Dies ist eine archivierte Pressemitteilung vom 5. Jänner 2022. Sie gibt den Stand von damals wieder und wird an dieser Stelle nicht aktualisiert.     
Tabellen mit wöchentlich aktualisierten Zahlen zu Gestorbenen finden Sie auf unserer Webseite.

Pressemitteilung: 12.705-003/22

Zahl der Sterbefälle Mitte Dezember merkbar zurückgegangen

Wien, 2022-01-05 – Laut ersten vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria starben in der 50. Kalenderwoche (13. bis 19. Dezember 2021) insgesamt 1.918 Personen, um 205 weniger als in der Woche davor. Im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt der gleichen Kalenderwoche der Jahre vor Beginn der Corona-Pandemie (2015-2019) starben in der 50. Kalenderwoche 2021 um 19% mehr Personen. Verglichen mit der 50. Kalenderwoche des ersten Pandemie-Jahres 2020, in der 2.478 Todesfälle verzeichnet wurden, gab es in der Woche vom 13. bis 19. Dezember 2021 hingegen um rund 23% weniger Sterbefälle.

„Mitte Dezember ist die Zahl der wöchentlichen Sterbefälle merkbar zurückgegangen und erstmals seit der zweiten Novemberwoche wieder unter 2.000 gesunken. Mit 1.918 verstorbenen Personen lag der Wert zwar noch um 19% über dem Durchschnitt der gleichen Kalenderwoche des Vor-Corona-Zeitraums 2015 bis 2019, aber dafür um rund 23% unter dem Vorjahreswert“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die altersstandardisierte Sterberate, bei der die Zahl der Sterbefälle anhand einer Standardbevölkerung um die Altersstruktur der Bevölkerung bereinigt wird, lag in der 49. Kalenderwoche 2021 (6. bis 12. Dezember 2021) deutlich über dem Niveau der gleichen Kalenderwoche vor Beginn der Corona-Pandemie, aber unter dem Vorjahreswert, der durch die zweite Pandemie-Welle geprägt war. Würde die Altersstruktur Österreichs der Standardbevölkerung von Eurostat entsprechen, wären in der 49. Kalenderwoche 2021 rund 23 von 100.000 Menschen verstorben, während es in der gleichen Kalenderwoche des Vorjahres 28 Personen und in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils 18 oder 19 Personen gewesen wären. Vergleiche mit länger zurückliegenden Jahren sind aufgrund des Anstiegs in der Lebenserwartung und den damit verbundenen sinkenden altersstandardisierten Sterberaten nur bedingt aussagekräftig.

Weitere Informationen zu Sterbefällen finden Sie auf unserer Webseite, wo auch eine interaktive Web-Applikation – der Atlas der Sterbefälle – die Entwicklung und regionale Verteilung grafisch anschaulich darstellt. Detaillierte Ergebnisse können im Open-Data-Bestand von Statistik Austria abgerufen werden.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Statistik Austria verarbeitet alle von den Personenstandsbehörden gelieferten Sterbefälle. Innerhalb der geplanten Veröffentlichungsfrist stehen Statistik Austria jedoch noch nicht alle Sterbefälle zur Verfügung. Daher werden die zu erwartenden Sterbefälle der jeweils aktuellsten zwei Wochen geschätzt. Dafür werden die Erfahrungswerte zurückliegender Jahre genutzt, um die verzögerten Meldungen in den Zahlen methodisch bestmöglich zu berücksichtigen. Das zugrundeliegende Schätzmodell wird regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst. Es handelt sich jedenfalls um vorläufige Ergebnisse, die einer Unsicherheit unterliegen, d. h. die endgültigen Werte der Sterbefälle in den jeweils aktuellsten beiden Wochen können sowohl geringfügig höher als auch geringfügig niedriger sein. Der Anteil an eingelangten Meldungen liegt aber in allen Wochen, für die Ergebnisse veröffentlicht werden, bei zumindest 90% aller Todesfälle für diese Woche. 
Sterbefälle von in Österreich wohnhaften Personen, die sich im Ausland ereignet haben, sind sowohl in den aktuellen vorläufigen Ergebnissen als auch in den Vergleichszahlen nicht enthalten. 
Die altersstandardisierte Sterberate gibt an, wie viele Sterbefälle aufgrund der jeweils herrschenden Sterblichkeitsverhältnisse auf 100.000 Lebende entfallen wären, wenn der Altersaufbau der Bevölkerung in der betreffenden Berichtsperiode dem einer sogenannten Standardbevölkerung entsprochen hätte. Um diese altersstandardisierten Raten zu berechnen, werden die rohen Sterberaten (Sterbefälle je 100.000 der Bevölkerung) der beobachteten Altersgruppe mit dem Anteil der Bevölkerung derselben Altersgruppe laut Europäischer Standardbevölkerung multipliziert. Für die Berechnung der hier dargestellten Raten wurde die 2013 von Eurostat festgelegte Standardbevölkerung verwendet; eine "künstliche Bevölkerung" mit einer geschätzten Altersstruktur für die europäische Bevölkerung. Die altersstandardisierten Sterberaten beziehen die Sterbefälle somit auf eine fiktive Bevölkerung, die über die Zeit im Hinblick auf die Personenzahl sowie ihre Zusammensetzung nach Alter und Geschlecht unverändert belassen wird. Damit können Veränderungen, die sich nur aufgrund einer Zunahme der Einwohnerzahl ergeben (bei mehr Einwohnerinnen und Einwohnern sterben auch mehr Personen) oder durch das Aufrücken von mehr Personen in höhere Altersgruppen mit entsprechend höherer Sterbewahrscheinlichkeit, ausgeschlossen werden. Die Veränderung in der Lebenserwartung wird bei der Berechnung der altersspezifischen Raten nicht berücksichtigt. Die über die Zeit beobachteten Niveauunterschiede in der Sterblichkeit sind somit weitestgehend Konsequenz der steigenden Lebenserwartung und erschweren die Vergleichbarkeit mit weiter zurückliegenden Jahren. Da für die Berechnung eine fiktive Standardbevölkerung herangezogen wird, sind die altersstandardisierten Sterberaten nur im Vergleich zueinander interpretierbar, nicht jedoch in der Höhe ihrer einzelnen absoluten Werte.

 

Tabelle 1: Sterbefälle nach Kalenderwochen im Vergleich zum Durchschnitt der fünf Vorjahre
Kalender-wocheSterbefälle im Jahr 2021Sterbefälle im Jahr 2020Abweichung der Sterbefälle 2021 gegenüber 2020 in %Sterbefälle im Durchschnitt der letzten 5 Jahre  
(2016–2020)
Abweichung der Sterbefälle 2021 gegenüber 2016–2020 in %Sterbefälle im Durchschnitt der letzten 5 Jahre vor der Corona-Pandemie (2015–2019)Abweichung der Sterbefälle 2021 gegenüber 2015–2019 in %
50. KW *1.9182.478-22,61.7996,61.60719,4
49. KW2.1232.544-16,51.81017,31.60332,4
48. KW2.2022.428-9,31.73427,01.54642,4
47. KW2.1542.401-10,31.72225,11.53940,0
46. KW2.1182.283-7,21.70424,31.55336,4
45. KW2.0602.0042,81.61827,31.51036,5
44. KW 1.9451.8863,11.60421,31.51328,6
43. KW1.8951.7726,91.56421,21.50925,6
42. KW1.7271.6127,11.53112,81.50514,7
41. KW1.6361.6201,01.5614,81.5197,7
40. KW1.6071.5732,21.5275,31.5116,4
39. KW1.6751.5319,41.49611,91.47213,8
38. KW1.5811.5601,31.4449,51.42311,1
37. KW1.5841.5621,41.4489,41.42511,1
36. KW1.6321.5187,51.40416,31.37818,4
35. KW1.5551.4884,51.4298,81.4279,0
Tabelle 2: Altersstandardisierte Sterberaten * nach Kalenderwochen der Jahre 2016 bis 2021
 201620172018201920202021
49. Kalenderwoche191919182823
48. Kalenderwoche191817182724
47. Kalenderwoche181818172624
46. Kalenderwoche191718172523
45. Kalenderwoche181717172222
44. Kalenderwoche171818172121
43. Kalenderwoche181717171921
42. Kalenderwoche191717171819
41. Kalenderwoche181817181818
40. Kalenderwoche171718171718
39. Kalenderwoche171716181718
38. Kalenderwoche161616161717
37. Kalenderwoche161717161717
36. Kalenderwoche161516161718
35. Kalenderwoche171516171617

Rückfragen zum Thema beantwortet das Demographie-Team in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria: demographie@statistik.gv.at 
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