Pressemitteilung: 12.658-249/21

Einbürgerungen steigen in den ersten drei Quartalen 2021 um 21,1% im Vergleich zum Vorjahr, aber gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 nur plus 0,9%

Wien, 2021-11-16 – In den ersten neun Monaten des Jahres 2021 wurde die österreichische Staatsbürgerschaft an 7.676 Personen verliehen, darunter an 1.131 Personen mit Wohnsitz im Ausland. Damit gab es laut Statistik Austria um 21,1% mehr Einbürgerungen als von Jänner bis September 2020 (6.336 Einbürgerungen), aber nur um 0,9% mehr als im Vergleichszeitraum vor Beginn der COVID-19-Pandemie, den ersten drei Quartalen 2019 (7.610 Einbürgerungen). Etwa ein Drittel der in den ersten drei Quartalen 2021 eingebürgerten Personen wurde bereits in Österreich geboren (2.334 bzw. 30,4%), mehr als die Hälfte waren Frauen (52,3%). Der Anteil der Kinder unter 18 Jahren betrug 31,7%. Zwei Fünftel (2.995 Personen oder 39,0%) der neuen Österreicherinnen und Österreicher waren vor der Einbürgerung Staatsangehörige eines der folgenden sechs Staaten: Türkei (718 bzw. 9,4%), Bosnien und Herzegowina (617), Serbien (538), Israel (389), Vereinigte Staaten (368) und Kosovo (365).

In fast allen Bundesländern wurden von Jänner bis September 2021 mehr Personen eingebürgert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, nur in der Steiermark waren es weniger. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2019 gab es allerdings nur in vier Bundesländern (Kärnten, Burgenland, Tirol und Salzburg) mehr Einbürgerungen, in fünf Bundesländern waren es hingegen weniger. Besonders stark im Vergleich zu vor der COVID-19-Pandemie fiel der Rückgang der Einbürgerungen in Wien aus (-26,8% von 2019 auf 2021), wobei hier im Vergleich zwischen den ersten drei Quartalen 2020 und 2021 ein Anstieg von 3,0% zu verzeichnen war. Die Steiermark wies mit -21,5% im Vergleich der ersten drei Quartale 2019 und 2021 den zweitstärksten Rückgang auf, wobei hier auch im Vergleich zu Jänner bis September 2020 um 9,7% weniger Einbürgerungen erfolgten.

Mehr als zwei Drittel aller Einbürgerungen in den ersten drei Quartalen 2021 erfolgten aufgrund eines Rechtsanspruchs (5.287 Personen bzw. 68,9%). Darunter wurden 3.090 Personen nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz in Österreich und aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen eingebürgert (z. B. nachgewiesene Deutschkenntnisse und nachhaltige Integration, Geburt in Österreich, EWR-Staatsangehörigkeit oder asylberechtigt – §11a, Abs. 4, Abs. 6 sowie Abs. 7), 1.159 politisch Verfolgte und deren Nachkommen (§58c, Abs. 1 (21 Personen), §58c, Abs. 1a und 1b (1.138 Personen), 434 Personen aufgrund der Ehe mit einem Österreicher bzw. mit einer Österreicherin (§11a, Abs. 1 und Abs. 2) sowie 330 Personen aufgrund eines mindestens 15-jährigen Wohnsitzes in Österreich und nachhaltiger Integration (§12, Abs. 1, Z. 1). Weitere 595 Personen erhielten die Staatsbürgerschaft im Ermessen (7,8%), darunter 562 Personen nach mindestens zehnjährigem Wohnsitz (§10, Abs. 1). Unter dem Titel Erstreckung der Verleihung wurden zusammen 1.794 Personen bzw. 23,4% eingebürgert, davon 222 Ehegatten (§16) und 1.572 Kinder (§17).

Detaillierte Ergebnisse sowie weitere Informationen zu den Einbürgerungen finden Sie auf unserer Webseite.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Statistik der Einbürgerungen basiert auf den Angaben aus den rechtskräftigen Bescheiden der Ämter der Landesregierungen Österreichs über die Verleihung der Staatsbürgerschaft und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres durchgeführt. Die Statistik der Einbürgerungen dokumentiert sämtliche durch Willenserklärung des Erwerbers und nachfolgenden Behördenakt bewirkte Arten des Erwerbs der Staatbürgerschaft nach StbG 1985, idF Novelle 2019 (§§ 10 bis 17, 25, 57, 58c und 64a), nicht hingegen die automatischen Erwerbsarten wie Geburt oder Legitimation eines nichtehelichen Kindes. Die Einbürgerungsstatistik umfasst sowohl Einbürgerungen von in Österreich als auch von im Ausland wohnhaften Personen. 
Bei den seit Inkrafttreten der Novelle 2019 am 1.9.2020 möglichen Einbürgerungen von Nachkommen politisch Verfolgter (§58c Abs. 1a und 1b) gilt wie bei §58c Abs. 1 als "statistisches Wirkungsdatum der Einbürgerung" das Bescheid-Ausstellungsdatum und nicht das Datum des Einlangens der Anzeige bei der Behörde. Diese Einbürgerungen betreffen überwiegend Personen mit einem Wohnsitz im Ausland.

 

Tabelle 1: Einbürgerungen 2019 bis 3. Quartal 2021
Wohnbundesland bzw. AuslandQ1-Q3 2019Q1-Q3 2020Q1-Q3 2021Veränderung in %Q3 2019Q3 2020Q3 2021Veränderung in %
Q1-Q3 2019–Q1-Q3 2021Q1-Q3 2020–Q1-Q3 2021Q3 2019–Q3 2021Q3 2020–Q3 2021
Österreich (einschl. Ausland)7.6106.3367.6760,921,12.2612.0822.61915,825,8
Burgenland11012713119,13,1355421.300,0-23,6
Kärnten22527028727,66,37983835,1-
Niederösterreich984941983-0,14,52713312751,5-16,9
Oberösterreich1.044886941-9,96,22782783028,68,6
Salzburg3413523595,32,0991811067,1-41,4
Steiermark720626565-21,5-9,7248214212-14,5-0,9
Tirol46744152813,119,714714219029,333,8
Vorarlberg310277289-6,84,31107993-15,517,7
Wien3.3642.3912.462-26,83,01.016706878-13,624,4
Ausland1)45251.1312.413,34.424,010134384.280,03.269,2
Tabelle 2: Einbürgerungen in den ersten drei Quartalen 2021
Wohnbundesland bzw. AuslandQ1–Q3 2021 insgesamtdarunter:Rechtsgrund 1)
geboren in Österreichunter 18 JahreFrauenErmessenAnspruchErstreckung
Österreich (einschl. Ausland)7.6762.3342.4314.0125955.2871.794
Burgenland131374263168332
Kärnten28799871583217085
Niederösterreich983324331529103602278
Oberösterreich94135833051485581275
Salzburg3591591182025520797
Steiermark56517915728860390115
Tirol52821918427662325141
Vorarlberg289109931351419778
Wien2.4628148021.3661641.605693
Ausland1.1313628748141.127-

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