Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen September 2020

Der Arbeitsmarkt in der Corona-Krise

Arbeitsmarktdaten Juni 2020

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie hatten massive Auswirkungen auf den österreichischen Arbeitsmarkt. Die weitgehenden Lockerungen haben in den meisten Branchen mittlerweile zu einer Verbesserung der Lage geführt, doch die Situation am Arbeitsmarkt ist weiterhin sehr angespannt. Während die Erwerbstätigkeit im Bau mittlerweile etwa das Vorkrisen-Niveau erreicht hat, haben vor allem die Branchen „Beherbergung und Gastronomie“ und „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ noch immer schwer mit den Nachwirkungen der Krise zu kämpfen. Dabei ist es von Branche zu Branche auch sehr unterschiedlich, welchen Personengruppen rascher ein Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt gelingt. Insgesamt konnten Männer bisher jedoch in höherem Ausmaß wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen als Frauen. Österreichische Staatsangehörige nahmen rascher die nächste Erwerbstätigkeit auf als Ausländer und Ausländerinnen.

Sterblichkeit in Österreich an COVID-19

Rund 4% der Sterbefälle im März und April 2020 aufgrund von COVID-19

In den beiden Monaten März und April 2020 starben in Österreich 588 Menschen an COVID-19. Mit Ausbruch der COVID-19-Krise Mitte März stieg die Sterblichkeit spürbar an. Der Höhepunkt wurde in der ersten April-Hälfte erreicht, danach ging die Sterblichkeit wieder auf das Niveau der Vorjahre zurück. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anzahl älterer Menschen in der Bevölkerung über die Zeit und nach Geschlecht, war die Sterblichkeit insgesamt im März und April 2020 um 1% höher als im Durchschnitt der Jahre 2015-2019. Betroffen waren zumeist ältere Personen mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz- oder Nierenerkrankungen. Bei Männern war die Sterblichkeit aufgrund von COVID-19 fast doppelt so hoch wie bei Frauen.

Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen

Aktuelle Daten - Monatsergebnisse Jänner bis Mai 2020 mit Branchenanalyse des Shutdowns sowie Ergebnisse für 2019 und das 1. Quartal 2020

Im 1. Quartal 2020 kam es zu einem Umsatzrückgang um 3,0% auf 174,9 Mrd. €. Steuerfreie Umsätze wurden in Höhe von 51,7 Mrd. € gemeldet, was einem Minus von 4,0% entsprach. Die zu den steuerfreien Umsätzen zählenden Exporte waren mit Rückgängen von 5,9% für innergemeinschaftliche Lieferungen und 5,6% für Exporte in Drittländer noch stärker vom COVID-19-Shutdown Mitte März betroffen. Für das Veranlagungsjahr 2019 weist die Statistik der Umsatzsteuervoranmeldungen 560.892 Steuerpflichtige aus, um 2,3% mehr als im Vorjahr. Der von diesen Unternehmen erzielte steuerbare Umsatz war mit 770,1 Mrd. € um 3,6% größer als 2018; davon blieb fast ein Drittel (229,3 Mrd. €) steuerfrei. Vom steuerpflichtigen Umsatz in der Höhe von 502,7 Mrd. € entfielen 77% auf den Normalsteuersatz von 20%, 21% auf den ermäßigten Steuersatz von 10% und 2% auf den 2016 neu eingeführten Steuersatz von 13%.

VPI im Juli 2020

Die allgemeine Teuerung stieg im Juli 2020 auf 1,7% (Juni 2020: 1,1%). Hauptverantwortlich dafür war beispielsweise die Entwicklung der Preise für Bekleidung. Nach spürbaren Preisreduktionen im Mai und Juni fiel der traditionelle Schlussverkauf im Juli deutlich weniger markant aus als in den letzten Jahren. Dadurch war Bekleidung im Juli verglichen mit dem Vorjahr merklich teurer. Außerdem wirkten die Treibstoffpreise weniger preisdämpfend als zuletzt. Die bedeutendsten Preistreiber blieben nach wie vor Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels. Die Senkung der Mehrwertsteuer für Gastronomie, Beherbergung, Kultur sowie Publikationen ab 1. Juli hatte keinen merklichen Effekt auf die Entwicklung der Verbraucherpreise in diesen Bereichen. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,8% etwas höher als jene des VPI. Wie im Juni betrafen die verbliebenen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 den Reise- und Unterhaltungsbereich und beeinflussten nur in geringem Ausmaß die Berechnung der Juli-Inflationsrate.

Digitale Wirtschaft in den VGR

Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse der Leistungs- und Strukturstatistik 2018 in den Produktions- und Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) haben sich zurzeit mit vielen unterschiedlichen Phänomenen und Entwicklungen sowohl aus theoretischer Sicht als auch methodisch-technisch auseinanderzusetzen. Die meisten dieser Themen haben in der Regel im weiteren oder auch im engeren Sinne entweder mit der Globalisierung oder der Digitalisierung, meistens aber mit beiden gleichzeitig zu tun. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Berechnungsmodelle der VGR. Dazu werden einzelne Aspekte der Digitalisierung, in diesem Fall digitale Plattformen und Onlinehandel, aus konzeptueller und technischer Sicht betrachtet und mögliche Herangehensweisen zur Erreichung einer qualitativ hochwertigen statistischen Erfassung skizziert.

Straßenverkehrsunfälle 2019

Weniger Unfälle, aber mehr Verkehrstote

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit dem Unfallgeschehen auf Österreichs Straßen im abgelaufenen Kalenderjahr. Insgesamt wurden 2019 in Österreich 416 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen getötet, um 1,7% mehr als im Jahr zuvor. Auch 16 Kinder verloren 2019 bei Verkehrsunfällen ihr Leben; die Zahlen der tödlich verunglückten Kinder hat sich im Vergleich zu 2018 somit mehr als verfünffacht. Rückläufig entwickelten sich hingegen die Anzahlen der Verkehrsunfälle sowie der Verletzten, welche um jeweils 3% unter den Vorjahreswerten lagen. Fast ein Drittel der Verkehrsunfälle wurde durch Unachtsamkeit beziehungsweise Ablenkung verursacht.

Experimentelle Statistik - LEARN4SDGis

Kleinräumige Darstellung durch experimentelle Methoden - Machine Learning for Sample Data and Geographic information systems

Das Innovationsprojekt “Machine Learning for Sample Data Geographic information systems” (LEARN4SDGis) zielte darauf ab, sozialstatistische Stichprobendaten kleinräumig darzustellen. Insbesondere wurde die kartographische Aufbereitung von Indikatoren erarbeitet, die im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs) der Agenda 2030 verwendet werden können. Diese Zielsetzung wurde durch Anwendung von Maschinenlernmethoden und Integration unterschiedlicher Datenquellen verfolgt. Kartographische Darstellungen zu Armut, Gesundheit und Bildung konnten als erste Ergebnisse gewonnen werden. Da diese Daten hinsichtlich Methodik oder europäischer Harmonisierung noch nicht vollständig ausgereift sind, werden sie als „Experimentelle Statistiken“ gekennzeichnet.