Pressemitteilung: 12.645-236/21

COVID-19-Impfstatus: 82% der Studierenden waren Ende September bereits vollimmunisiert

Wien, 2021-11-03 – Vier von fünf der rund 395.000 Studierenden des Wintersemesters 2021/22 haben bereits einen aufrechten Impfschutz gegen COVID-19. Als "vollimmunisiert" gelten Personen, die alle für eine Vollimmunisierung notwendigen Impfdosen erhalten haben sowie Genesene mit zumindest einer Impfung. Die Ergebnisse zum Impfstatus der Studierenden hat Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung ermittelt. Grundlage sind Daten der Hochschulstatistik sowie des Nationalen Impfregisters Österreich zum 30.9.2021. Bei der Schätzung des Impfstatus von Studierenden aus dem Ausland wurden außerdem noch internationale Impfdaten berücksichtigt.

"Von den 18- bis 34-jährigen Studierenden waren mit Beginn des Wintersemesters 2021/22 bereits 83% vollständig gegen COVID-19 geimpft. Damit lag die Impfquote der Studentinnen und Studenten Ende September deutlich höher als in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung mit 60%. Voraussetzung der Auswertung war eine gesetzliche Grundlage und die Beauftragung durch das zuständige Ressort", so Tobias Thomas, Generaldirektor von Statistik Austria.

Größte Impfbereitschaft bei Studierenden der Medizinischen Universitäten und Doktoratsstudierenden

Stand Ende September 2021 waren nach Schätzungen von Statistik Austria bereits 82% der rund 395.000 Studierenden in Österreich vollimmunisiert – um 3 Prozentpunkte mehr als am 31. August. An den öffentlichen Universitäten lag die Quote bei 83% Vollimmunisierten, wobei die Medizinischen Universitäten mit 90% besonders hohe Durchimpfungsraten erreichten (Tabelle 1).

Von den ordentlichen Studierenden waren Ende September 83% vollimmunisiert. Dabei kamen Bachelorstudierende auf eine Quote von 82%. Von den Diplomstudierenden waren zu diesem Zeitpunkt bereits 84% vollständig geimpft, von den Master-Studierenden ebenfalls 84% und von den Doktoratsstudierenden sogar 87%.

Höhere Impfquoten bei Hochschulen in Ostösterreich und männlichen Studierenden

Die Hochschulen in Niederösterreich (84%) und Wien (84%) haben die höchsten Quoten vollimmunisierter Studierender. Mit einer Impfquote von 83% liegen auch die Hochschulen in Tirol knapp über dem Durchschnitt. Im Burgenland, der Steiermark und Vorarlberg liegen die Impfquoten Studierender an den Hochschulen mit jeweils 82% im Österreichdurchschnitt, darunter liegen sie in Oberösterreich (78%), Salzburg (77%) und Kärnten (75%).

Studierende Männer waren zu 84% (in der Altersgruppe 18 bis 34 sogar zu 85%) vollimmunisiert, Studentinnen zu 81%. Dass junge Männer etwas häufiger vollimmunisiert sind als junge Frauen, zeigt sich, wenngleich weniger ausgeprägt als bei den Studierenden, auch in der 18- bis 34-jährigen Gesamtbevölkerung, in der die Impfquote der Männer um 1 Prozentpunkt über jener der Frauen liegt (Tabelle 2).

Impfbereitschaft der Studierenden deutlich höher als in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung

Im Durchschnitt haben formal höher Gebildete in Österreich eine größere COVID-19-Impfbereitschaft: Während die Impfquote der 18- bis 34-jährigen Gesamtbevölkerung am Stichtag 30. September 2021 bei 60% lag, wurde für die Studierenden dieser Altersgruppe per 30. September eine Quote von 83% Vollimmunisierten ermittelt. Zwar sind die Ergebnisse der Schnellschätzung der Impfquote für die Studierenden 2021/22 (aufgrund der Zuschätzungen für internationale Studierende) nur eingeschränkt mit den Quoten der Gesamtbevölkerung vergleichbar, jedoch ist die Kernaussage, dass die Impfbereitschaft der Studierenden deutlich höher ist als die der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung, statistisch sehr gut abgesichert.

Weitere Informationen zum Impfstatus der Studierenden finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die für die statistischen Ergebnisse zum Impfstatus der Studierenden verwendeten Mikrodaten stammen aus dem Nationalen Impfregister Österreich (Datenstand 30.9.2021), der Hochschulstatistik (Wintersemester 2020/21) und der Statistik des Bevölkerungsstandes zum 1.7.2021 (vorläufige Ergebnisse). Erwartungsgemäß lässt sich damit zunächst nur der Stand der COVID-19-Impfungen von Studierenden mit aufrechtem Hauptwohnsitz in Österreich am 1.7.2021 und österreichischer Staatsangehörigkeit sehr gut abbilden. Für jene 28% der in Österreich Studierenden ohne Hauptwohnsitz in Österreich und ohne österreichische Staatsbürgerschaft trifft dies jedoch nicht zu. Für diese Gruppe spiegelt die Impfquote gemäß Nationalem Impfregister Österreich die tatsächliche Impfquote nur sehr unzureichend wider, da wahrscheinlich viele dieser Studierenden in den Sommerferien 2021 Impfangebote in ihren Herkunftsländern wahrgenommen haben. 
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurde folgende Vorgangsweise gewählt: Mit Hilfe von ECDC-Vaccinetracker-Daten (und – wo dies nicht möglich war – WHO-Daten) lassen sich für die wichtigsten Herkunftsländer der in Österreich studierenden Personen anderer Staatsangehörigkeiten Impfwahrscheinlichkeiten schätzen. Dabei wurde angenommen, dass die Impfquote der ausländischen Studierenden im selben quantitativen Ausmaß über der jeweils für ihren Staat dokumentierten durchschnittlichen Impfquote liegt wie dies bei den österreichischen Studierenden der Fall ist. Der damit für jede Staatsangehörigkeit ermittelte Zielwert für die Impfquote wurde unter Berücksichtigung der Merkmale Hochschulsektor, Bundesland der Hochschule, Studienart, Alter und Geschlecht der Studierenden mittels Imputationsverfahren in die Mikrodaten übertragen. In einem letzten Arbeitsschritt wurde durch eine Anpassung der Altersverteilung noch der Tatsache Rechnung getragen, dass Hochschulstatistik-Mikrodaten aktuell nur für das vergangene Wintersemester vorliegen. 
Die Schätzung umfasst alle Studierenden (einschließlich Gaststudierende und außerordentliche Hörerinnen und Hörer) aller Hochschulsektoren (öffentliche Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen und Privatuniversitäten). Unter "Medizinische Universitäten" wurden, als Untergruppe der öffentlichen Universitäten, zusammengefasst: Medizinische Universität Wien, Medizinische Universität Graz, Medizinische Universität Innsbruck und Veterinärmedizinische Universität Wien.  
Als "vollimmunisiert" werden (a) jene Personen bezeichnet, die alle für eine Vollimmunisierung notwendigen Impfdosen erhalten haben, sowie (b) genesene Personen mit zumindest einer Impfung.

 

Tabelle 1: Anteil der am 30. September 2021 vollimmunisierten Studierenden nach Hochschulsektor, Studienart und Bundesland des Hochschulstandortes in Prozent
Hochschulsektor, Studienart, Bundesland des HochschulstandortesAnteil der am 30. September 2021 vollimmunisierten Studierenden in Prozent
Insgesamt82
Öffentliche Universitäten83
- darunter Medizinische Universitäten90
Fachhochschulen82
Pädagogische Hochschulen82
Privatuniversitäten
78
Studienart
Ordentliche Studierende83
- Bachelor82
- Diplom84
- Master84
- Doktorat87
Außerordentliche Studierende78
Bundesland des Hochschulstandortes
Burgenland82
Kärnten75
Niederösterreich84
Oberösterreich78
Salzburg77
Steiermark82
Tirol83
Vorarlberg82
Wien84
Tabelle 2: Anteil der am 30. September 2021 vollimmunisierten Studierenden nach Altersgruppen und Geschlecht im Vergleich zur gleichaltrigen Gesamtbevölkerung in Prozent
Altersgruppe, GeschlechtStudierendeGesamtbevölkerung
18 bis 34 Jahre insgesamt8360
18 bis 19 Jahre 8262
20 bis 24 Jahre 8361
25 bis 29 Jahre 8359
30 bis 34 Jahre 8159
Geschlecht
18 bis 34 Jahre Männer8560
18 bis 34 Jahre Frauen8159

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
MMag. Guido SOMMER-BINDER, Tel.: +43 1 71128-7349 bzw. guido.sommer-binder@statistik.gv.at

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