Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Jänner 2020

Bevölkerungsprognose 2019

Österreich und die Bundesländer 2019 bis 2080 (2100)

Die aktuelle Entwicklung einer wachsenden und alternden Bevölkerung Österreichs wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Einerseits führen Wanderungsgewinne von jährlich rund 30.000 bis 35.000 zu einem Bevölkerungsanstieg. Andererseits sind neben den stagnierenden Geburtenzahlen und der steigenden Lebenserwartung insbesondere die starken Geburtsjahrgänge, die sukzessive ins Pensionsalter wechseln, für den Alterungsprozess verantwortlich. Demnach wird die Bevölkerungszahl Österreichs von 8,84 Mio. (2018) bis 2040 um 7% auf 9,43 Mio. wachsen, bis 2080 schließlich um 12% auf 9,93. Mio. Der Anteil der Bevölkerung 65+ steigt in den nächsten sechs Jahrzehnten von 18,8% (2018) auf 29,3% (2080). Das insgesamt prognostizierte Bevölkerungswachstum Österreichs wird sich regional sehr unterschiedlich verteilen. Die Bundeshauptstadt Wien wird 2028, wie zuletzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die 2-Mio.-Marke überschreiten. Für Kärnten wäre hingegen mit weiteren Bevölkerungsverlusten zu rechnen, wodurch die Einwohnerzahl ab 2021 hinter Salzburg zurückfallen würde. Die Zahl der im Ausland geborenen Bevölkerung Österreichs wird künftig weiterhin zunehmen. 2018 lebten im Bundesgebiet 1,71 Mio. Menschen bzw. 19% der Gesamtbevölkerung, die nicht in Österreich zur Welt kamen. Bis 2040 steigt ihre Zahl auf 2,22 Mio. (+30%), bis 2080 schließlich auf 2,67 Mio. (+56% gegenüber 2018). Der Anteil der nicht in Österreich Geborenen nimmt somit bis 2040 auf 24% und bis 2080 auf 27% zu.

Lohnsteuerstatistik 2018

Im Berichtsjahr wurden 7.060.798 Lohnsteuerpflichtige registriert, davon 4.613.783 unselbständig Erwerbstätige sowie 2.447.015 Pensionisten und Pensionistinnen. Im Vergleich zu 2017 erhöhte sich die Zahl der Lohnsteuerpflichtigen um 1,5%. Die Bruttobezüge stiegen um 4,5% und erreichten ein Volumen von 203.312,2 Mio. €, während das gesamte Lohnsteueraufkommen um 6,8% auf 28.118,5 Mio. € stieg. 50,3% bzw. 3.548.669 Lohnsteuerpflichtige waren Männer, die 61,2% der Bruttobezüge erzielten und 70,3% zum Lohnsteueraufkommen beitrugen. Für 25,3% aller Lohnsteuerpflichtigen ergab sich aufgrund geringer Bezüge keine anrechenbare Lohnsteuer. 72,4% aller unselbständig Erwerbstätigen – mehr als 3,3 Mio. Personen – hatten ganzjährige Bezüge mit 90,7% der Bruttobezüge aller Arbeitnehmer/-innen; demgegenüber waren 1,3 Mio. nicht ganzjährig beschäftigt. Der durchschnittliche Jahresbruttobezug bei ganzjähriger Beschäftigung variierte österreichweit deutlich nach dem Beschäftigungsausmaß (Vollzeitbeschäftigung 49.729 €, Teilzeitbeschäftigung 21.475 €).

VPI im November 2019

Die allgemeine Teuerung blieb im November 2019 bei 1,1% (Oktober 2019: ebenfalls 1,1%). Als bedeutendster Preistreiber erwiesen sich weiterhin die Preise für Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von jenen für Restaurants und Hotels. Nach wie vor dämpften Preisrückgänge in den Sektoren Verkehr und Nachrichtenübermittlung die Inflationsrate. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,2% etwas höher als jene des VPI.

Alten- und Pflegeheimgesamtrechnung >Begutachtet<

In diesem Artikel wird eine neue methodische Herangehensweise zur Erweiterung von Produktionskonten für den Bereich der Alten- und Pflegeheime um Output- und Inputkomponenten in physischen Einheiten präsentiert. Eine derartige Datenaufbereitung ist insbesondere für Effizienzanalysen von großer Bedeutung. Ausgangspunkt für diese neue Herangehensweise war das Problem, dass bereits vorhandene Datenquellen aus dem Bereich der Alten- und Pflegeheime, wie z.B. die von Statistik Austria erstellte Pflegedienstleistungsstatistik, für diese Art von Analysen und Verknüpfungen nur unzureichend geeignet sind. Aus diesem Grund wurden die Produktionskonten für Alten- und Pflegeheime aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen mit Informationen aus der Abgestimmten Erwerbsstatistik und dem Gebäude- und Wohnungsregister verknüpft. Im Berichtsjahr 2016 wurde bei der Produktion von Alten- und Pflegeheimdienstleistungen durch 928 Produzenten des Wirtschaftsbereichs Heime und Sozialwesen ein Produktionswert von 2.969,5 Mio. € erzielt. Dabei wurden Vorleistungen von 903,2 Mio. € eingesetzt, womit eine Bruttowertschöpfung in der Höhe von 2.066,3 Mio. € generiert wurde. Für 711 dieser Einheiten konnten zu den monetären Konten äquivalente physische Komponenten identifiziert werden. Physisch betrachtet ergab sich für diese ausgewählten Produzenten ein Output von 17,7 Mio. Pflegetagen unter Einsatz von 37.482 unselbständig beschäftigten Personen und 42.839 Räumen.

Beilage: CD-ROM 2017-2019 (ink. Excel-Tabellen)