Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Dezember 2020

Statistische Nachrichten 2020

Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht kein einfaches Jahr. Die COVID-19-Krise hat Statistik Austria und den Autorinnen und Autoren einiges abverlangt. Es konnten jedoch in den Statistischen Nachrichten alle geplanten und zusätzlich bereitgestellten Beiträge zeitgerecht publiziert werden. Das 2008 eingeführte Feedback- bzw. Begutachtungssystem zur Qualitätssicherung der Beiträge in den Statistischen Nachrichten konnte 2020 leider nicht in gewohnter Weise weitergeführt werden. Statistik Austria ist aber weiter bestrebt, monatlich ein hochwertiges Fachjournal anzubieten. Aufgrund des Lockdowns werden die aktuellen Ausgaben als Kundenservice gratis im Internet als PDF zur Verfügung gestellt.

Grafik 1  Die Redaktion wünscht ein friedliches Weihnachtsfest und alles Gute für 2021

Dynamiken des österreichischen Arbeitsmarktes

Quartalsübergänge 2019 unter Nutzung der Längsschnittdaten der Mikrozensus-Aasrbeitskräfteerhebung

Der Artikel beschäftigt sich mit der Dynamik des österreichischen Arbeitsmarktes im Jahr 2019. Die Analysen basieren auf den sogenannten Flow-Beständen, die auf der Längsschnittdimension der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung beruhen und die Betrachtung von Veränderungen auf Personenebene erlauben. Die Hauptergebnisse der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung hingegen stellen die Bestandsgrößen der Quartale dar und basieren auf der Querschnittsdimension. Durch die Flow-Statistiken können somit jene Bewegungen am Arbeitsmarkt sichtbar gemacht werden, die ursächlich für die Veränderungen der Bestandsgrößen sind. Im Zentrum stehen die Bewegungen zwischen den drei Erwerbsstatusgruppen – Erwerbstätige, Arbeitslose und Nicht-Erwerbspersonen – in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen. Die Gesamtfluktuationsrate lag im Jahr 2019 etwas über dem Vorjahr. Während die Wechselbewegungen zwischen den Erwerbsstatusgruppen aber großteils den üblichen saisonalen Mustern entsprachen, stellte der Übergang vom 4. Quartal 2019 zum 1. Quartal 2020 eine Besonderheit dar. Hier konnte – bedingt durch den Lockdown in den letzten zwei Wochen des 1. Quartals 2020 – ein deutlicher Beschäftigungsrückgang beobachtet werden.

Bevölkerungsprognose 2020 für Österreich

… und die Bundesländer bis 2080 (2100); Prognosegeneration 2019

Österreichs Bevölkerung wächst und altert. Dieser Prozess, der schon in den vergangenen Jahrzehnten zu beobachten war, wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Einerseits führen langfristige Wanderungsgewinne von jährlich rund 30.000 Personen zu einem Bevölkerungsanstieg. Andererseits sind neben den stagnierenden Geburtenzahlen und der steigenden Lebenserwartung insbesondere die starken Geburtsjahrgänge, die sukzessive ins Pensionsalter wechseln, für den Alterungsprozess verantwortlich. Demnach wird die Bevölkerungszahl Österreichs von 8,88 Mio. (2019) bis 2040 um 6% auf 9,45 Mio. wachsen, bis 2080 schließlich um 12% auf 9,93. Mio. Der Bevölkerungsanteil 65+ steigt in den nächsten sechs Jahrzehnten von 18,9% (2019) auf 29,3% (2080). Das prognostizierte Bevölkerungswachstum Österreichs in den nächsten Jahrzehnten wird sich regional sehr unterschiedlich verteilen. Überdurchschnittlich starkes Wachstum ist in Wien zu erwarten. Die Bundeshauptstadt wird laut der Prognose im Jahr 2028, wie zuletzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die 2-Mio.-Marke überschreiten. Für Kärnten wäre hingegen mit weiteren Bevölkerungsverlusten zu rechnen, wodurch die Einwohnerzahl ab 2021 hinter Salzburg zurückfallen würde. Neben Wien wird auch für Niederösterreich und das Burgenland ein überdurchschnittlich starkes Bevölkerungswachstum prognostiziert, während der Trend in Salzburg und in der Steiermark unter dem Bundesschnitt liegt. In allen anderen Bundesländern liegt das künftige Wachstum grosso modo im Österreichschnitt. Die Zahl der im Ausland geborenen Bevölkerung Österreichs wird künftig weiterhin zunehmen. 2019 lebten im Bundesgebiet 1,79 Mio. Menschen, bzw. 20% der Gesamtbevölkerung, die nicht in Österreich zur Welt kamen. Bis zum Jahr 2040 steigt ihre Zahl auf 2,23 Mio. (+28%), bis 2080 schließlich auf 2,67 Mio. (+53% gegenüber dem Basisjahr 2019). Der Anteil der nicht in Österreich geborenen Personen nimmt somit bis 2040 auf 24% und bis 2080 auf 27% zu.

Wie gesund fühlt sich Österreichs Bevölkerung?

Ergebnisse aus der Gesundheitsbefragung 2019

Im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie der Bundesgesundheitsagentur befragte Statistik Austria von Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 15.461 zufällig ausgewählte Personen zu gesundheitsrelevanten Themen, insbesondere zum Gesundheitszustand, zum Gesundheitsverhalten sowie zur Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten (hochgerechnet 7,4 Mio. Personen). Der Großteil der Zielgruppe beurteilt den eigenen Gesundheitszustand als „sehr gut“ oder „gut“ (Männer: 75,7%, Frauen: 73,3%). Rund zwei Drittel der Bevölkerung (2,4 Mio. Männer und 2,5 Mio. Frauen) leiden an zumindest einem chronischen, also lang andauernden gesundheitlichen Problem. Chronische Krankheiten und Gesundheitsprobleme nehmen mit dem Alter zu. So sind bei der Bevölkerung ab 60 Jahren 86% betroffen, wobei in diesem Alter viele Personen mehrere gesundheitliche Probleme gleichzeitig haben. Als „chronischer Problembereich“ Nummer Eins erweist sich der Rücken: Rund ein Viertel der Personen im Alter von 15 und mehr Jahren, also fast 1,9 Mio. Menschen, leiden unter chronischen Kreuzschmerzen. An zweiter Stelle stehen Allergien (1,7 Mio. Menschen), und 1,6 Mio. Menschen haben einen erhöhten Bluthochdruck.

VPI im Oktober 2020

Die allgemeine Teuerung ging im Oktober 2020 auf 1,3% zurück (September 2020: revidiert 1,4%). Die stärksten Preistreiber im Jahresvergleich blieben Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,1% geringer als jene des VPI. Im Oktober haben die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 weiterhin nur noch einen Teil des Tourismussektors und kaum mehr den Unterhaltungsbereich betroffen; damit haben sie die Berechnung der Oktober-Inflationsrate nur marginal beeinflusst.

Internet und Social Media 2019

Nutzung in Unternehmen und Haushalten im EU-Vergleich

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben für den strukturellen Wandel der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten eine bedeutende Rolle gespielt. Das Internet, stellvertretend als eine von vielen Informations- und Kommunikationstechnologien genannt, hatte seit seiner Entstehung in den 1970er Jahren große Auswirkungen auf viele Bereiche des täglichen Lebens, sowohl im privaten als auch im wirtschaftlichen Bereich. Gerade diese Technologien sind einem raschen Wandel unterworfen, der sich auch bei deren Einsatz widerspiegelt. So wird beispielsweise bei den Internetverbindungen aufgrund der technologischen Verfügbarkeit vermehrt auf mobile Hochleistungsverbindungen gesetzt, oft durch Anwendung mobiler Geräte. Gerade solche Geräte haben die starke Verbreitung von sozialen Medien unterstützt, um jederzeit und überall Inhalte zu teilen. Dieser Beitrag widmet sich Ergebnissen dieser Themen, die EU-weit von den nationalen statistischen Ämtern im Jahr 2019 erhoben und von Eurostat zur Verfügung gestellt wurden.

Beilage: Jahresinhaltsverzeichnis 2020