Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen September 2019

Einkommen und atypische Beschäftigung 2018

Die Anzahl der unselbständig Erwerbstätigen nahm 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 67.400 zu. Dies war überwiegend auf einen Anstieg an Normalarbeitsverhältnissen (53.200) und in geringerem Ausmaß auf die Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse (14.200) zurückzuführen. Für unselbständig erwerbstätige Männer stellten Normalarbeitsverhältnisse 2018 mit 83% nach wie vor den „Normalfall“ dar. Dagegen arbeitete nur rund jede zweite Frau (47%) in einem Normalarbeitsverhältnis. Die monatlichen Nettoeinkommen von Erwerbstätigen mit Normalarbeitsverhältnis lagen (2017) mit 2.350 € um rund 350 € über den Durchschnittseinkommen aller unselbständig Erwerbstätigen und um 410 € über dem Durchschnitt der Vollzeiterwerbstätigen mit atypischem Beschäftigungsverhältnis.

Demographische Strukturen und Trends 2018

Die Einwohnerzahl Österreichs erhöhte sich 2018 um 36.508 Personen (+0,4%) auf 8.858.775 am 1.1.2019. Rund 97% des Bevölkerungswachstums waren auf den Zuwanderungsüberschuss zurückzuführen, während die Geburtenbilanz nur einen geringen Beitrag zum Bevölkerungsanstieg leistete. Dem Trend der vergangenen Jahre folgend, verringerte sich die Zahl der österreichischen Staatsangehörigen leicht (-6.535), während jene der ausländischen Staatsangehörigen stark anstieg (+43.043). Folglich erhöhte sich der Ausländeranteil an der Bevölkerung von 15,8% am 1.1.2018 auf 16,2% am 1.1.2019. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt lag 2018 für Männer bei 79,3 Jahren und für Frauen bei 84,0 Jahren. Die Gesamtfertilitätsrate erreichte 2018 ein Niveau von 1,48 Kindern pro Frau. Einen Anstieg gab es 2018 bei den Eheschließungen, während die Zahl der Begründungen eingetragener Partnerschaften rückläufig war. Die Zahl der Ehescheidungen und Auflösungen eingetragener Partnerschaften bewegte sich hingegen auf dem Niveau des Vorjahres.

Verbraucherpreisindex im Juli 2019

Die allgemeine Teuerung ging im Juli 2019 auf 1,4% zurück (Juni 2019: 1,6%). Ausschlaggebend dafür waren Flugticketpreise, die im Jahresabstand deutlich sanken, nachdem sie im Juni noch etwas zugelegt hatten. Als kräftige Preistreiber im Jahresabstand erwiesen sich nach wie vor die Preise für Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von jenen für Restaurants und Hotels. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,4% so hoch wie jene des VPI.

Energiearmut

Mikrozensus Energie und Einkommen

Bei Energiearmut geht es um die (Nicht-)Leistbarkeit von Energie, was insbesondere für Haushalte mit niedrigem Einkommen – wie armutsgefährdete Haushalte – von Relevanz ist. Da keine Daten zu notwendigen oder angemessenen Mengen und Kosten für Energie vorliegen, setzen pragmatischere Ansätze die tatsächlich anfallenden Energiekosten zum Einkommen der Haushalte in Bezug. Im vorliegenden Artikel wurde für jene Haushalte Energiearmut definiert, deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle lag und die gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Energiekosten zu begleichen hatten. Zwischen energiearmen und nicht energiearmen Haushalten bestehen zahlreiche strukturelle Unterschiede. 2016 waren 3,1% der Haushalte energiearm, was hochgerechnet rund 117.000 Haushalten entsprach; Haushalte mit Personen, die höchstens über einen Pflichtschulabschluss verfügten, waren zu 6,6% von Energiearmut betroffen. Rund 44% der Personen in energiearmen Haushalten lebten in Gebäuden, die bis 1960 erbaut wurden, gegen nur 29% in der Vergleichsgruppe. Dementsprechend waren Haushalte in bis 1960 erbauten Gebäuden überdurchschnittlich häufig (5%) von Energiearmut betroffen. Für das Projekt wurden dem Mikrozensus „Energieeinsatz der Haushalte“ sowohl aus Verwaltungsdaten als auch mittels „Statistical Matching“ mit EU-SILC Einkommensvariablen hinzugefügt.

Agenda 2030: Nationales Indikatorenset

Monitoring der Sustainable Development Goals (SDGs)

Die UN-Generalversammlung hat im September 2015 die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ mit 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals) verabschiedet. Wesentlich für die Umsetzung der Agenda 2030 ist das Monitoring der Zielerreichung; dies soll durch die den 17 Zielen (Goals) bzw. 169 Unterzielen (Targets) zugeordneten Indikatoren geschehen. Auf nationaler Ebene nehmen dabei unabhängige nationale Statistikinstitute wie Statistik Austria eine zentrale Rolle ein. Dementsprechend hat Statistik Austria 2017 ein erstes österreichspezifisches Indikatorenset auf Basis der UN-Indikatorenvorschläge unter Berücksichtigung der Vorgaben des Europäischen Statistischen Systems (ESS) und in Konsultation mit Bundesministerien und Bundeskanzleramt entwickelt.