Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen November 2020

Verdienststrukturerhebung 2018

Entwicklung und Verteilung der Löhne und Gehälter

Laut den Ergebnissen der Verdienststrukturerhebung 2018 verdienten unselbständig Beschäftigte in Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten im Produktions- und Dienstleistungsbereich 2018 im Mittel (Median) 15,09 € brutto pro Stunde. Inflationsbereinigt stiegen die Bruttostundenverdienste ausgehend vom Basisjahr 2006 bis zum Jahr 2018 um insgesamt 4,8%. Das Wachstum war jedoch durch die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 unterbrochen. Zwischen 2006 und 2010 nahmen die Bruttostundenverdienste real um 3,3% zu und gingen nach dem Einsetzen der Wirtschaftskrise in den Jahren 2010 bis 2014 um 1,1% zurück. Mit einem Plus von 2,6% war im Zeitraum 2014 bis 2018 dagegen wieder ein Zuwachs zu verzeichnen. Bezogen auf die Höhe der Verdienste zeigen sich im Untersuchungszeitraum starke Unterschiede nach Branchen und Berufen. Zudem waren Männer in den oberen Verdienstklassen häufiger vertreten als Frauen, während der Anteil der Frauen in den unteren Verdienstklassen überwog. Insgesamt lagen die mittleren Bruttostundenverdienste der Frauen 2018 um 17,4% unter jenen der Männer. Gegenüber 22,7% im Jahr 2006 verringerte sich der geschlechtsspezifische Lohnunterschied damit um insgesamt 5,3 Prozentpunkte oder 0,4 Prozentpunkte pro Jahr.

Mindestsicherung 2019

Ergebnisse der Bundesländer

Menschen, die ihre existenziellen Grundbedürfnisse (Lebensunterhalt, Wohnen, Schutz im Krankheitsfall) nicht oder nicht ausreichend durch Eigenmittel (Einkommen, Vermögen) oder vorrangige Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld) sichern können und zu einem dauernden Aufenthalt in Österreich berechtigt sind, haben Anspruch auf Mindestsicherung. 2019 lebten durchschnittlich 212.192 Personen in 107.689 von der Mindestsicherung unterstützten Bedarfsgemeinschaften (in Ein- oder Mehrpersonenhaushalten), der Großteil davon (64% der Personen) wohnte in Wien. 72% der Bedarfsgemeinschaften erhielten eine Aufstockung zu vorhandenen Einkünften, 28% wurden zur Gänze von der Mindestsicherung unterstützt. Die monatliche Leistungshöhe pro Bedarfsgemeinschaft betrug durchschnittlich 668 € (pro Person 339 €). Die Jahresausgaben für die Mindestsicherung lagen bei 913 Mio. €; das waren weniger als 1% der Sozialausgaben insgesamt.

VPI im September 2020

Die allgemeine Teuerung stieg im September 2020 auf 1,5% (August 2020: 1,4%). Die stärksten Preistreiber im Jahresabstand blieben Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,3% geringer als jene des VPI. Im September betrafen die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 nur noch einen Teil des Tourismussektors und kaum mehr den Unterhaltungsbereich, womit sie nur in sehr geringem Ausmaß die Berechnung der September-Inflationsrate beeinflussten.

Bruttoinlandsprodukt 2019

In diesem Artikel werden die aktuellen Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Jahr 2019 vorgestellt. Darüber hinaus werden die Hintergründe zu Änderungen im Vergleich zum bisherigen Berechnungsstand für die Jahre 2016 bis 2018 erläutert. Die Revisionen für diese Jahre ergeben sich vor allem aus dem Abstimmungsprozess der Aufkommens- und Verwendungstabellen sowie aus der Verfügbarkeit rezenter und detaillierter Unternehmensstatistiken. Das Bruttoinlandsprodukt Österreichs erhöhte sich im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr real um 1,4%. Dies bedeutete eine Abschwächung der Dynamik der letzten Jahre (2017: +2,4%; 2018: +2,6%). Das österreichische Wirtschaftswachstum bewegte sich damit etwa im Durchschnitt der EU-28 (+1,5%), übertraf jedoch deutlich die Wachstumsraten seiner wichtigsten EU-Handelspartner Deutschland (+0,6%) und Italien (+0,3%).

Revision der QVGR

Erstmals von Statistik Austria publizierte Ergebnisse der vierteljährlichen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (QVGR)

Die im September publizierten Ergebnisse der vierteljährlichen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (QVGR) wurden erstmals von Statistik Austria erstellt. Die Übernahme der Berechnungen vom bisher verantwortlichen Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) bringt nicht nur Revisionen der aktuellen Quartalswerte mit sich, sondern wirkt sich auch auf die Zeitreihe ab 1995 aus. Der vorliegende Artikel gibt Einblick in den Implementierungsprozess und stellt zentrale Indikatoren, Schätzmodelle und den technischen Aufbau der QVGR dar. Weiters werden die wichtigsten Änderungen im Vergleich zur bisher publizierten Zeitreihe dokumentiert und die aktuellen Ergebnisse für das 2. Quartal 2020 präsentiert.