Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen April 2020

Außenhandel: vorläufiges Gesamtjahr 2019

Der österreichische Außenhandel verzeichnete nach vorläufigen Ergebnissen im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr wertmäßige Zuwächse in beiden Verkehrsrichtungen. Der Wert der Einfuhren stieg um 1,2% auf 157,97 Mrd. €, die Ausfuhren legten um 2,5% auf 153,79 Mrd. € zu. Der Handel mit den EU-Partnerländern zeigte ein Wachstum der Intra-EU-Importe um 0,4% auf 110,77 Mrd. € und der Intra-EU-Exporte um 2,2% auf 107,21 Mrd. €. Der Warenverkehr mit Drittstaaten nahm ebenfalls in beiden Richtungen zu (Extra-EU-Importe: +3,2% auf 47,20 Mrd. €; Extra-EU-Exporte: +3,2% auf 46,58 Mrd. €). Das Defizit der Außenhandelsbilanz belief sich auf 4,18 Mrd. €.

Obsternte 2019

Nach der außerordentlich hohen Kernobstproduktion des Vorjahres fiel die Obsternte 2019 moderat aus. So wurde im Erwerbsobstbau (ohne Holunder und Aronia) eine durchschnittliche Produktion von 225.200 t verzeichnet (-0,4% zum Zehnjahresmittel), welche jedoch 20,8% unter dem Vorjahresergebnis lag. Von der Gesamternte des Jahres 2019 entfielen 84,6% auf Kernobst, 8,3% auf Beerenobst und 6,9% auf Steinobst.

Gemüseernte 2019

Die Produktion von Feld- und Gartenbaugemüse (inkl. Chinakohl) belief sich 2019 auf 611.500 t (+8,7% im Vergleich zu 2018). Bei leicht gestiegener Anbaufläche (+2,1% zu 2018) fiel die Ernte damit im Bereich des Fünfjahresmittels aus (+1,0%). Davon waren 161.100 t (+/-0,0% zu 2018) Fruchtgemüse, deren Produktionsmenge 3,6% über dem Fünfjahresmittel notierte. Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse erbrachte, nach der stark unterdurchschnittlichen Produktion des Vorjahres, mit 140.000 t wieder eine leicht überdurchschnittliche Erntemenge (+1,6% zum Fünfjahresmittel), die 15,5% über dem Wert von 2018 lag. Die Gruppe der Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüsearten umfasste eine Produktionsmenge von 310.400 t (+10,7% zu 2018), was etwa dem Fünfjahresmittel entsprach (-0,6%).

Einkommensteuerstatistik 2017

Im Jahr 2017 wurden 1.004.596 Personen zur Einkommensteuer veranlagt, davon 699.681 Steuerfälle und 340.915 Nullfälle. Im Vergleich zu 2016 stieg die Zahl der Steuerfälle um 3,8%. Deren Einkünfte erreichten ein Volumen von 34,1 Mrd. € (+5,1%), ihr zu versteuerndes Einkommen belief sich auf 33,2 Mrd. € (+5,1%); die festgesetzte Einkommensteuer wies einen Anstieg um 576 Mio. € auf 10,5 Mrd. € (+5,8%) auf, woraus eine Steuerbelastungsquote von 31,7% resultierte. 441.557 Steuerfälle entfielen auf Männer und 258.124 auf Frauen. Der durchschnittliche Gesamtbetrag der Einkünfte betrug 48.800 € (Männer: 55.400 €, Frauen: 37.500 €). Bei 54.821 Steuerpflichtigen lag das zu versteuernde Einkommen über 100.000 €. Die höchsten (saldierten) Einkünfte wurden aus der Einkunftsart „Nichtselbständige Arbeit“ mit 18,7 Mrd. € (54,8%) bezogen, gefolgt von den Einkünften aus selbständiger Arbeit mit 7,0 Mrd. € (20,5%) und jenen aus Gewerbebetrieb mit 5,6 Mrd. € (16,5%).

VPI im Februar 2020

Die allgemeine Teuerung stieg im Februar 2020 auf 2,2% (Jänner 2020: 2,0%). Hauptverantwortlich dafür waren Preisschübe bei Nahrungsmitteln. Als wichtigster Preistreiber im Jahresabstand erwies sich nach wie vor die Ausgabengruppe Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 2,2% so hoch wie jene des VPI.

Mautdaten ...

... als Ergänzende Datenquelle für die Straßengüterverkehrsstatistik

Der folgende Beitrag beschäftigt sich damit, wie eine ergänzende Datenquelle – in diesem Fall die von der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) erhobenen Mautdaten – zur Qualitätsverbesserung von amtlichen Statistiken herangezogen werden kann. Die Statistik über den Güterverkehr auf Österreichs Straßen setzt sich aus den nationalen Ergebnissen sowie den Ergebnissen von anderen an der Erhebung teilnehmenden Staaten, welche Statistik Austria von Eurostat zur Verfügung gestellt werden, zusammen. Die Erhebungen werden in den einzelnen Mitgliedstaaten jedoch leicht unterschiedlich umgesetzt bzw. sind keine Ergebnisse von Drittstaaten vorhanden. Aus diesen Gründen entwickelte Statistik Austria auf Basis der auf dem höherrangigen Straßennetz in Österreich erhobenen Mautdaten ein neues Modell. Das Prinzip dieses Modells besteht in einer Gewichtung der Kennwerte der amtlichen Statistik durch die in den Mautdaten erhobenen und verrechneten Fahrzeugkilometern. Durch die Gewichtung kommt es bei den Hauptmerkmalen Transportaufkommen bzw. Transportleistung zu einer jährlichen durchschnittlichen Zunahme von 9% bzw. 20%. Abschließend beinhaltet der Artikel eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse für 2018.

Wie geht’s Österreich? 2019

Im Rahmen des Projekts „Wie geht’s Österreich?“ (WgÖ?) veröffentlicht Statistik Austria neben dem Bruttoinlandsprodukt ein Set von 30 Schlüsselindikatoren, das die Bereiche „materieller Wohlstand“, „Lebensqualität“ und „Umwelt“ für Österreich abbilden soll. Ein unabhängiges Expertengremium liefert dazu eine Bewertung nach einer 5-teiligen Skala. Die Indikatoren des materiellen Wohlstands wurden dabei kurzfristig – d.h. für die letzten drei Jahre – noch nie so positiv bewertet wie in der aktuellen Ausgabe der Studie. Das BIP (+1,9% pro Kopf, real), das Einkommen (+0,8% pro Kopf, real) und der Konsum (+0,6% pro Kopf, real) sind 2018 gestiegen, die Arbeitslosenquote ist deutlich zurückgegangen (auf 4,9%). Auch im Bereich Lebensqualität gibt es kurzfristig keine negative Bewertung. Die subjektive Lebenszufriedenheit liegt weiterhin auf hohem Niveau und der Anteil der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten ist mit 17,5% im Vergleich zu 2017 (18,1%) etwas gesunken. Die Indikatoren im Umweltbereich werden hingegen überwiegend negativ beurteilt, bis auf den Indikator zum Anteil der Bio-Flächen (sehr positiv) und jenem zu den Ökosteueranteilen (neutral). Ein hoher Ressourcen- und Energieverbrauch sowie erneut ansteigende Treibhausgasemissionen (2017: +3,3%) werden weiterhin als problematisch betrachtet.