreichs im Jahr 2020

Endgültige Ergebnisse im Zusammenhang mit anderen Wirtschaftsdaten

Der österreichische Außenhandel verzeichnete nach endgültigen Ergebnissen im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr wertmäßige Verluste in beiden Verkehrsrichtungen. Der Wert der Einfuhren sank um 8,5% auf 144,42 Mrd. €, die Ausfuhren nahmen um 7,1% auf 142,57 Mrd. € ab. Der Handel mit den EU-Partnerländern zeigte einen Rückgang der Importe um 8,4% auf 98,77 Mrd. € und der Exporte um 5,9% auf 96,39 Mrd. €. Die Extra-EU-Importe nahmen um 8,7% auf 45,66 Mrd. € ab, die Extra-EU-Exporte verringerten sich um 9,6% auf 46,18 Mrd. €. Das Defizit der Außenhandelsbilanz belief sich auf 1,85 Mrd. €.

Milcherzeugung und -verwendung 2020

Im Jahr 2020 erzeugten rund 524.000 Milchkühe ca. 3,8 Mio. t Rohmilch, wovon 88,7% an Molkereien und Verarbeitungsbetriebe geliefert wurden, während die restliche Menge anderweitig Verwendung fand (10,3%) oder als Schwund (1,0%) zu verbuchen war. Des Weiteren wurden im Berichtsjahr rund 11.400 t Schaf- und 25.400 t Ziegenmilch erzeugt.

Körperschaftsteuerstatistik 2016

Im Veranlagungsjahr 2016 wurden 147.204 Veranlagungen durchgeführt, um 2,5% mehr als im Vorjahr. In 97,1% aller Fälle handelte es sich dabei um einzelne Körperschaften, in nur 2,9% der Fälle oder 4.229-mal erfolgte die Veranlagung für eine Unternehmensgruppe. Mit einem Anteil der Steuerfälle von 61,2% (im Vorjahr waren es 59,8%) veränderte sich das Verhältnis zwischen Steuer- und Nullfällen nur leicht. Das Körperschaftsteueraufkommen betrug 8.311 Mio. € und stieg damit um 297 Mio. € oder 3,7%.

Verbraucherpreisindex im Juni 2021

Die allgemeine Teuerung blieb im Juni 2021 bei 2,8% (Mai 2021: 2,8%). Der Bereich Verkehr war erneut stärkster Preistreiber im Jahresvergleich. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 2,8% gleich hoch wie jene des VPI. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 hatten im Juni 2021 fast keine Auswirkungen auf die Berechnung der Inflationsrate.

Leistungs- und Strukturstatistik 2019

Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse der Leistungs- und Strukturstatistik 2019 in den Produktions- und Dienstleistungsbereichen (Abschnitte B bis N und Abteilung S95 der ÖNACE 2008). Im Berichtsjahr 2019 erzielten die 359.660 Unternehmen (rechtliche Einheiten) mit 3.102.231 Beschäftigten Umsatzerlöse in der Höhe von 834,4 Mrd. €. Daraus ergaben sich ein Produktionswert von 553,4 Mrd. € und eine Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 224,1 Mrd. €. Der Personalaufwand für die 2.763.165 unselbständig Beschäftigten belief sich auf 140,7 Mrd. €, das Investitionsvolumen auf 44,4 Mrd. €. Die 359.660 rechtlichen Einheiten der Leistungs- und Strukturstatistik 2019 wurden zu 337.428 statistischen Unternehmen zusammengefasst, um bei Unternehmensgruppen wesentliche interne Lieferungen und Leistungen zwischen inländischen rechtlichen Einheiten desselben statistischen Unternehmens in den Ergebnissen der Leistungs- und Strukturstatistik unberücksichtigt zu lassen. Es wurden somit 20,0 Mrd. € an internen Lieferungen und Leistungen, die nicht für den Markt bestimmt waren, konsolidiert. Das Konzept für die Leistungs- und Strukturstatistik sieht eine Vollerhebung mit Abschneidegrenzen (sog. Konzentrationsstichprobe) bei Unternehmen (rechtlichen Einheiten) vor, die gesetzlich definierte Schwellenwerte überschreiten. Basierend auf den primärstatistisch erhobenen Daten wurden die Einheiten unterhalb der Schwellenwerte mit Hilfe von Register- und Verwaltungsdaten modellbasiert ergänzt.

Straßenverkehrsunfälle im Jahr 2020

Corona-Lockdowns: Weniger Verkehrstote und Verletzte

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit den Straßenverkehrsunfällen mit Personenschaden auf Österreichs Straßen im abgelaufenen Kalenderjahr. Aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens während der COVID-19-bedingten Lockdowns gingen 2020 die Unfallzahlen deutlich zurück: 344 Menschen wurden 2020 bei Straßenverkehrsunfällen getötet. Die Zahl der Verkehrstoten verringerte sich damit um 17% gegenüber dem Vorjahr und lag erstmals deutlich unter 400. Rückläufig entwickelte sich auch die Zahl der Verletzten: 37.730 Personen wurden bei Verkehrsunfällen im Jahr 2020 verletzt, um 16% weniger als 2019. Trotz dieses Rückgangs stieg 2020 die Zahl der verletzten Radfahrer und Radfahrerinnen (9.308; +14% gegenüber 2019) auf den höchsten Wert der vergangenen knapp 30 Jahre.