Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen Juni 2019

Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial >Begutachtet<

Ergänzende Indikatoren zur Arbeitslosenquote aus der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung

Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial, in der europäischen Diskussion als „labour market slack“ bezeichnet, umfasst neben den Arbeitslosen auch Teilzeiterwerbstätige, die gerne eine höhere Arbeitszeit hätten (Teilzeit-Unterbeschäftigte) und Nicht-Erwerbspersonen, die gerne arbeiten würden (Stille Reserve). Diese beiden Gruppen ergänzen die Zahl der Arbeitslosen und stehen auch als Zusatzindikatoren zur ILO-Arbeitslosenquote zur Verfügung. Die Indikatoren basieren auf den Daten der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung. Im vorliegenden Artikel wird das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial nach Eurostat-Definition in seinen Untergruppen nach diversen Merkmalen, in einer Zeitreihe sowie im europäischen Vergleich diskutiert. Ergänzend und erstmals in diesem Zusammenhang erfolgt eine zusammenfassende Betrachtung im Sinne eines „composite indicator“, welcher die Gruppen des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials übergreifend darstellt und in der internationalen Diskussion zunehmend Verwendung findet. Im Jahresdurchschnitt 2017 wurden für Österreich rund 182.000 Teilzeit-Unterbeschäftigte und 184.000 Nicht-Erwerbspersonen als Stille Reserve ermittelt. Die Zahl der Arbeitslosen (nach ILO-Definition) betrug zugleich 248.000, was zusammen für 2017 ein ungenutztes Arbeitskräftepotenzial von 614.000 Personen ergab.

Geflügelproduktion 2018

Im Jahr 2018 wurden österreichweit 85,7 Mio. Hühner (+2,2% gegenüber 2017) in dahingehend meldepflichtigen Betrieben geschlachtet. Die gesamte Schlachtproduktion (Ware unterschiedlicher Herrichtungsform wie z.B. „bratfertig ohne Innereien“) stieg dabei auf 109.600 t (+1,1%). Des Weiteren wurden im Lauf des Jahres 129,2 Mio. Hühner-Bruteier (+1,5%) in dazu meldepflichtigen Brütereien eingelegt, und 102,3 Mio. Küken (+2,3%) schlüpften.

Verbraucherpreisindex im April 2019

Die allgemeine Teuerung ging im April 2019 auf 1,7% zurück (März 2019: 1,8%). Als hauptverantwortlich für den Rückgang erwiesen sich Pauschalreisen, deren Preisanstiege deutlich schwächer ausfielen als im Vormonat. Wichtigster Preistreiber blieben die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von jenen für Restaurants und Hotels. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex war mit 1,7% so hoch wie jene des VPI.

Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich 2018

Vorläufige Ergebnisse

Dieser Beitrag präsentiert die vorläufigen primärstatistischen Ergebnisse der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich 2018 (Abschnitte B-F der ÖNACE 2008), die eine zentrale Informationsquelle für die Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung Österreichs und – aufgrund der Meldeverpflichtung an die EU – des gesamten europäischen Wirtschafts- und Währungsraums darstellt. Im Jahr 2018 erzielten die 10.188 erhobenen Unternehmen (+2,9% gegenüber dem Vorjahr) einen Gesamtumsatz von 276,5 Mrd. € (+8,4%). Die Brutto-Verdienste für die 801.775 unselbständig Beschäftigten (+3,3%) betrugen 37,6 Mrd. € (+6,3%). Zum Stichtag 31.12.2018 waren in den 10.763 erhobenen Betrieben (+2,7%) 800.611 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (+3,3%) beschäftigt, die bei 1.312,3 Mio. geleisteten Arbeitsstunden (+3,2%) Brutto-Verdienste in der Höhe von 37,5 Mrd. € (+6,3%) erzielten. An Auftragseingängen konnten 156,0 Mrd. € (+7,7%) verbucht werden. Ende Dezember 2018 standen noch Auftragsbestände in der Höhe von 67,1 Mrd. € (+13,3%) zu Buche. Der Wert der im gesamten Produzierenden Bereich auf dem Markt abgesetzten Güter und Leistungen (abgesetzte Produktion) belief sich auf 273,0 Mrd. € (+8,5%).

Öko-Steuern in Österreich 1995-2017

Bereits 1998 wurde auf internationaler Ebene ein einheitliches Konzept zur Erfassung der Öko-Steuern (Eco-Taxes) geschaffen. Demgemäß fallen jene Steuern darunter, deren Bemessungsgrundlage eine nachgewiesen schädliche Wirkung auf die Umwelt hat. Für 2017 ergaben sich demnach Einnahmen in der Höhe von 9,5 Mrd. €, um 5,2% mehr als im Jahr 2016. Den höchsten Anteil am Öko-Steuer-Aufkommen hatten – wie in den Jahren zuvor – die Energiesteuern, gefolgt von den Transportsteuern (zusammen rund 92%). Ökologisch relevante Zahlungsströme werden immer bedeutender, finden aber laut internationalen Richtlinien unter den Öko-Steuern keine Berücksichtigung. Ihnen kommen jedoch analoge Lenkungseffekte wie den klassischen Öko-Steuern zu.

Lebensqualität und Erwerbsstatus >Begutachtet<

Sonderkapitel 2018 des Projekts „Wie geht’s Österreich?“

Der vorliegende Beitrag untersucht auf Basis von Daten aus EU-SILC, wie sich der Erwerbsstatus auf unterschiedliche Dimensionen der Lebensqualität auswirkt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Lebenszufriedenheit, Gesundheit sowie soziale Teilhabe gerichtet. Die Ergebnisse zeigen, dass Personen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ein deutlich geringeres Niveau an Lebenszufriedenheit aufweisen. Mit der Arbeitslosigkeit geht auch eine schlechtere Bewertung des selbsteingeschätzten allgemeinen Gesundheitszustandes einher. Zudem sind arbeitslose Personen eher von einer dauerhaften Krankheit oder von einem chronischen Gesundheitsproblem betroffen. Bezüglich sozialer Teilhabe gibt es ebenso Unterschiede zu erwerbstätigen Personen. So können arbeitslose Personen in einem geringeren Ausmaß mit Hilfe von Verwandten, vom Freundeskreis oder der Nachbarschaft rechnen. Die Teilnahme an Freiwilligenarbeit in oder außerhalb einer Organisation und Aktivitäten in politischen Parteien bzw. Verbänden fallen ebenso geringer aus.