Pressemitteilung: 12.777-075/22

Sparquote der privaten Haushalte 2021 auf 11,8% gesunken, aber immer noch hoch

Wien, 2022-03-31 – Die österreichischen Haushalte sparten im Jahr 2021 laut Statistik Austria 11,8% ihres verfügbaren Einkommens. Sparen ist im Wesentlichen jener Teil des verfügbaren Einkommens, der nicht für den Konsum verwendet wird.

"Die privaten Haushalte in Österreich sparten 2021 weiterhin. Mit 11,8% ist die Sparquote zwar wieder unter den Rekordwert von 14,4% aus dem ersten Jahr der Corona-Krise gesunken, sie liegt aber immer noch erheblich über den 8,5% des Jahres 2019. Spiegelbildlich erholte sich der private Konsum nach dem kräftigen Einbruch mit -8,5% im Jahr 2020 im Jahr 2021 mit +3,4% teilweise. Das reale verfügbare Einkommen lag mit +0,4% geringfügig über dem Vorjahresniveau", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Verfügbares Einkommen österreichischer Haushalte 2021 kaum gestiegen

Insgesamt betrug das verfügbare Einkommen des Sektors "Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck" im Jahr 2021 227,0 Mrd. Euro (2020: 220,9 Mrd. Euro, 2019: 222,5 Mrd. Euro). Unter den wichtigsten Einkommenskategorien stieg das Arbeitnehmerentgelt nominell um 5,4%, die monetären Sozialleistungen (insbesondere Pensionen) um 2,0%. Die üblicherweise etwas volatileren Kategorien Selbständigeneinkommen, Betriebsüberschuss und Vermögenseinkommen zeigten in Summe einen mäßigen Anstieg (+2,8%). Im Vergleich zum Vorjahr stiegen auch die Sozialbeiträge (+4,4%) sowie die von privaten Haushalten entrichteten Steuern vom Einkommen (+11,8%), die 2020 einen deutlichen Einbruch verzeichnet hatten. 

Berücksichtigt man die Inflation, so erholte sich im Vergleich zum Vorjahr, das durch eine dramatische Reduktion des privaten Konsums (real -8,5%) und eine moderate Reduktion des verfügbaren Einkommens (real -2,0%) geprägt war, der Konsum (+3,4%) teilweise, das reale verfügbare Einkommen (+0,4%) lag nur geringfügig über dem Vorjahresniveau.

Das Niveau des letzten Jahres vor der Corona-Krise (2019) wurde 2021 weder vom Einkommen noch vom Konsum erreicht. 2021 lagen das verfügbare Einkommen der Haushalte - preisbereinigt - immer noch um 1,7%, das BIP um 2,6% und der private Konsum um 5,4% unter dem Wert von 2019.

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Informationen zur Methodik, Definitionen: Die vierteljährlichen nichtfinanziellen Sektorkonten werden auf Grundlage der EU-Verordnung Nr. 549/2013 nach dem europäischen System für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (ESVG 2010) erstellt. Gegenstand dieser Betrachtung sind laufende Transaktionen des Sektors private Haushalte einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbscharakter. Die Rechnung erfolgt zu laufenden Preisen ("nominell"), dargestellt wird die gleitende Summe über jeweils vier Quartale. Die Sparquote ist definiert als das Verhältnis von Sparen zu verfügbarem Einkommen (inkl. Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche). Sparen und verfügbares Einkommen werden netto, also unter Berücksichtigung der Abschreibungen, ausgewiesen.

 

Tabelle 1: Einkommen und Sparen der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck
 201620172018201920202021 *
Bruttoinlandsprodukt, in Mrd. Euro357,6369,4385,4397,5379,3403,4
     % zum Vorjahr3,93,34,33,1-4,66,3
     % zum Vorjahr, real2,02,32,51,5-6,74,5
Verfügbares Einkommen, in Mrd. Euro201,3208,3215,2222,5220,9227,0
     % zum Vorjahr4,23,53,33,4-0,72,8
     % zum Vorjahr, real2,71,71,21,6-2,00,4
Verfügbares Einkommen, Verbrauchskonzept, in Mrd. Euro245,5253,8262,3271,7272,0283,4
Konsumausgaben, in Mrd. Euro186,9193,9200,1204,9190,1201,2
     % zum Vorjahr3,03,83,22,4-7,25,8
     % zum Vorjahr, real1,52,01,10,7-8,53,4
Sparen, in Mrd. Euro15,915,816,719,132,126,8
Sparquote, in %7,8%7,5%7,7%8,5%14,4%11,8%

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