Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Oktober 2020

Demographische Strukturen und Trends 2019

Die Einwohnerzahl Österreichs erhöhte sich 2019 um 42.289 Personen (+0,5%) auf 8.901.064 am 1.1.2020. Rund 96% des Bevölkerungswachstums entfielen auf den Zuwanderungsüberschuss, d.h., dass die Geburtenbilanz nur einen geringen Beitrag leistete. Dem Trend der vergangenen Jahre folgend, verringerte sich die Zahl der österreichischen Staatsangehörigen leicht (-5.011), während jene der ausländischen Staatsangehörigen stark anstieg (+47.300). Folglich erhöhte sich der Ausländeranteil an der Bevölkerung von 16,2% am 1.1.2019 auf 16,7% am 1.1.2020. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt lag 2019 für Männer bei 79,5 Jahren und für Frauen bei 84,2 Jahren. Die Gesamtfertilitätsrate erreichte 1,46 Kinder pro Frau. Obwohl 2019 erstmals Hochzeiten von gleichgeschlechtlichen Paaren in Österreich gesetzlich möglich waren, lag die Zahl der Eheschließungen 2019 insgesamt unter dem Niveau des Vorjahres. Hingegen stieg die Zahl der Begründungen eingetragener Partnerschaften deutlich an, da 2019 auch verschiedengeschlechtliche Paare von dieser Möglichkeit Gebrauch machten. Die Zahl der Ehescheidungen und Auflösungen eingetragener Partnerschaften verzeichnete 2019 einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Außenhandel im 1 Halbjahr 2020

Vorläufige Ergebnisse

Der österreichische Außenhandel verzeichnete nach vorläufigen Ergebnissen im ersten Halbjahr 2020 gegenüber der Vorjahresperiode wertmäßige Verluste in beiden Verkehrsrichtungen. Der Wert der Einfuhr sank um 13,0% auf 69,65 Mrd. €, die Ausfuhr nahm um 11,7% auf 68,51 Mrd. € ab. Der Handel mit den EU-Partnerländern zeigte einen Rückgang der Intra-EU-Importe um 13,9% auf 47,17 Mrd. € und der Intra-EU-Exporte um 11,1% auf 46,55 Mrd. €. Die Extra-EU-Importe nahmen um 10,8% auf 22,48 Mrd. € ab, die Extra-EU-Exporte verringerten sich um 12,9% auf 21,96 Mrd. €. Das Defizit der Außenhandelsbilanz belief sich auf 1,14 Mrd. €.

Viehbestand am 1. Juni 2020

Der für den Stichtag 1. Juni 2020 berechnete Schweinebestand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,6% auf 2.695.000 Stück. Der zum selben Stichtag ermittelte Rinderbestand verringerte sich im gleichen Zeitraum um 1,5% auf 1.844.000 Stück. Für die Erstellung der Ergebnisse zum Viehbestand im Juni wurden ausschließlich Verwaltungsdaten herangezogen.

VPI im August 2020

Die allgemeine Teuerung ging im August 2020 auf 1,4% zurück (Juli 2020: 1,7%). Ausschlaggebend dafür war die Preisentwicklung von Bekleidungsartikeln. Nachdem sich der Sommerschlussverkauf im Juli als wesentlich schwächer als in den Vorjahren gezeigt hatte, folgte im August eine dynamischere Schlussverkaufswelle. Dadurch erwies sich Bekleidung im August verglichen mit dem Vorjahr als deutlich billiger. Die stärksten Preistreiber im Jahresabstand blieben Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,4% so hoch wie jene des VPI. Wie im Juli betrafen die verbliebenen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 den Reise- und Unterhaltungsbereich und beeinflussten nur in geringem Ausmaß die Berechnung der August-Inflationsrate.

Tourismus in der Wintersaison 2019/2020

Die Wintersaison 2019/2020 schloss mit insgesamt 59,68 Mio. Nächtigungen ab. Aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie bzw. der Betriebsschließungen wurden Mitte März bis Ende April nahezu keine Nächtigungen registriert. Dementsprechend nahm die Gesamtzahl der Nächtigungen im Vergleich zur Vorjahressaison um 18,1% ab. Das diesjährig erreichte Nächtigungsvolumen entspricht etwa jenem der Wintersaison 2006/07 mit 59,38 Mio. Nächtigungen.

VRV 2015 – Rechnungsquerschnitt und Maastricht-Ergebnis

Auswirkungen des neuen Haushaltsrechts der Gemeinden auf die VGR

Der sogenannte Rechnungsquerschnitt ermöglicht eine Überleitung vom administrativen Ergebnis der Gemeinden laut Voranschlags- und Rechnungsverordnung (VRV) hin zum „Maastricht-Ergebnis“, also zum Beitrag der einzelnen Gemeinde zum Finanzierungssaldo der Gemeindeebene gemäß ESVG. Dieses vorläufige Ergebnis ist für die Gemeinden und politischen Entscheidungsträger ein wichtiger Indikator. Der Umstieg von der VRV 1997 auf die VRV 2015 bietet die Chance einer Neubewertung dieser Überleitung.