Pressemitteilung: 12.581-172/21

Außenhandel im Mai 2021: mehr als 30% mehr Importe und Exporte im Vergleich zum schwachen Vorjahresmonat; Einfuhren +34,1%, Ausfuhren +31,5%

Wien, 2021-08-04 – Im Mai 2021 lag der Wert der Importe von Waren laut Statistik Austria bei 13,85 Mrd. Euro, das entspricht einem Anstieg von 34,1% gegenüber Mai 2020. Gleichzeitig erhöhten sich auch die Exporte von Gütern und stiegen um 31,5% auf 12,98 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 0,87 Mrd. Euro auf. Arbeitstägig bereinigt stiegen sowohl die Importe (+33,8%) als auch die Exporte (+31,4%) an. Die abermals starken Anstiege begründen sich auch durch das niedrige Außenhandelsniveau des Vergleichsmonats, denn der Mai 2020 war der zweite Berichtsmonat mit durchgehendem Corona-Lockdown in Österreich.

"Nach dem massiven Rückgang mit Ausbruch der Corona-Krise im Jahr 2020 lagen sowohl die Wareneinfuhren als auch die -ausfuhren im Mai 2021 mehr als 30% über dem Vorjahresmonat. Damit bewegte sich Österreichs Außenhandel annähernd auf Vorkrisenniveau: Verglichen mit Mai 2019 erreichten die Importe 101,1% und die Exporte 98,1%", so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die Exporte in EU-Mitgliedstaaten fielen im Mai 2021 mit einem Zuwachs von 32,1% geringfügig höher aus als jene in Drittstaaten mit +30,3%. Die größten absoluten Zuwächse verzeichneten die Exporte nach Deutschland (+26,3%), Italien (+47,6%), in die Vereinigten Staaten (+45,2%), Frankreich (+46,9%) und Polen (+40,6%).

Die vier bedeutendsten Produktgruppen im österreichischen Außenhandel – Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren – zeigten exportseitig einen Zuwachs von 31,2% auf 10,92 Mrd. Euro und stiegen importseitig um 32,4% auf 11,06 Mrd. Euro. Der größte absolute Exportzuwachs wurde mit Maschinen und Fahrzeugen (+32,6%; +1,16 Mrd. Euro) erzielt; gefolgt von bearbeiteten Waren (+39,0%; +0,80 Mrd. Euro), chemischen Erzeugnissen (+19,9%; +0,33 Mrd. Euro) und sonstigen Fertigwaren (+28,9%; +0,30 Mrd. Euro). Importseitig ergab sich ein ähnliches Bild. Den größten absoluten Anstieg bei den Importen verzeichneten ebenfalls Maschinen und Fahrzeuge (+40,2%; +1,35 Mrd. Euro); danach folgten chemische Erzeugnisse (+33,2%; 0,56 Mrd. Euro), bearbeitete Waren (+25,9%; 0,47 Mrd. Euro) und sonstige Fertigwaren (+21,9%; 0,33 Mrd. Euro).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Mai 2021 Waren im Wert von 9,37 Mrd. Euro, Waren im Wert von 8,83 Mrd. Euro wurden in diese Länder exportiert. Gegenüber Mai 2020 stiegen die Intra-EU-Importe um 33,5% und die Intra-EU-Exporte um 32,1% an. Dies führte zu einer negativen Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,54 Mrd. Euro. Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im Mai 2021 auf 4,48 Mrd. Euro und erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 35,4%; die Extra-EU-Exporte stiegen um 30,3% auf 4,15 Mrd. Euro. Das daraus resultierende Passivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 0,33 Mrd. Euro (siehe Tabelle 1).

Jänner bis Mai 2021: Anstieg bei Einfuhren (+19,2%) und Ausfuhren (+15,2%)

Der Gesamtwert der Einfuhren von Waren lag im Zeitraum Jänner bis Mai 2021 laut vorläufiger Ergebnisse von Statistik Austria nominell bei 69,56 Mrd. Euro, die Ausfuhren von Waren beliefen sich auf 66,07 Mrd. Euro. Die markanten Zuwächse in den Berichtsmonaten März 2021 (Einfuhr: +26,2%, Ausfuhr: +18,1%), April 2021 (Einfuhr: +48,1%, Ausfuhr: +40,0%) und Mai 2021 (Einfuhr: +34,1%, Ausfuhr: +31,5%) trugen maßgeblich zur positiven Entwicklung des bisherigen Berichtsjahres bei. In der Periode Jänner bis Mai 2021 erhöhten sich dementsprechend die Einfuhren um 19,2% sowie die Ausfuhren um 15,2%. Das Defizit der Handelsbilanz war mehr als drei Mal so groß wie in der Vorjahresperiode (1,00 Mrd. Euro) und zeigte einen Wert von 3,49 Mrd. Euro. Arbeitstägig bereinigt erhöhten sich sowohl die Importe (+20,1%) als auch die Exporte (+16,1%).

Mit Ausnahme der Vereinigten Staaten (-1,9%) zeigten die Wareneinfuhren aus allen der zehn wichtigsten Importpartnerländer Österreichs Zuwächse. Den höchsten absoluten Importzuwachs gab es mit Österreichs bedeutendstem Handelspartner Deutschland (+15,8%); danach folgten China (+31,2%), Italien (+27,3%), die Schweiz (+19,7%) und Polen (+38,4%). Exportseitig verzeichneten neun der zehn zentralen Exportpartner einen Anstieg. Hier waren insbesondere Deutschland (+17,9%), Italien (+26,0%), die Vereinigten Staaten (+22,6%), China (+34,4%) und Polen (+20,3%) zu nennen. Rückläufig waren lediglich die Exporte nach Frankreich (-15,4%).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Berichtszeitraum Waren im Wert von 46,96 Mrd. Euro (+19,0%). Der Wert der in die EU-Länder exportierten Waren verzeichnete mit +15,3% ebenfalls einen kräftigen Zuwachs gegenüber der Vorjahresperiode und betrug 44,96 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 2,00 Mrd. Euro, nach 0,46 Mrd. Euro im Zeitraum Jänner bis Mai 2020. Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Anstieg sowohl bei den Importen (+19,6% auf 22,60 Mrd. Euro) als auch bei den Exporten (+15,0% auf 21,11 Mrd. Euro). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzpassivum mit Drittstaaten von 1,49 Mrd. Euro (siehe Tabelle 2).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Außenhandelsdaten 2020 in visualisierter Form werden im ITGS-Atlas präsentiert.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Das vorliegende Ergebnis der Außenhandelsstatistik (ITGS: International Trade in Goods Statistics) enthält Daten der mit der Zollanmeldung verbundenen Statistik des Warenverkehrs mit Drittstaaten (EXTRASTAT) und der Primärstatistik der Warenverkehre mit den EU-Mitgliedstaaten (INTRASTAT) sowie Zuschätzungen zu den erhobenen INTRASTAT-Daten, die den Antwortausfall der Erhebung sowie schwellenbedingt nicht erhobene Werte abdecken. Die Außenhandelsstatistik berücksichtigt in der Regel den physischen Warenverkehr, bei dem die österreichische Grenze überschritten wird. Aufgrund des Brexits wird das Vereinigte Königreich ab dem Berichtsjahr 2020 auch in der Publikation der Außenhandelsstatistik nicht mehr als EU-Mitgliedstaat geführt.

 

Tabelle 1: Der Außenhandel Österreichs Mai 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)13.848.28912.976.103-872.18634,1 (33,8)3)31,5 (31,4)3)100100
202010.325.0299.864.448-460.581  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)9.366.2368.827.512-538.72433,5 (33,1)3)32,1 (32,2)3)67,668,0
20207.015.7156.680.338-335.377  67,967,7
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)4.482.0534.148.591-333.46235,4 (35,2)3)30,3 (29,7)3)32,432,0
20203.309.3143.184.111-125.203  32,132,3
Tabelle 2: Der Außenhandel Österreichs Jänner bis Mai 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)69.561.01266.067.518-3.493.49319,2 (20,1)3)15,2 (16,1)3)100100
202058.346.25057.345.314-1.000.936  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)46.962.65644.960.799-2.001.85819,0 (19,8)3)15,3 (16,2)3)67,568,1
202039.457.82838.998.879-458.949  67,668,0
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)22.598.35521.106.720-1.491.63619,6 (20,6)3)15,0 (16,0)3)32,531,9
202018.888.42218.346.435-541.987  32,432,0

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