Statistische Nachrichten - Kurzzusammenfassungen März 2013

Nach Redaktionsschluss

Kommentierte Kurzdarstellung aktueller Bevölkerungs-, Sozial- und Wirtschaftsdaten für Österreich mit teilweise internationalem Vergleich.

Statistik kurz gefasst

Fünf übersichtliche Tabellenseiten bieten ein umfassendes Spektrum aktueller Daten in Zeitreihenform sowie teilweise auch internationalen Vergleichen.

Bevölkerung

Multilokalität in Österreich; regionale und soziodemographische Struktur der Bevölkerung mit Nebenwohnsitz(en) <Begutachteter Beitrag>

Multilokales Wohnen, also die Verteilung des Lebensalltags auf mehrere Wohnsitze, stellt einerseits ein stark schichtspezifisches Phänomen dar: Personen mit höherer Qualifikation und höherer Stellung im Beruf verfügen zu einem deutlich größeren Anteil über mehrere Wohnsitze in Österreich als Arbeitslose oder Nicht-Erwerbspersonen sowie Personen, die keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss erlangt haben. Andererseits ist Multilokalität auch ein regional sehr unterschiedlich ausgeprägtes Phänomen: Während in den drei östlichen Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland multilokale Wohnformen relativ häufig sind, verzeichnen außerhalb der Ostregion Österreichs nur einzelne bedeutende Tourismusregionen höhere Anteile an Nebenwohnsitzen. Der vorliegende Beitrag analysiert diese regionalen Muster und soziodemographischen Strukturen der Bevölkerung mit mehreren Wohnsitzen in Österreich anhand der relativ neuen statistischen Datenquellen der „Mini“-Registerzählung sowie der Abgestimmten Erwerbsstatistik (Stichtag 31.10.2009).

Beschäftigung und Arbeitsmarkt

Neue Arbeitsmarktindikatoren als Ergänzung zur Arbeitslosenquote auf europäischer Ebene <Begutachteter Beitrag>

Eurostat veröffentlichte im November 2011 erstmals zwei neue Indikatoren als Ergänzung zur ILO-Arbeitslosenquote: „underemployed part-time workers“ und „potential additional labour force“. Diese basieren - wie auch die Arbeitslosenzahl und -quote nach internationaler Definition (ILO; international labour office) - auf den Daten der Arbeitskräfteerhebung. Aufgrund abweichender Abgrenzungen bei der Definition der Gruppen und unterschiedlicher Bezugsgrößen bei den Relativzahlen unterscheiden sie sich von den seit 2008 in den nationalen Veröffentlichungen präsentierten Zahlen zu den „arbeitszeitbezogen Unterbeschäftigten“ und der sog. „Stillen Reserve“. Im vorliegenden Artikel werden die auf EU-Ebene eingeführten Indikatoren vorgestellt, ihre Entwicklung erklärt, die Unterschiede zwischen nationaler und internationaler Definition erörtert und die Ergebnis-Differenzen aufgezeigt. Ebenso werden diese Indikatoren nach internationaler Definition in den wichtigsten Gliederungen dargestellt. Im Jahresdurchschnitt 2011 wurden 134.700 Teilzeit-Unterbeschäftigte und 175.500 Nicht-Erwerbspersonen als „Stille Reserve“ und somit als ungenütztes Arbeitskräftepotenzial zusätzlich zu den Arbeitslosen ermittelt. Die Zahl der Arbeitslosen (ILO) betrug 179.000.

Erwerbstätige in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und im Mikrozensus; konzeptionelle und quellenbedingte Unterschiede <Begutachteter Beitrag>

Zwischen dem Erwerbstätigkeitsbegriff der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) und dem des Mikrozensus (MZ) bestehen konzeptionelle Unterschiede. Die Daten beruhen überdies auf unterschiedlichen Quellen. Ein Vergleich der Daten zeigt jedoch, dass die Differenzen der Erwerbstätigendaten zwischen VGR (Erwerbstätigenbegriff weiter gefasst) und MZ aufgrund der gegebenen konzeptionellen Unterschiede größer sein müssten als sie tatsächlich sind. Im Jahr 2011 standen 4,139.000 Erwerbstätige in der VGR 4,144.000 Beschäftigten im MZ gegenüber. Die Differenz betrug somit nur 5.000 Personen. Passt man die VGR-Erwerbstätigen allerdings um diese konzeptionellen Unterschiede an, verbleiben 4,037.000 Erwerbstätige. Der Unterschied zum MZ beträgt nun 107.000 Personen. Wird die Differenz in Prozent der MZ-Erwerbstätigen gerechnet, so beträgt der Unterschied vor der Quantifizierung -0,1% und danach +2,6%. Insgesamt betrachtet, besteht also zwischen beiden Statistiken eine hohe Übereinstimmung.

Preise

Verbraucherpreisindex im Jahr 2012

Der vorliegende Artikel enthält eine detaillierte Analyse der Preisentwicklung im Jahr 2012 in einer Gliederung nach COICOP-Hauptgruppen sowie für diverse Spezialindizes, basierend auf dem Datenmaterial des Verbraucherpreisindex (VPI 2010) und des europäischen Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005). Die Inflationsrate des VPI im Jahr 2012 betrug 2,4% und lag damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres (2011: 3,3%), jedoch über dem Wert von 2010 (1,9%). Das ganze Jahr hindurch wurde die Inflation überwiegend von Ausgaben für Wohnen sowie der jeweils volatilen Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln und Treibstoffen beeinflusst. Weitere Abschnitte des Beitrags sind einem internationalen Vergleich der Inflation, der Darstellung der durchgeführten Qualitätsanpassungen und Sortenwechsel sowie der relativen Anteile fehlender Preisbeobachtungen im abgelaufenen Jahr gewidmet.

Verbraucherpreisindex im Jänner 2013

Die Inflationsrate ging im Jänner 2013 auf 2,6% zurück (2012: Dezember und November jeweils 2,8%). Mineralölprodukte, die im Jahresabstand leicht preisdämpfend (-0,1%) wirkten, waren. dafür hauptverantwortlich. Die Ausgabengruppen „Wohnung, Wasser und Energie“ sowie „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ erwiesen sich nach wie vor als größte Preistreiber. Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag mit 2,8% weiterhin über der nationalen.

Land- und Forstwirtschaft

Feldfruchternte 2012

Die Getreideproduktion 2012 (inkl. Körnermais) betrug auf weitgehend konstanter Anbaufläche 4,84 Mio. t und lag damit deutlich unter dem mengenmäßig ausgezeichneten Vorjahreswert (-14,6%). Im Vergleich zum langjährigen Mittel war ein Minus von 2,4% zu verzeichnen. Die Brotgetreideproduktion betrug 1,49 Mio. t (-25,2% zu 2011), Futtergetreide (inkl. Körnermais) erbrachte eine Menge von 3,34 Mio. t (-8,9%). An Ölfrüchten und Körnerleguminosen wurden 350.867 t geerntet, (-19,3%) auch die Hackfruchternte blieb mit 3,79 Mio. t um 11,5% unter dem Vorjahreswert. Die Raufutterernte entsprach mit 11,06 Mio. t nahezu dem Vorjahresniveau (-0,6%).

Steuern und Gebarungen

Auswertung von Daten der Arbeitnehmerveranlagung 2010

Laut Auswertung der bis Mitte Oktober 2012 verfügbaren Daten zur Arbeitnehmerveranlagung für 2010 (geschätzter Vollzähligkeitsgrad über 90%) kam es durch diese Veranlagungen zu einer Steuerrückzahlung von 1.097,6 Mio. € (= 5,1% der laut Lohnsteuerstatistik 2010 ursprünglich einbehaltenen Lohnsteuer). Diese setzte sich aus Steuerrückzahlungen in Höhe von 1.041,1 Mio. € für unselbständig Erwerbstätige und 56,4 Mio. € für Pensionisten und Pensionistinnen zusammen. Bezogen auf die jeweilige Anzahl der Personen mit durchgeführter Arbeitnehmerveranlagung ergab sich insgesamt eine durchschnittliche Steuerrückzahlung von 371 €; für unselbständig Erwerbstätige betrug die durchschnittliche Steuerrückzahlung 445 € und für Pensionierte 91 €.

Inhaltsverzeichnis Jänner und März 2013

Verzeichnis in deutsch und englisch