Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Februar 2021

Betreuungs- und Pflegedienste 2019

Im Jahr 2019 wurden 153.152 ältere Menschen durch professionelle mobile Dienste zu Hause betreut bzw. gepflegt. In Altenwohn- und Pflegeheimen lebten – ebenfalls mit finanzieller Unterstützung der Sozialhilfe/Mindestsicherung – 96.458 Personen, 9.040 nahmen eine Kurzzeitpflege in stationären Einrichtungen in Anspruch; für 8.883 zu Hause wohnende Menschen erbrachten Tagesstätten und Tageszentren Betreuungs- und Verpflegsleistungen. Der überwiegende Teil der betreuten und gepflegten Personen war (Ende 2019) weiblich (mobile Dienste: 66%, stationärer Bereich: 71%) bzw. 75-jährig oder älter (74% bzw. 80%); das in der Langzeitpflege tätige Personal hatte einen noch höheren Frauen-Anteil (91% bzw. 84%). Für die Betreuungs- und Pflegedienste wurden im Jahr 2019 insgesamt 4,2 Mrd. € ausgegeben, wovon 59% die Länder und Gemeinden finanzierten, 36% die betreuten/gepflegten Personen bezahlten und 5% sonstige Mittel waren.

Obsternte 2020

Im Erwerbsobstbau wurde (ohne Holunder und Aronia) mit einer Erntemenge von 192.700 t eine deutlich unterdurchschnittliche Produktion verzeichnet (-13,2% zum Zehnjahresmittel). Im Vorjahresvergleich fiel die Ernte um 14,4% geringer aus, wobei die Ausfälle je nach Produktgruppe unterschiedlich stark waren. Beerenobst schnitt dabei am besten ab. Von der Gesamternte des Jahres 2020 entfielen somit 87,3% auf Kernobst, 9,7% auf Beerenobst und 2,9% auf Steinobst.

Arbeitnehmerveranlagung 2018

Laut Auswertung der bis Mitte Oktober 2020 verfügbaren Daten zur Arbeitnehmerveranlagung für 2018 (geschätzter Vollzähligkeitsgrad über 90%) kam es durch diese Veranlagungen zu einer Steuerrückzahlung von 1.767,9 Mio. € (= 6,3% der ursprünglich einbehaltenen Lohnsteuer laut Lohnsteuerstatistik 2018). Die Rückzahlung betrug 1.612,1 Mio. € für unselbständig Erwerbstätige und 155,8 Mio. € für Pensionisten und Pensionistinnen. Bezogen auf die Anzahl der Personen mit durchgeführter Arbeitnehmerveranlagung ergab sich insgesamt eine durchschnittliche Steuerrückzahlung von 399 €, für unselbständig Erwerbstätige von 507 € und für Pensionierte von 125 €.

VPI im Dezember 2020

Die allgemeine Teuerung ging im Dezember 2020 auf 1,2% zurück (November 2020: 1,3%). Der wichtigste Preistreiber im Jahresabstand blieb weiterhin die Ausgabengruppe Wohnung, Wasser und Energie. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,0% geringer als jene des VPI. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 („harter“ Lockdown) hatten im Dezember deutliche Auswirkungen auf die Berechnung der Inflationsrate.

Personenverkehr auf der Donau 2019

Ergebnisse eines EU-geförderten Projektes für den österreichischen Teil der Donau

Im folgenden Beitrag wird die Machbarkeit einer Erhebung des Personenverkehrs auf dem österreichischen Teil der Donau analysiert. Diese Analyse erfolgte im Zuge eines von Eurostat geförderten Projektes für das Berichtsjahr 2019. Zur Ermittlung des Personenverkehrs wurde für Daten der ausländischen Unternehmen ein Schätzmodell entwickelt, in welches sowohl AIS-Daten (Automatic Identification System) als auch über Web-Scraping erhaltene Informationen zu durchgeführten Schiffsrouten einflossen. Darüber hinaus wurden Daten der Schleusen und Anlegestellen, Informationen zu Schiffstypen und deren Kapazitäten sowie Ergebnisse einer nationalen Befragung der viadonau berücksichtigt. Für inländische Unternehmen wurde ein Fragebogen entworfen und versendet. Die Teilnahme erfolgte dabei auf freiwilliger Basis. Neben der Beschreibung der durchgeführten Arbeiten im Zuge des EU-Projektes beinhaltet der Artikel auch eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse für das Berichtsjahr 2019.

Wie geht’s Österreich 2020

Indikatoren und Analysen

Für eine umfängliche Wohlstandsmessung präsentiert „Wie geht’s Österreich?“ (WgÖ?) seit 2012 Schlüsselindikatoren zu den Bereichen materieller Wohlstand, Lebensqualität und Umwelt. Diese 30 Indikatoren ergänzen das Bruttoinlandsprodukt und tragen so zu einem breiteren Verständnis der Wohlstands- und Fortschrittsentwicklung in Österreich bei. Ein Gremium externer unabhängiger wissenschaftlicher Experten und Expertinnen bewertet die lang- und kurzfristigen Verläufe der Schlüsselindikatoren nach einer 5-teiligen Skala. Ein Großteil der Indikatoren des materiellen Wohlstands wurde für die vergangenen drei Jahre sehr positiv oder positiv bewertet: So stiegen 2019 das Bruttoinlandsprodukt (+1,0% pro Kopf, real), das Einkommen (+1,0% pro Kopf, real) und der Konsum (+0,7% pro Kopf, real). Im Bereich Lebensqualität gibt es kurzfristig keine negative Bewertung. Die subjektive Lebenszufriedenheit lag weiterhin auf einem sehr hohen Niveau, der Anteil der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten war im EU-Vergleich gering und ist weiter gesunken. Wesentlich heterogener und auch kritischer wurden die Indikatoren im Umweltbereich vom Expertengremium beurteilt. Der hohe Ressourcen- und Energieverbrauch sowie ansteigende Treibhausgasemissionen werden weiterhin als problematisch erachtet. Lichtblicke im Umweltbereich sind die Zunahme der Bio-Flächen (Indikator entwickelt sich sehr positiv) sowie der Rückgang der Feinstaubexposition (Indikator entwickelt sich positiv).