Pressemitteilung: 12.698-289/21

COVID-19-Impfstatus: 55% der Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren sowie 86% der Studierenden hatten Ende November einen aufrechten Impfschutz

Wien, 2021-12-28 – Mehr als die Hälfte der rund 605.000 Schülerinnen und Schüler des Schuljahres 2021/22 ab einem Alter von zwölf Jahren hatten zum Stichtag 30.11.2021 einen aufrechten Impfschutz gegen COVID-19. Bei den Studierenden ist der Anteil mit 86% höher. Die Schätzungen zum Impfstatus der Studierenden, Schülerinnen und Schüler hat Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung ermittelt. Grundlage sind Daten der Schul- und Hochschulstatistik, des Nationalen Impfregisters Österreich zum 30.11.2021 sowie des vorläufigen Bevölkerungsstandes zum 1.10.2021. Bei der Schätzung des Impfstatus von Studierenden aus dem Ausland wurden außerdem noch internationale Impfdaten berücksichtigt.

"Ende November hatten österreichweit bereits 55% der Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren einen aufrechten Impfschutz, im Vergleich zu Ende September 2021 ist das eine erhebliche Steigerung von 12 Prozentpunkten. Die Impfquote der Studierenden ist mit Ende November auf 86% gestiegen und liegt damit deutlich über der Impfquote der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung", so Tobias Thomas, Generaldirektor von Statistik Austria.

Höchste Impfquote bei Schülerinnen und Schülern der AHS-Oberstufe

Die Impfquote der Schülerinnen (55%) unterscheidet sich nicht von jener der Schüler (55%). Die Impfquote bei Schülerinnen und Schülern ab 12 Jahren steigt stetig mit dem Alter (siehe Tabelle 1).

Die Impfquote ist in der Sekundarstufe II mit 64% höher als in der Sekundarstufe I mit 37% (siehe Tabelle 1). Im Detail weist die Sekundarstufe I in der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS, 49%) eine deutlich höhere Impfquote auf als an Mittelschulen (30%). Innerhalb der Sekundarstufe II zeigen Schülerinnen und Schülern der AHS-Oberstufe mit 72% die höchste Impfquote, gefolgt von berufsbildenden höheren Schulen (66%) sowie Berufsschulen (62%). Der niedrigste Anteil ist in der Sekundarstufe II mit einer Quote von 52% an berufsbildenden mittleren Schulen (inkl. Polytechnischen Schulen) zu finden (siehe Tabelle 1).

Hohe Impfquote der Studierenden

Stand Ende November 2021 waren nach Schätzungen von Statistik Austria bereits 86% der rund 395.000 Studierenden in Österreich immunisiert. An den öffentlichen Universitäten lag die Quote bei 86%, wobei die Medizinischen Universitäten mit 92% besonders hohe Durchimpfungsraten erreichten (siehe Tabelle 2).

Im Durchschnitt haben formal höher Gebildete in Österreich eine höhere COVID-19-Impfquote. So lag diese bei den 18- bis 34-jährigen Studierenden per 30. November mit 86% deutlich über jener der Gesamtbevölkerung in dieser Altersgruppe. Dass das Bildungsniveau mit der Impfquote positiv in Zusammenhang steht, zeigt auch eine aktuelle Untersuchung der Statistik Austria zum Geimpft-/Genesen-Status der Gesamtbevölkerung (Pressemitteilung).

Regionale Unterschiede im Bildungswesen: höhere Impfquoten in Wien und Niederösterreich

Schülerinnen und Schüler, die zum Stichtag 1.10.2021 ihren Hauptwohnsitz im Burgenland hatten, weisen mit rund 65% die höchste Impfquote auf, gefolgt von Niederösterreich (61%) und Wien (59%). Deutlich unter dem Österreichschnitt von 55% liegen die Impfquoten der Schülerinnen und Schüler mit Hauptwohnsitz in Salzburg (50%), Kärnten (46%) und Oberösterreich (45%; siehe Tabelle 1).

Bei den Studierenden zeigen sich ähnliche regionale Unterschiede (siehe Tabelle 2). Die Hochschulen in Niederösterreich (87%) und Wien (87%) haben die höchsten Impfquoten. In Tirol und in der Steiermark liegen die Impfquoten Studierender an den Hochschulen mit jeweils 86% im Österreichschnitt, darunter liegen sie im Burgenland (85%), Vorarlberg (85%), Oberösterreich (83%), Salzburg (81%) und Kärnten (80%).

Deutlicher Anstieg der Impfquote bei Schülerinnen und Schülern seit Ende September 2021

Stand Ende September 2021 hatten nach Schätzungen von Statistik Austria 43% der Schülerinnen und Schüler in Österreich einen aufrechten Impfschutz – somit ist im Vergleich zu November 2021 (55%) ein erheblicher Anstieg von 12 Prozentpunkten zu verzeichnen (siehe Tabelle 1).

Bei den Studierenden ist der Anstieg weniger deutlich, was vor allem mit dem hohen Ausgangsniveau geschuldet ist: Stand Ende November 2021 hatten nach Schätzungen von Statistik Austria 86% der Studierenden in Österreich einen aufrechten Impfschutz – um 4 Prozentpunkte mehr als am 30. September (siehe Tabelle 2).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Impfstatus von Schülerinnen und Schülern sowie von Studierenden finden Sie auf unserer Webseite. Umfangreiche Ergebnisse zum Geimpft-/Genesen-Status der Gesamtbevölkerungen finden Sie in dieser Pressemitteilung.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen zu Schülerinnen und Schülern: Die für die statistischen Ergebnisse zum Impfstatus der Schülerinnen und Schüler verwendeten Mikrodaten stammen aus dem Nationalen Impfregister Österreich (Datenstand 30.11.2021 und 30.9.2021), der Schulstatistik (Schuljahr 2018/19, 2019/20, und 2020/21) und der Statistik des Bevölkerungsstandes zum 1.10.2021 (vorläufige Ergebnisse). Des Weiteren wurden ergänzende Registerdaten eingesetzt, um die nachfolgend dargestellte Schätzung möglichst präzise zu gestalten. Die Daten wurden auf Schülerinnen und Schüler mit aufrechtem Hauptwohnsitz in Österreich am 1.10.2021 und mit vorliegendem bereichsspezifischem Personenkennzeichen (bPK) eingeschränkt. Da die Daten der Schulstatistik des Schuljahres 2021/22 noch nicht vorliegen, müssen auf Basis des Vorjahres und einiger Annahmen die Schülerinnen und Schüler und deren voraussichtlich besuchte Schulart für das aktuelle Schuljahr 2021/22 geschätzt werden. 
Dafür wurden Übertrittsraten auf Basis vorliegender Jahre bestimmt (2018/19–2019/20; 2019/20–2020/21), die den potenziellen Übergang der Schülerinnen und Schüler von einem Schultyp in den nächsten, oder ein etwaiges Ausscheiden aus dem Schulsystem, quantifizieren. Zum Zwecke einer möglichst präzisen Schätzung der Übertritte wurden zusätzlich Merkmale aus vorliegenden Registerdaten verwendet. Zur Anwendung kamen einerseits Variablen, die konkret die Schülerin bzw. den Schüler betreffen (Geschlecht, aktuell besuchte Schulstufe, aktuell besuchte Schulart, Wohnbundesland, Geburtsland), andererseits auch Variablen, die die Eltern der Schülerinnen und Schüler näher beschreiben (höchste abgeschlossene Schulbildung der Eltern und Geburtsland der Eltern). Die mit diesen Variablen geschätzten Übertrittsraten wurden auf die Schülerinnen und Schüler des Schuljahrs 2020/21 auf Personenebene angewandt und damit ihr derzeit aktueller Status im Schuljahr 2021/21 geschätzt (welchen Schultyp besucht die Person bzw. ist diese überhaupt noch im Schulsystem). Es wird dabei angenommen, dass sich die geschätzten Übertrittsraten nicht zwischen Personen mit aufrechten Impfschutz und jener ohne unterscheiden.  
Jedes Jahr nehmen auch Personen eine Ausbildung auf, die im Jahr davor keine aufrechte laufende Ausbildung in Österreich aufwiesen. Deren typische Struktur auf Basis der zuvor dargestellten Hintergrundvariablen wurde aus vergangenen Schuljahren ermittelt und auch für das Schuljahr 2021/22 geschätzt. Da über diese Gruppe keinerlei Information zur Impfung vorliegt (insbesondere weil die neu hinzukommenden Personen unbekannt sind) wird angenommen, dass die Impfquote ident zu vergleichbaren Personen der Schätzung auf Basis der Übertrittsraten ist. Diese Gruppe stellt demnach eine Art Gewichtung der im vorigen Schritt ermittelten Impfquoten dar. 
Informationen zur Methodik, Definitionen zu Studierenden: Die für die statistischen Ergebnisse zum Impfstatus der Studierenden verwendeten Mikrodaten stammen aus dem Nationalen Impfregister Österreich (Datenstand 30.11.2021 und 30.9.2021), der Hochschulstatistik (WS 2020/21) und der Statistik des Bevölkerungsstandes zum 1.10.2021 (vorläufige Ergebnisse). Erwartungsgemäß lässt sich damit zunächst nur der Stand der COVID-19-Impfungen von Studierenden mit aufrechtem Hauptwohnsitz in Österreich am 1.10.2021 und österreichischer Staatsangehörigkeit sehr gut abbilden. Für jene 28% der in Österreich Studierenden ohne Hauptwohnsitz in Österreich oder ohne österreichische Staatsbürgerschaft trifft dies jedoch nicht zu. Für diese Gruppe spiegelt die Impfquote gemäß Nationalem Impfregister Österreich die tatsächliche Impfquote nur sehr unzureichend wider, da wahrscheinlich viele dieser Studierenden in den Sommerferien 2021 Impfangebote in ihren Herkunftsländern wahrgenommen haben. 
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurde folgende Vorgangsweise gewählt: Mit Hilfe von ECDC Vaccinetracker-Daten (und – wo dies nicht möglich war – WHO-Daten) lassen sich für die wichtigsten Herkunftsländer der in Österreich studierenden Personen anderer Staatsangehörigkeiten Impfwahrschein-lichkeiten schätzen. Dabei wurde angenommen, dass die Impfquote der ausländischen Studierenden im selben quantitativen Ausmaß über der jeweils für ihren Staat dokumentierten durchschnittlichen Impfquote liegt wie dies bei den österreichischen Studierenden der Fall ist. Der damit für jede Staatsangehörigkeit ermittelte Zielwert für die Impfquote wurde unter Berücksichtigung der Merkmale Hochschulsektor, Bundesland der Hochschule, Studienart, Alter und Geschlecht der Studierenden mittels Imputationsverfahren in die Mikrodaten übertragen. In einem letzten Arbeitsschritt wurde durch eine Anpassung der Altersverteilung noch der Tatsache Rechnung getragen, dass Hochschulstatistik-Mikrodaten aktuell nur für das vergangene Wintersemester vorliegen. 
Die Schätzung umfasst alle Studierenden (einschließlich Gaststudierende und außerordentliche Hörerinnen und Hörer) aller Hochschulsektoren (öffentliche Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen und Privatuniversitäten). Unter "Medizinische Universitäten" wurden, als Untergruppe der öffentlichen Universitäten, zusammengefasst: Medizinische Universität Wien, Medizinische Universität Graz, Medizinische Universität Innsbruck und Veterinärmedizinische Universität Wien.  
"Aufrechter Impfschutz" ist gegeben wenn: (a) eine Person mindestens zwei Impfdosen von BioNTech/Pfizer, Moderna oder/und AstraZeneca erhalten hat, (b) zumindest eine Impfdose von Johnson & Johnson (Janssen) erhalten hat, (c) wenn genesene Personen mindestens eine Impfung erhalten haben.

Tabelle 1: Anteil der Schülerinnen und Schüler mit aufrechtem Impfschutz am 30. November bzw. am 30. September 2021 nach Geschlecht, Bildungsbereich, Schulart und Bundesland des Wohnortes in Prozent
Geschlecht, Bildungsbereich, Schulart, Bundesland des WohnortesAnteil der Schülerinnen und Schüler mit aufrechtem Impfschutz am 30. November 2021 in ProzentAnteil der Schülerinnen und Schüler mit aufrechtem Impfschutz am 30. September 2021 in Prozent
Insgesamt5543
Alter  
123122
134130
144836
155543
166351
176857
187060
Geschlecht
Männlich5544
Weiblich5543
Bildungsbereich und Schule
Sekundarstufe I3726
- Allgemeinbildende höhere Schule - Unterstufe4937
- Mittelschule3020
Sekundarstufe II6452
- Allgemeinbildende höhere Schule - Oberstufe7261
- Berufsbildende mittlere Schule (inkl. Polytechnische Schule)5238
- Berufsbildende höhere Schule6654
- Berufsschule 6249
Sonderschule4029
Bundesland des Wohnortes
Burgenland6554
Kärnten4634
Niederösterreich6151
Oberösterreich4536
Salzburg5037
Steiermark5442
Tirol5744
Vorarlberg5343
Wien5947

 

Tabelle 2: Anteil der Studierenden mit aufrechtem Impfschutz am 30. November bzw. am 30. September 2021 nach Hochschulsektor, Studienart und Bundesland des Hochschulstandortes in Prozent
Hochschulsektor, Studienart, Bundesland des HochschulstandortesAnteil der Studierenden mit aufrechtem Impfschutz am 30. November 2021 in ProzentAnteil der Studierenden mit aufrechtem Impfschutz am 30. September 2021 in Prozent
Insgesamt8682
Öffentliche Universitäten8683
- darunter Medizinische Universitäten9290
Fachhochschulen8682
Pädagogische Hochschulen8582
Privatuniversitäten
8178
Studienart
Ordentliche Studierende8683
- Bachelor8682
- Diplom8784
- Master8784
- Doktorat8987
Außerordentliche Studierende8278
Bundesland des Hochschulstandortes
Burgenland8582
Kärnten8075
Niederösterreich8784
Oberösterreich8378
Salzburg8177
Steiermark8682
Tirol8683
Vorarlberg8582
Wien8784

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Mag. Dr. Matea PASKVAN, Tel.: +43 1 71128-7326 bzw. matea.paskvan@statistik.gv.at

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