Pressemitteilung: 12.626-217/21

COVID-19-Impfstatus: 79% der Studierenden waren Ende August bereits vollimmunisiert

Wien, 2021-10-01 – Vier von fünf der rund 395.000 Studierenden des Wintersemesters 2021/22 haben bereits einen aufrechten Impfschutz gegen COVID-19. Als "vollimmunisiert" gelten Personen, die alle für eine Vollimmunisierung notwendigen Impfdosen erhalten haben sowie Genesene mit zumindest einer Impfung. Die Ergebnisse zum Impfstatus der Studierenden hat Statistik Austria erstmals im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung ermittelt. Grundlage sind Daten der Hochschulstatistik sowie des Nationalen Impfregisters Österreich zum 31.8.2021. Bei der Schätzung des Impfstatus von Studierenden aus dem Ausland wurden außerdem noch internationale Impfdaten berücksichtigt.

"Die Corona-Impfbereitschaft der Studentinnen und Studenten an Österreichs Hochschulen ist sehr groß: Vor Beginn des Wintersemesters 2021/22 liegt die Impfquote der 18- bis 34-jährigen Studierenden bei 79% und damit massiv höher als in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung mit 56%", so Tobias Thomas, Generaldirektor von Statistik Austria.

Größte Impfbereitschaft bei Studierenden der Medizinischen Universitäten und Doktoratsstudierenden

Stand Ende August 2021 waren nach Schätzungen von Statistik Austria bereits 79% der rund 395.000 Studierenden in Österreich vollimmunisiert, weitere 2% (rund 9.000 Studierende) hatten zu diesem Zeitpunkt zumindest eine erste Teilimpfung erhalten. An den öffentlichen Universitäten lag die Quote bei 80% Vollimmunisierten, wobei die Medizinischen Universitäten mit 88% besonders hohe Durchimpfungsraten erreichten (Tabelle 1).

Von den ordentlichen Studierenden waren Ende August 80% vollimmunisiert. Dabei kamen Bachelorstudierende auf eine Quote von 79%. Von den Diplomstudierenden waren zu diesem Zeitpunkt bereits 81% und von den Master-Studierenden 82% geimpft. Studierende von Doktoratsstudien erreichten eine Quote von 85% Vollimmunisierten.

Höhere Impfquoten bei Hochschulen in Ostösterreich und männlichen Studierenden

Die Hochschulen in Niederösterreich (82%) und Wien (81%) haben die höchsten Quoten vollimmunisierter Studierender. Mit einer Impfquote von 80% liegen auch die Hochschulen in Tirol knapp über dem Durchschnitt. Im Burgenland, der Steiermark und Vorarlberg liegen die Impfquoten Studierender an den Hochschulen mit jeweils 79% im Österreichdurchschnitt, darunter liegen sie in Oberösterreich (75%), Salzburg (73%) und Kärnten (71%).

Studierende Männer waren zu 82% vollimmunisiert, Studentinnen zu 78%. Dass junge Männer etwas häufiger vollimmunisiert sind als junge Frauen, zeigt sich, wenngleich weniger ausgeprägt als bei den Studierenden, auch in der 18- bis 34-jährigen Gesamtbevölkerung, in der die Impfquote der Männer um 1 Prozentpunkt über jener der Frauen liegt (Tabelle 2).

Impfbereitschaft der Studierenden deutlich höher als in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung

Im Durchschnitt haben formal höher Gebildete in Österreich eine größere COVID-19-Impfbereitschaft: Während die Impfquote der 18- bis 34-jährigen Gesamtbevölkerung am Stichtag 31. August 2021 bei 56% lag, wurde für die Studierenden dieser Altersgruppe per 31. August eine Quote von 79% Vollimmunisierten ermittelt. Zwar sind die Ergebnisse der Schnellschätzung der Impfquote für die Studierenden 2021/22 (aufgrund der Zuschätzungen für internationale Studierende) nur eingeschränkt mit den Quoten der Gesamtbevölkerung vergleichbar, jedoch ist die Kernaussage, dass die Impfbereitschaft der Studierenden deutlich höher ist als die der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung, statistisch sehr gut abgesichert.

Weitere Informationen zu finden Sie auf unserer Webseite sowie in der Präsentation zum Pressegespräch am 1. Oktober 2021 (PDF, 265 KB).

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die für die statistischen Ergebnisse zum Impfstatus der Studierenden verwendeten Mikrodaten stammen aus dem Nationalen Impfregister Österreich (Datenstand 31.8.2021), der Hochschulstatistik (Wintersemester 2020/21) und der Statistik des Bevölkerungsstandes zum 1.7.2021 (vorläufige Ergebnisse). Erwartungsgemäß lässt sich damit zunächst nur der Stand der COVID-19-Impfungen von Studierenden mit aufrechtem Hauptwohnsitz in Österreich am 1.7.2021 und österreichischer Staatsangehörigkeit sehr gut abbilden. Für jene 28% der in Österreich Studierenden ohne Hauptwohnsitz in Österreich und ohne österreichische Staatsbürgerschaft trifft dies jedoch nicht zu. Für diese Gruppe spiegelt die Impfquote gemäß Nationalem Impfregister Österreich die tatsächliche Impfquote nur sehr unzureichend wider, da wahrscheinlich viele dieser Studierenden in den Sommerferien 2021 Impfangebote in ihren Herkunftsländern wahrgenommen haben. 
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurde folgende Vorgangsweise gewählt: Mit Hilfe von ECDC-Vaccinetracker-Daten (und – wo dies nicht möglich war – WHO-Daten) lassen sich für die wichtigsten Herkunftsländer der in Österreich studierenden Personen anderer Staatsangehörigkeiten Impfwahrscheinlichkeiten schätzen. Dabei wurde angenommen, dass die Impfquote der ausländischen Studierenden im selben quantitativen Ausmaß über der jeweils für ihren Staat dokumentierten durchschnittlichen Impfquote liegt wie dies bei den österreichischen Studierenden der Fall ist. Der damit für jede Staatsangehörigkeit ermittelte Zielwert für die Impfquote wurde unter Berücksichtigung der Merkmale Hochschulsektor, Bundesland der Hochschule, Studienart, Alter und Geschlecht der Studierenden mittels Imputationsverfahren in die Mikrodaten übertragen. In einem letzten Arbeitsschritt wurde durch eine Anpassung der Altersverteilung noch der Tatsache Rechnung getragen, dass Hochschulstatistik-Mikrodaten aktuell nur für das vergangene Wintersemester vorliegen. 
Die Schätzung umfasst alle Studierenden (einschließlich Gaststudierende und außerordentliche Hörerinnen und Hörer) aller Hochschulsektoren (öffentliche Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen und Privatuniversitäten). Unter "Medizinische Universitäten" wurden, als Untergruppe der öffentlichen Universitäten, zusammengefasst: Medizinische Universität Wien, Medizinische Universität Graz, Medizinische Universität Innsbruck und Veterinärmedizinische Universität Wien.  
Als "vollimmunisiert" werden (a) jene Personen bezeichnet, die alle für eine Vollimmunisierung notwendigen Impfdosen erhalten haben, sowie (b) genesene Personen mit zumindest einer Impfung.

 

Tabelle 1: Anteil der am 31. August 2021 vollimmunisierten Studierenden nach Hochschulsektor, Studienart und Bundesland des Hochschulstandortes in Prozent
Hochschulsektor, Studienart, Bundesland des HochschulstandortesAnteil der am 31. August 2021 vollimmunisierten Studierenden in Prozent
Insgesamt79
Öffentliche Universitäten80
- darunter Medizinische Universitäten88
Fachhochschulen79
Pädagogische Hochschulen78
Privatuniversitäten
75
Studienart
Ordentliche Studierende80
- Bachelor79
- Diplom81
- Master82
- Doktorat85
Außerordentliche Studierende76
Bundesland des Hochschulstandortes
Burgenland79
Kärnten71
Niederösterreich82
Oberösterreich75
Salzburg73
Steiermark79
Tirol80
Vorarlberg79
Wien81
Tabelle 2: Anteil der am 31. August 2021 vollimmunisierten Studierenden nach Altersgruppen und Geschlecht im Vergleich zur gleichaltrigen Gesamtbevölkerung in Prozent
Altersgruppe, GeschlechtStudierendeGesamtbevölkerung
18 bis 34 Jahre insgesamt7956
18 bis 19 Jahre 7856
20 bis 24 Jahre 8056
25 bis 29 Jahre 8055
30 bis 34 Jahre 7856
Geschlecht
18 bis 34 Jahre Männer8256
18 bis 34 Jahre Frauen7855

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
MMag. Guido SOMMER-BINDER, Tel.: +43 1 71128-7349 bzw. guido.sommer-binder@statistik.gv.at

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 1 71128-7777 
presse@statistik.gv.at  
© STATISTIK AUSTRIA