Baubeschreibungsformular im Bauverfahren

Die Idee eines österreichweit einheitlichen Baubeschreibungsformulars entstand im Rahmen der Arbeitsgruppe Qualitätssicherung des AGWR. Der Vorschlag wurde in den Arbeitsgruppen der Länder zur Einrichtung der Energieausweisdatenbank von der Statistik Austria eingebracht und von den Ländern weiterverfolgt. So war das Formular Thema der Baudirektorenkonferenz im Oktober 2007, in der das Österreichische Institut für Bautechnik mit der Erstellung eines Vorschlags für harmonisierte Baueinreichunterlagen beauftragt wurde. In Folge wurde im Auftrag des Österreichischen Institut für Bautechnik von Vertretern des Landes Tirol gemeinsam mit Vertretern der Statistik Austria, der Städte und Gemeinden ein Entwurf für ein Baubeschreibungsformular entwickelt, welcher in einem weiteren Schritt seitens der Länder noch adaptiert und entsprechend den Anforderungen der Baubeschreibung ergänzt wurde. Der akkordierte Formularvorschlag wurde Mitte April 2008 an das Österreichische Institut für Bautechnik und anschließend über die Verbindungsstelle der Länder den Landesamtsdirektoren übermittelt. Das Formular besteht aus zwei Teilen, welche Informationen zum Gebäude und Informationen zu den Nutzungseinheiten bereitstellen.

Aufbau und Inhalt

Der Formularteil zum Gebäude ist modular aufgebaut und setzt sich aus vier Abschnitten zusammen. Um die einzelnen Abschnitte leichter erkennbar zu machen, wurden sie im Formularvorschlag farblich unterschieden.

Abschnitt A des Formulars beinhaltet jene Daten, die auch für die Führung des Adress-GWR relevant sind.

Abschnitt B des Formulars umfasst Angaben über die Bauausführung, diese sollen künftig strukturiert und vereinheitlicht angeführt werden, jedoch in Form einer freien Formulierbarkeit je Angabe. Angaben in diesem Formularteil sollen nicht im Adress-GWR verspeichert werden, sondern sind lediglich als Teil des Bauakts zu sehen.

Abschnitt C wurde seitens der Länder in die aktuelle Version des Formulars eingebracht und gilt für jene Bundesländer mit bereits umgesetzter harmonisierter bautechnischer Vorschrift. Da es sich dabei derzeit nicht um primär im Adress-GWR zu führende Informationen handelt, ist die Übernahme dieser Daten ins Adress-GWR derzeit nicht vorgesehen.

Aufgrund der Bedeutung dieser Daten für Verwaltungshandlungen der Städte und Gemeinden, wurden jedoch die Mitglieder der Arbeitsgruppe, der Österreichische Gemeindebund und der Österreichische Städtebund um Stellungnahme gebeten, ob auch diese Merkmale im Adress-GWR verspeichert werden sollen (Anmerkung: bis 2009 sollen in sieben Bundesländern die harmonisierten bautechnischen Vorschriften umgesetzt sein).

Abschnitt D enthält länderspezifische Angaben und wird von jedem Bundesland entsprechend seinen Bedürfnissen gestaltet. Dieser Formularentwurf enthält den länderspezifischen Teil des Bundeslandes Tirol. Dieser Teil ist von jedem Bundesland selbst zu definieren und soll den Informationsbedarf an zusätzlichen Informationen – wie beispielsweise unterschiedlich berechnete Flächenangaben entsprechend bestehender landesgesetzlicher Regelungen – abdecken. Die Führung dieser Angaben im Adress-GWR ist ebenfalls derzeit nicht vorgesehen.

Der Formularteil zu den Nutzungseinheiten wurde als Entwurf von der Statistik Austria erstellt. Mit Hilfe dieses Formularteils sollen, neben Angaben zu Lage und Türnummer, vor allem Informationen zu den Flächen der Nutzungseinheit erfasst werden. Hier erscheint es insbesondere wichtig, nicht lediglich die Daten der durch die Baumaßnahme neu entstandenen Nutzungseinheit zu erfassen, sondern darüber hinaus auf diesem Wege auch Informationen über die ursprüngliche(n) Nutzungseinheit(en) sowie jene Nutzungseinheiten, welche nicht von der Baumaßnahme betroffen sind, einzubringen.

Das Formular soll im Zuge des Einreichverfahrens auch in elektronischer Form zur Verfügung stehen. Angedacht ist hier eine Form, die es den Mitarbeitern der Baubehörde ermöglicht, die Daten sowohl im Bauakt abzulegen als auch die GWR-relevanten Inhalte des Formulars automatisiert in das AGWR zu übernehmen. Parallel zu der elektronischen Variante muss auch eine druckbare Version vorgesehen werden, wobei jedoch eine Regelung in der Bauordnung für die verpflichtende elektronische Einbringung ab einem gewissen Stichtag angestrebt wird.

Arbeitsgruppe

Ad-Hoc Arbeitsgruppensitzung vom 18.10.2007