Pressemitteilung: 12.784-082/22

Außenhandel im Jänner 2022: starke wertmäßige Zunahme bei Brennstoffen und Energie gegenüber Jänner 2021

Wien, 2022-04-08 – Im Jänner 2022 lag der Wert der Importe von Waren laut Statistik Austria bei 15,29 Mrd. Euro, das entspricht einem Anstieg von 32,0% gegenüber Jänner 2021. Gleichzeitig erhöhten sich auch die Exporte von Gütern und stiegen um 21,3% auf 13,58 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 1,71 Mrd. Euro auf. Arbeitstägig bereinigt stiegen sowohl die Importe (+25,8%) als auch die Exporte (+17,5%) an. Betrachtet man das Vorkrisenjahr (2019) als Basis, so zeigt sich, dass sich im Jänner 2022 sowohl der Import (+15,5%) als auch der Export (+7,0%) gegenüber dem entsprechenden Vergleichsmonat 2019 sehr positiv entwickelte.

"Vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat Österreichs Außenhandel zu Jahresbeginn 2022 seinen Wachstumskurs mit einem deutlichen Importplus von 32,0% und einem Exportzuwachs von 21,3% im Vergleich zum Jänner 2021 fortgesetzt. Getragen wurde die Entwicklung unter anderem von starken wertmäßigen Anstiegen bei Brennstoffen und Energie mit +165,3% im Import und +109,0% im Export", so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Jänner 2022 Waren im Wert von 9,43 Mrd. Euro, Waren im Wert von 9,22 Mrd. Euro wurden in diese Länder exportiert. Gegenüber Jänner 2021 stiegen die Intra-EU-Importe um 22,0% und die Intra-EU-Exporte um 17,7% an. Dies führte zu einer negativen Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,20 Mrd. Euro. Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im Jänner 2022 auf 5,86 Mrd. Euro und stiegen mit einem Plus von 52,2% gegenüber dem Vorjahresmonat somit um mehr als die Hälfte an; die Extra-EU-Exporte erhöhten sich um 29,4% auf 4,35 Mrd. Euro. Das daraus resultierende Passivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 1,51 Mrd. Euro (siehe Tabelle 1).

Die vier bedeutendsten Produktgruppen exportseitig im österreichischen Außenhandel – Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren – zeigten einen Zuwachs von 18,5% auf 11,26 Mrd. Euro. Auf der Importseite lösten jedoch Brennstoffe und Energie die Produktgruppe sonstige Fertigwaren als eine der vier bedeutendsten Produktgruppen ab. Importseitig wurde ein Anstieg um 33,4% auf 11,13 Mrd. Euro verzeichnet. Der größte absolute Exportzuwachs wurde mit bearbeiteten Waren (+29,9%; +0,71 Mrd. Euro) erzielt, gefolgt von chemischen Erzeugnissen (+27,8%; +0,48 Mrd. Euro). Innerhalb der vier bedeutendsten Produktgruppen verzeichneten Brennstoffe und Energie (+165,3%; +1,30 Mrd. Euro) den stärksten absoluten Importanstieg. Die Russische Föderation (+279,3% auf 0,83 Mrd. Euro), gefolgt von Deutschland (+159,7% auf 0,49 Mrd. Euro) zählten hierbei zu den wichtigsten Importländern. Die Produktgruppe tierische und pflanzliche Öle und Fette hingegen wies sowohl im Import (-11,6%) wie auch im Export (-20,1%) deutliche Rückgänge auf.

Bei allen der zehn wichtigsten Importpartnerländer Österreichs zeigten sich Zuwächse. Den höchsten absoluten Importzuwachs gab es mit Deutschland (+22,3%), gefolgt von der Russischen Föderation (+247,5%), China (+54,1%), dem Vereinigten Königreich (+244,0%) und Tschechien (+28,3%). Auch exportseitig verzeichneten alle der zehn bedeutendsten Exportpartner einen Anstieg. Hier sind insbesondere Deutschland (+11,7%), Italien (+28,6%), die Schweiz (+40,3%), die Vereinigten Staaten (+27,4%) und das Vereinigte Königreich (+62,1%) zu nennen.

Beim Import aus der Ukraine zeigte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat im Jänner 2022 ein leichter Rückgang (-0,7% auf 0,10 Mrd. Euro). Das wichtigste Importprodukt waren hier Erze und Metallabfall. Exportseitig konnte hingegen eine Zunahme um 65,1% auf 0,06 Mrd. Euro verzeichnet werden, mit medizinischen und pharmazeutischen Erzeugnissen als wichtigster Produktgruppe.

Der Handel mit der Russischen Föderation wies importseitig ein Plus von 247,5% (0,88 Mrd. Euro) gegenüber dem Vergleichsmonat 2021 auf, die wichtigste Produktgruppe war Gas. Auf der Exportseite kam es ebenso zu einer Zunahme (+33,0% auf 0,18 Mrd. Euro), wichtigste Exportgut waren hierbei medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Außenhandelsdaten 2021 in visualisierter Form werden im ITGS-Atlas präsentiert.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Das vorliegende Ergebnis der Außenhandelsstatistik (ITGS: International Trade in Goods Statistics) enthält Daten der mit der Zollanmeldung verbundenen Statistik des Warenverkehrs mit Drittstaaten (EXTRASTAT) und der Primärstatistik der Warenverkehre mit den EU-Mitgliedstaaten (INTRASTAT) sowie Zuschätzungen zu den erhobenen INTRASTAT-Daten, die den Antwortausfall der Erhebung sowie schwellenbedingt nicht erhobene Werte abdecken. Die Außenhandelsstatistik berücksichtigt in der Regel den physischen Warenverkehr, bei dem die österreichische Grenze überschritten wird.

 

Der Außenhandel Österreichs Jänner 2022
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20221)15.286.46513.579.450-1.707.015+32,0 (+25,8)3)+21,3 (+17,5)3)100100
20211)11.578.19311.198.645-379.548  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)
20221)9.426.4999.224.578-201.921+22,0 (+17,1)3)+17,7 (+14,1)3)61,767,9
20211)7.727.1847.834.183106.999  66,770,0
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20221)5.859.9664.354.872-1.505.094+52,2 (+43,0)3)+29,4 (+25,2)3)38,332,1
20211)3.851.0093.364.462-486.547  33,330,0

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Unternehmen, Statistik Austria:  
Melanie KALINA, MSc, Tel.: +43 1 71128-7732 bzw. melanie.kalina@statistik.gv.at

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 1 71128-7777 
presse@statistik.gv.at  
© STATISTIK AUSTRIA