Pressemitteilung: 12.639-230/21

COVID-19-Impfstatus: 43% der Schülerinnen und Schüler sowie 84% der Lehrerinnen und Lehrer waren Ende September vollimmunisiert

Wien, 2021-10-21 – Mehr als zwei von fünf der rund 593.000 Schülerinnen und Schüler des Schuljahres 2021/22 ab einem Alter von zwölf Jahren hatten zum Stichtag 30.9.2021 bereits einen aufrechten Impfschutz gegen COVID-19, weitere 6% eine Teilimpfung. Der Anteil der 20- bis 64-jährigen Lehrkräfte mit vollständigem Impfschutz lag Ende September bei 84%. Als "vollimmunisiert" gelten Personen, die alle für eine Vollimmunisierung notwendigen Impfdosen erhalten haben sowie Genesene mit zumindest einer Impfung. Die Schätzungen zum Impfstatus der Schülerinnen und Schüler hat Statistik Austria erstmals im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung ermittelt. Grundlage sind Daten der Schulstatistik, des Nationalen Impfregisters Österreich zum 30.9.2021 sowie des vorläufigen Bevölkerungsstandes zum 1.07.2021. Zur impfbaren Bevölkerung zählen Schülerinnen und Schüler ab einem Alter von mindestens zwölf Jahren.

"Ende September waren österreichweit bereits 43% der Schülerinnen und Schüler vollständig gegen COVID-19 geimpft. Mit dem Alter steigt auch in der Schule die Durchimpfung: Rund 22% der Zwölfjährigen waren Ende September vollimmunisiert, bei den 18-Jährigen hatten bereits 60% einen vollständigen Impfschutz", so Tobias Thomas, Generaldirektor von Statistik Austria.

Ansteigende Impfquoten nach Alter der Schülerinnen und Schüler

Die Impfquote der Schülerinnen (43%) unterscheidet sich kaum von jener der Schüler (44%). Entsprechend der Ausbildungspflicht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres liegt die Impfquote der Schülerinnen und Schüler auf dem Niveau der zwölf- bis 18-jährigen Gesamtbevölkerung (siehe Tabelle 1).

Höchste Impfquote bei Schülerinnen und Schüler der AHS-Oberstufe

Die Quote der Vollimmunisierten ist in der Sekundarstufe II mit 52% höher als in der Sekundarstufe I mit 26% (siehe Tabelle 2). Im Detail weist die Sekundarstufe I in der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS; 37%) eine deutlich höhere Impfquote auf als an Mittelschulen (20%). Innerhalb der Sekundarstufe II zeigen Schülerinnen und Schülern der AHS-Oberstufe mit 61% Vollimmunisierten die größte Impfbereitschaft, gefolgt von berufsbildenden höheren Schulen (54%) sowie Berufsschulen (49%). Der niedrigste Anteil vollimmunisierter Schülerinnen und Schüler ist in der Sekundarstufe II mit einer Quote von 38% an berufsbildenden mittleren Schulen (inkl. Polytechnischen Schulen) zu finden (siehe Tabelle 2).

Regionale Unterschiede: höhere Impfquoten bei Schülerinnen und Schülern in Ostösterreich

Schülerinnen und Schüler, die zum Stichtag 1.7.2021 ihren Hauptwohnsitz im Burgenland hatten, weisen mit rund 54% die höchste Impfquote auf, gefolgt von Niederösterreich (51%) und Wien (47%). Deutlich unter dem Österreichdurchschnitt von 43% liegen die Impfquoten der Schülerinnen und Schüler mit Hauptwohnsitz in Salzburg (37%), Oberösterreich (36%) und Kärnten (34%; siehe Tabelle 2). Die Reihung der Bundesländer nach Impfquoten bleibt ebenfalls nach der Unterscheidung zwischen Sekundarstufe I und Sekundarstufe II bestehen (siehe Tabelle 3).

Impfstatus der Lehrenden: 84% immunisiert; deutliche regionale Unterschiede

Mehr als vier von fünf der 122.000 Lehrerinnen und Lehrer in Österreich hatten zum Stichtag 30.9.2021 einen aufrechten Impfschutz gegen COVID-19. Der Anteil der 20- bis 64-jährigen Lehrkräfte mit vollständigem Impfschutz liegt mit 84% deutlich über dem der gleichaltrigen erwerbstätigen Bevölkerung (71%).

In allen Bundesländern liegen die Impfquoten von Lehrpersonen mehr als 10 Prozentpunkte über jenen der gleichaltrigen erwerbstätigen Bevölkerung. Die im Burgenland wohnhaften Lehrerinnen und Lehrer sind zu 89% vollständig immunisiert, gegenüber 78% der 20- bis 64-jährigen erwerbstätigen Bevölkerung. Auch in Wien haben schon fast neun von zehn Lehrerinnen und Lehrer alle notwendigen Impfdosen erhalten (87%), während nur drei Viertel der 20- bis 64-jährigen erwerbstätigen Bevölkerung (76%) schon vollimmunisiert sind. In Salzburg lebende Lehrende haben mit 79% den geringsten Anteil der Vollimmunisierten, nur knapp darüber befinden sich Oberösterreich mit 80% und Kärnten mit 81% (siehe Tabelle 4). In Oberösterreich und Kärnten sind die Abstände zur erwerbstätigen Bevölkerung am Größten: Nur jeweils 64% der 20- bis 64-jährigen Erwerbstätigen sind auch vollständig geimpft.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Impfstatus von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrpersonen finden Sie auf unserer Webseite.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen zu Schülerinnen und Schülern: Die für die statistischen Ergebnisse zum Impfstatus der Schülerinnen und Schüler verwendeten Mikrodaten stammen aus dem Nationalen Impfregister Österreich (Datenstand 30.9.2021), der Schulstatistik (Schuljahr 2018/19, 2019/20, 2020/21 vorläufig) und der Statistik des Bevölkerungsstandes zum 1.7.2021 (vorläufige Ergebnisse). Des Weiteren wurden ergänzende Registerdaten eingesetzt, um die nachfolgend dargestellte Schätzung möglichst präzise zu gestalten. Die Daten wurden auf Schülerinnen und Schülern mit aufrechtem Hauptwohnsitz in Österreich am 1.7.2021 und mit vorliegendem bereichsspezifischen Personenkennzeichen (bPK) eingeschränkt. Da die Daten der Schulstatistik des Schuljahres 2021/22 noch nicht vorliegen, müssen auf Basis des Vorjahres und einiger Annahmen die Schülerinnen und Schüler und deren voraussichtlich besuchte Schulart für das aktuelle Schuljahr 2021/22 geschätzt werden. 
Dafür wurden Übertrittsraten auf Basis vorliegender Jahre bestimmt (2018/19 - 2019/20; 2019/20 - 2020/21), die den potenziellen Übergang der Schülerinnen und Schüler von einem Schultyp in den nächsten, oder ein etwaiges Ausscheiden aus dem Schulsystem, quantifizieren. Zum Zwecke einer möglichst präzisen Schätzung der Übertritte wurden zusätzlich Merkmale aus vorliegenden Registerdaten verwendet. Zur Anwendung kamen einerseits Variablen die konkret die Schülerin bzw. den Schüler betreffen (Geschlecht, aktuell besuchte Schulstufe, aktuell besuchte Schulart, Wohnbundesland, Geburtsland), andererseits auch Variablen, die die Eltern der Schülerinnen und Schüler näher beschreiben (höchste abgeschlossene Schulbildung der Eltern und Geburtsland der Eltern). Die mit diesen Variablen geschätzten Übertrittsraten wurden auf die Schülerinnen und Schüler des Schuljahrs 2020/21 auf Personenebene angewandt und damit ihr derzeit aktueller Status im Schuljahr 2021/21 geschätzt (welchen Schultyp besucht die Person bzw. ist diese überhaupt noch im Schulsystem). Es wird dabei angenommen, dass sich die geschätzten Übertrittsraten nicht zwischen Vollimmunisierte und Nicht-Vollimmunisierte unterscheiden.  
Jedes Jahr nehmen auch Personen eine Ausbildung auf, die im Jahr davon keine aufrechte laufende Ausbildung in Österreich aufwiesen. Deren typische Struktur auf Basis der zuvor dargestellten Hintergrundvariablen wurde aus vergangenen Schuljahren ermittelt und auch für das aktuelle Schuljahr 2021/22 geschätzt. Da über diese Gruppe keinerlei Informationen zur Impfung vorliegt (insbesondere weil die neu hinzukommenden Personen unbekannt sind) wird angenommen, dass die Impfquote ident zu vergleichbaren Personen der Schätzung auf Basis der Übertrittsraten ist. Diese Gruppe stellt demnach eine Art Gewichtung der im vorigen Schritt ermittelten Impfquoten dar. 
Als "vollimmunisiert" werden (a) jene Personen bezeichnet, die alle für eine Vollimmunisierung notwendigen Impfdosen erhalten haben, sowie (b) genesene Personen mit zumindest einer Impfung. 
 
Informationen zur Methodik, Definitionen zu Lehrerinnen und Lehrern: 
Statistik Austria erhält auf Grundlage der Erwerbs- und Wohnungsstatistikverordnung und des Finanzausgleichsgesetzes pseudonymisierte Daten, die es teilweise ermöglichen, Berufe aus administrativen Datenquellen abzubilden. Lehrpersonen, die bei Bund oder Land angestellt sind, können so aus den Dienstgeberdaten (Verwaltungsdaten der Dienstbehörden und der die Dienstgeberfunktion wahrnehmenden Verwaltungsstellen des Bundes und der Länder) näherungsweise ermittelt werden. Die aktuell verfügbaren Daten beziehen sich auf den Stichtag 31.10.2020. Die Ergebnisse enthalten nur aktive Lehrpersonen ohne Karenzierte auf Basis der Registerbasierten Erwerbsverläufe zum 30.6.2021 (vorl. Ergebnisse), die bei Bund oder Ländern unselbständig erwerbstätig sind und den Regelschulbereich zu großen Teilen abdecken. Zu Lehrkräften in Schulen ohne Öffentlichkeitsrecht liegen keine Daten vor. 
Im Gegensatz zu o.g. Datenquellen, die unter anderem dazu dienen, den Erwerbsstatus von Personen und die Arbeitsstätten statistisch zu erfassen, jedoch keine exakten Berufsgruppen identifizieren können, liegen in der Lehrerstatistik die Lehrpersonen klar abgegrenzt vor. Mangels eines pseudonymisierten Personenkennzeichens ist es allerdings nicht möglich, Lehrpersonen aus der Lehrerstatistik direkt mit anderen bei Statistik Austria verfügbaren Daten zu verknüpfen. Um Kohärenz einerseits zwischen der Lehrerstatistik und andererseits den Dienstgeberdaten herzustellen, werden die Lehrpersonen aus Dienstgeberdaten mittels Hochrechnung (iterative proportionale Anpassung) an die bekannte Grundgesamtheit der Lehrerstatistik im Schuljahr 2019/2020 angepasst. Es ist notwendig eine Gewichtung durchzuführen, da die Dienstgeberdaten für einzelne Schulstandorte nicht vollzählig sind. Auf die Ergebnisse für Österreich und die Bundesländer hat die Gewichtung allerdings nur einen sehr geringen Einfluss (± 0,3 Prozentpunkte). Die verwendeten Methoden werden regelmäßig evaluiert und ggf. angepasst. 
Die Daten zum Impfstatus stammen aus dem Nationalen Impfregister Österreich und wurden unter Verwendung des pseudonymisierten Personenkennzeichens Amtliche Statistik mit den Daten der Lehrpersonen verknüpft (Datenstand 30.09.2021). "Vollimmunisiert" sind (a) jene Personen, die alle für eine Vollimmunisierung notwendigen Impfdosen erhalten haben, sowie (b) genesene Personen mit zumindest einer Impfung.

Tabelle 1: Anteil der am 30. September 2021 vollimmunisierten Schülerinnen und Schüler nach Alter im Vergleich zur gleichaltrigen Gesamtbevölkerung in Prozent
Alter in JahrenSchülerinnen und SchülerGesamtbevölkerung
122222
133029
143636
154342
165149
175755
186060
Tabelle 2: Anteil der am 30. September 2021 vollimmunisierten Schülerinnen und Schüler nach Geschlecht, Bildungsbereich, Schulart und Bundesland des Wohnortes in Prozent
Geschlecht, Bildungsbereich, Schulart, Bundesland des WohnortesAnteil der am 30. September 2021 vollimmunisierten Schülerinnen und Schüler in Prozent
Insgesamt43
Geschlecht
Männlich44
Weiblich43
Bildungsbereich und Schulart
Sekundarstufe I26
- Allgemeinbildende höhere Schule - Unterstufe37
- Mittelschule20
Sekundarstufe II52
- Allgemeinbildende höhere Schule - Oberstufe61
- Berufsbildende mittlere Schule (inkl. Polytechnische Schule)38
- Berufsbildende höhere Schule54
- Berufsschule 49
Sonderschule29
Bundesland des Wohnortes
Burgenland54
Kärnten34
Niederösterreich51
Oberösterreich36
Salzburg37
Steiermark42
Tirol44
Vorarlberg43
Wien47

 

Tabelle 3: Anteil der am 30. September 2021 vollimmunisierten Schülerinnen und Schüler nach Bildungsbereich und Bundesland des Wohnortes in Prozent
Bildungsbereich, Bundesland des WohnortesAnteil der am 30. September 2021 vollimmunisierten Schülerinnen und Schüler in Prozent
Sekundarstufe I (5. bis 8. Schulstufe)26
- Burgenland35
- Kärnten17
- Niederösterreich34
- Oberösterreich19
- Salzburg19
- Steiermark23
- Tirol24
- Vorarlberg23
- Wien31
Sekundarstufe II (ab der 9. Schulstufe)52
- Burgenland63
- Kärnten41
- Niederösterreich60
- Oberösterreich44
- Salzburg46
- Steiermark50
- Tirol54
- Vorarlberg53
- Wien57
Tabelle 4: Anteil der vollimmunisierten Lehrerinnen und Lehrer im Vergleich zur erwerbstätigen Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren nach Bundesland des Wohnortes in Prozent
Bundesland des WohnortesLehrpersonenErwerbstätige Bevölkerung
Österreich8471
Burgenland8978
Kärnten8164
Niederösterreich8574
Oberösterreich8064
Salzburg7968
Steiermark8470
Tirol8271
Vorarlberg8471
Wien8776

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