Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Juni 2020

Feldfruchternte 2019

Die Getreideernte 2019 (inkl. Körnermais) umfasste eine Produktionsmenge von 5,42 Mio. t. Sie fiel damit deutlich höher aus als im Vorjahr (+12,8%) und auch im Zehnjahresdurchschnitt (+6,1%). Die Ernte von Ölsaaten und Körnerleguminosen stieg mit 449.200 t ebenfalls über Vorjahresniveau (+3,9%) und lag um 9,3% über dem Zehnjahresmittel. Die Produktion an Hackfrüchten ging wegen verminderter Anbauflächen für Zuckerrüben auf 2,72 Mio. t zurück und kam damit um 4,6% unter dem ohnehin tiefen Vorjahresniveau und 30,2% unter dem langjährigen Mittel zu liegen.

Geflügelproduktion 2019

Im Jahr 2019 wurden österreichweit 90,7 Mio. Hühner (+5,8% gegenüber 2018) in dahingehend meldepflichtigen Betrieben geschlachtet. Die gesamte Schlachtproduktion (Ware unterschiedlicher Herrichtungsform wie z.B. „bratfertig ohne Innereien“) stieg dabei auf 116.000 t (+5,4%). Des Weiteren wurden im Lauf des Jahres 125,3 Mio. Hühner-Bruteier (-3,0%) in dazu meldepflichtigen Brütereien eingelegt, und 100,3 Mio. Küken (-1,9%) schlüpften.

Schlachtungsstatistik 2019

Im Jahr 2019 wurden österreichweit insgesamt 625.000 Rinder (-2,1% gegenüber dem Vorjahr), 55.100 Kälber (-0,2%), 5.086.000 Schweine (-1,3%), 342.000 Schafe und Lämmer (+15,9%), 53.800 Ziegen und Kitze (+1,7%) sowie 564 Pferde, Fohlen und andere Einhufer (-8,7%) geschlachtet. Dabei fielen 224.000 t Rind-, 5.600 t Kalb-, 504.000 t Schweine- sowie 7.000 t Schaf- und Lammfleisch an. Dazu kamen noch geringe Mengen an Ziegen- (573 t) und Pferdefleisch (120 t).

VPI im April 2020

Die allgemeine Teuerung ging im April 2020 auf 1,5% zurück (März 2020: 1,6%). Als hauptverantwortlich dafür erwies sich ein erneuter Preisrutsch bei Treibstoffen und Heizöl. Preistreiber waren hingegen Nahrungsmittel und der Bereich Wohnen. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,5% so hoch wie jene des VPI. Die umfangreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 wirkten sich auch stark auf die Berechnung der April-Inflationsrate aus.

Auswirkung von COVID-19 auf VPI

Methodische Informationen

Die Preiserhebung für den Monat April 2020 stand durch die COVID-19-Beschränkungen vor besonderen Herausforderungen. Ein Großteil der Geschäfte war geschlossen und konnte daher nicht wie gewohnt besucht werden. Dienstleistungen wurden, wenn überhaupt, nur eingeschränkt angeboten. Teilweise konnten diese Ausfälle durch telefonische und Online-Erhebung ersetzt werden. Wo dies nicht möglich war, erfolgte die Berechnung der Inflationsrate durch Imputationen. Damit wurden die Preise des Vormonats fortgeschrieben, mit der allgemeinen Teuerungsrate weitergerechnet oder das saisonale Muster des Vorjahres übernommen. Diese Vorgangsweise betraf etwa 26% des Warenkorbgewichts. Erstmals wurden auch Scannerdaten, die die Preiserhebung in Supermärkten und Drogerien ersetzten, zur Inflationsberechnung verwendet.

Konjunkturstatistik 2019

Vorläufige Ergebnisse im Produzierenden Bereich

Dieser Beitrag präsentiert die vorläufigen primärstatistischen Ergebnisse der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich 2019 (Abschnitte B-F der ÖNACE 2008), die eine der zentralen Informationsquellen für die Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung Österreichs und – aufgrund der Meldeverpflichtung an die EU – des gesamten europäischen Wirtschafts- und Währungsraums darstellt. Im Jahr 2019 erzielten die 10.060 erhobenen Unternehmen (-1,1% gegenüber dem Vorjahr) einen Gesamtumsatz von 280,1 Mrd. € (+1,2%). Die Brutto-Verdienste für die 818.220 unselbständig Beschäftigten (+2,1%) betrugen 39,5 Mrd. € (+5,2%). Zum Stichtag 31.12.2019 waren in den 10.630 erhobenen Betrieben (ebenfalls -1,1%) 817.318 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (+2,1%) beschäftigt, die bei 1.339,7 Mio. geleisteten Arbeitsstunden (+2,1%) Brutto-Verdienste in der Höhe von 39,5 Mrd. € (+5,2%) erzielten. An Auftragseingängen konnten 153,2 Mrd. € (-2,1%) verbucht werden. Ende Dezember 2019 standen noch Auftragsbestände in der Höhe von 64,5 Mrd. € (-2,2%) zu Buche. Der Wert der auf dem Markt abgesetzten Güter und Leistungen (abgesetzte Produktion) belief sich auf 275,8 Mrd. € (+0,7%).

Materialflussrechnung 2000-2017

… und ausgewählte Indikatoren

Materialflussrechnungen sind ein zentrales Element der Umweltgesamtrechnungen und ergänzen mit ihrer Darstellung der physischen Ströme die Übersicht der Wirtschaftsprozesse aus monetärer Sicht. Sie erlauben die Abbildung der gesamten Materialflüsse in einer Volkswirtschaft und stellen wichtige Indikatoren für eine Betrachtung von Nachhaltigkeitstrends auf hoher Aggregationsebene zur Verfügung, darunter auch den von Eurostat als Schlüsselindikator für Ressourceneffizienz verwendeten Inlandsmaterialverbrauch DMC (= Domestic Material Consumption). Der DMC kann als Maß für all jene Materialien betrachtet werden, die entweder in der Gesellschaft verbleiben oder in Abfälle bzw. Emissionen umgewandelt werden; seit 2000 erhöhte er sich lediglich um 1,0%. Da das Bruttoinlandsprodukt im selben Zeitraum um 28,5% wuchs, konnte die Materialeffizienz (wirtschaftliche Leistung in Euro pro Tonne Materialeinsatz) um 27,2% auf rund 1.990 € je Tonne gesteigert werden. Im Folgenden werden die Ergebnisse der Materialflussrechnung 2017 sowie deren Entwicklung seit 2000 präsentiert.

Straßengüterverkehrs-App

Neue Meldeschiene für die Straßengüterverkehrserhebung

Im folgenden Beitrag wird eine seit Jänner 2020 in der Straßengüterverkehrsstatistik neu zur Anwendung kommende Meldeschiene und deren Funktionalitäten beschrieben. Die neue Straßengüterverkehrs-App setzt sich aus einem modernen Internetfragebogen (Backoffice) sowie einer mobilen Erhebungs-App für Smartphones oder Tablets zusammen, wobei das Backoffice auch als „Stand Alone“ Internetfragebogen verwendet werden kann. Die Smartphone-App kann bei eingeschaltetem GPS wesentliche Informationen der zurückgelegten Fahrten automatisch aufzeichnen und wird in Kombination mit dem Backoffice verwendet. Dadurch, sowie durch weitere Vereinfachungen bei der Erstellung der erforderlichen Meldungen, wurde der Aufwand für die Unternehmen erheblich reduziert. Zudem werden die Begleitmaßnahmen von Statistik Austria zur Einführung der neuen Meldeschiene vorgestellt, sowie erste Reaktionen und Rücklaufquoten präsentiert.