Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Mai 2021

Pflegefamilien in Österreich

Durch Auswertungen aus der Abgestimmten Erwerbsstatistik ist es erstmals möglich, die österreichischen Pflegefamilien nach ausgewählten Merkmalen, wie z.B. dem Familientyp, dem Alter der Pflegekinder und Pflegeeltern oder deren Bildungsstand, zu beschreiben. Pflegefamilien, also Pflegeeltern und ihre Pflegekinder sind in vielen Bereichen den Familien mit nur leiblichen bzw. Stief- oder Adoptivkindern sehr ähnlich. Dies betrifft beispielsweise die Art des Zusammenlebens oder die Erwerbstätigkeit der Erziehungsberechtigten. In anderen Bereichen, wie der Altersstruktur oder Bildung unterscheiden sich Pflegefamilien jedoch von Familien ohne Pflegekinder. Zum Stichtag 31.10.2018 lebten 4.958 Minderjährige als Pflegekinder in 3.897 Pflegefamilien. Meist bestanden Pflegefamilien aus einem Paar (mit oder ohne eigene Kinder) mit nur einem Pflegekind (56,1%). Gut die Hälfte der Pflegeeltern war kinderlos bzw. hatte keine weiteren minderjährigen Kinder in der Familie. Pflegemütter und Pflegeväter wiesen im Durchschnitt einen rund zehn Jahre größeren Altersabstand zu ihren Pflegekindern auf als Mütter und Väter zu ihren leiblichen Kindern. Unter den Pflegeeltern befanden sich häufiger Personen mit Hochschulabschluss als dies bei Eltern allgemein der Fall war. Bei den Pflegekindern selbst gab es teilweise erhöhten schulischen Förderbedarf.

Erwerbsprognose 2020-2080

Die Zahl der Erwerbspersonen in Österreich sollte nach der vorliegenden Prognose künftig relativ konstant bleiben. Die aktuellen Trends in der alters- und geschlechtsspezifischen Erwerbsbeteiligung kompensieren den prognostizierten Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter. So wird das demographische Angebot an Erwerbspersonen, das ist die Summe aus Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen, unselbständig Beschäftigten sowie Arbeitslosen, im Jahr 2050 gegenüber 2019 (4,60 Mio.) bundesweit bloß um 1,1% niedriger sein und dann laut Trendvariante 4,55 Mio. betragen. Blieben die alters- und geschlechtsspezifischen Erwerbsquoten jedoch auf dem Niveau von 2019 konstant, so wäre bis dahin mit einem Rückgang um 5,4% auf 4,35 Mio. Erwerbspersonen zu rechnen. Bei einer etwas stärkeren Ausschöpfung des Erwerbspotenzials (Aktivierungsvariante) wäre bis 2050 ein leichter Zuwachs um 1,8% auf 4,68 Mio. Erwerbspersonen möglich.

Tariflohnindex 16 im Jahr 2020

Der Tariflohnindex mit dem Basisjahr 2016, der die Entwicklung der Mindestlöhne in Österreich misst, erreichte im Jahr 2020 den durchschnittlichen Wert von 109,8 Indexpunkten. Dies entsprach einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 2,3%. Der Zuwachs der Hauptreihen betrug für Arbeiter und Arbeiterinnen 2,5% sowie für Angestellte 2,2%; der Indexwert der Öffentlich Bediensteten nahm um 2,4% zu. Die Abschlüsse der Wirtschaftsklassen nach ÖNACE-2008-Abschnitten lagen zwischen +5,9% (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) und +0,8% (Beherbergung und Gastronomie). Die Abschlüsse der Fachverbände nach der Wirtschaftskammersystematik 2015 bewegten sich zwischen +4,8% (Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen) und +0,4% (Reisebüros).

Viehbestand am 1. Dezember 2020

Im Zuge der Allgemeinen Viehzählung wurde für den Stichtag 1. Dezember 2020 ein Gesamtbestand von 2,81 Mio. Schweinen erhoben. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Anstieg um 1,2%. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl an Schafen auf 394.000 Stück (-2,2%), während der Ziegenbestand auf 92.800 Stück (+0,3%) zunahm. Der zum selben Stichtag aus Verwaltungsquellen ermittelte Rinderbestand wies gegenüber Dezember 2019 einen Rückgang um 1,3% auf 1,86 Mio. Stück auf.

VPI im März 2021

Die allgemeine Teuerung stieg im März 2021 auf 2,0% (Februar 2021: 1,2%). Ausschlaggebend für diesen deutlichen Anstieg waren Treibstoffe und Heizöl, die erstmals seit Beginn der Corona-Krise keine Verbilligungen im Vergleich zum Vorjahresmonat aufwiesen. Der wichtigste Preistreiber blieb nach wie vor Wohnung, Wasser und Energie. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 2,0% gleich hoch wie jene des VPI. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 hatten im März 2021 etwas geringere Auswirkungen auf die Berechnung der Inflationsrate als im Februar 2021.

VPI und HVPI – Revision 2020

Der vorliegende Artikel enthält eine detaillierte Dokumentation der Revisionsergebnisse des VPI und HVPI im Jahr 2020. Der Warenkorb wurde aktualisiert und die Gewichtung aufgrund der Ergebnisse der Konsumerhebung 2019/20 und der aktuellen Daten des Privaten Konsums der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 2019 sowie deren Quartalsberechnung für 2020 neu berechnet. Die Revision wurde gemeinsam mit der Einführung einer neuen Indexbasis für den VPI (Basisjahr 2020) vorgenommen. Die Indexwerte der neuen Basis bzw. der neuen Gewichtung liegen seit Jänner 2021 vor.

Materialflussrechnung 2000-2018

Materialflussrechnungen sind ein zentrales Element der Umweltgesamtrechnungen und ergänzen mit ihrer Darstellung der physischen Ströme die Übersicht der Wirtschaftsprozesse aus monetärer Sicht. Sie erlauben die Abbildung der gesamten Materialflüsse in einer Volkswirtschaft und stellen wichtige Indikatoren für die Betrachtung der Nachhaltigkeit der Ressourcennutzung auf hoher Aggregationsebene zur Verfügung. Als Hauptindikator der Materialflussrechnung kann der Inlandsmaterialverbrauch DMC (= Domestic Material Consumption) betrachtet werden. Der DMC beschreibt den gesamten Materialverbrauch in Produktion und Konsum innerhalb einer Volkswirtschaft. Er kann auch als Maß für all jene Materialien betrachtet werden, die entweder in der Gesellschaft verbleiben oder in Abfälle bzw. Emissionen umgewandelt werden. Seit 2000 erhöhte sich der DMC um 4,0% und betrug im Jahr 2018 168,1 Mio. t. Da das Bruttoinlandsprodukt im selben Zeitraum um 31,4% wuchs, konnte die Materialeffizienz (wirtschaftliche Leistung in Euro/Tonne Materialeinsatz) um 26,4% auf rund 2.193 Euro je Tonne gesteigert werden.