Pressemitteilung: 12.575-166/21

Fast jeder zweite Verkehrstote im 1. Quartal 2021 bei Unfällen mit Lkw

Wien, 2021-07-29 – Im 1. Quartal 2021 sind in Österreich laut Statistik Austria 48 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen, 6.064 weitere Personen wurden verletzt. Damit war die Zahl der im Straßenverkehr Verunglückten so niedrig wie in keinem anderen 1. Quartal in den vergangenen 30 Jahren (siehe Tabelle 1). Von diesen 6.112 Verunglückten sind 959 Verunglückte im 1. Quartal 2021 auf Unfälle mit Beteiligung eines Lkw zurückzuführen. Das entspricht 16% aller Verunglückten. Im Vergleichszeitraum der vergangenen Jahre lag der Anteil bei 12% bis 13%. Von den 959 Verunglückten kamen 22 Personen ums Leben, das ist fast jeder zweite Verkehrstote (46%). Im März 2021 stieg die Zahl der Verunglückten bei Unfällen mit Lkw an und lag mit 389 Personen nicht nur deutlich über den Werten von 2020 (214 Verunglückte, +82%), sondern auch über jenen von 2019 (306 Verunglückte, +27%).

Lockdowns beeinflussten das Unfallgeschehen maßgeblich

Der Rückgang der Verunglückten ist vor allem auf das geringere Verkehrsaufkommen während der coronabedingten Lockdowns zurückzuführen, wobei die Zahl der Verletzten und Getöteten insbesondere während des "harten Lockdowns" in den Kalenderwochen 1 bis 5 deutlich sank: So ging zwischen 4. Jänner und 7. Februar 2021 die Zahl der Getöteten um 48% und die Zahl der Verletzten um 29% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück.

Im März 2021, im Zuge des "Lockdowns light" und erster Öffnungsschritte in Vorarlberg, stieg die Zahl der Verunglückten um 57% im Vergleich zum März 2020 an (ab Mitte März 2020 galt österreichweit ein "harter Lockdown") und erreichte mit 2.447 verletzten oder getöteten Personen schon fast wieder die Werte vom März 2019 (2.862 Verunglückte, -15%).

Noch nie so viele verunglückte Radfahrerinnen und Radfahrer

Nachdem bereits im Jahr 2020 der Anteil verunglückter Radfahrerinnen und Radfahrer in den einzelnen Quartalen gegenüber dem jeweiligen Vergleichsquartal gestiegen war, setzte sich der Trend bei der Anzahl verletzter oder getöteter Radfahrerinnen und Radfahrer fort: Im 1. Quartal 2021 verunglückten 893 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, dies ist der höchste Wert in den vergangenen 30 Jahren (1. Quartal 2020: 738, 1. Quartal 2019: 726 Personen). Somit waren 15% aller Verunglückten im 1. Quartal 2021 mit einem Rad unterwegs (1. Quartal 2020: 11%). Von den insgesamt 893 im Straßenverkehr verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrern kamen sechs ums Leben (1. Quartal 2020:drei Tote). Mehr als die Hälfte davon, nämlich vier Personen, waren mit einem E-Bike unterwegs.

Rekordtief bei getöteten Pkw-Insassen und Fußgängerinnen bzw. Fußgängern

In den vergangenen 30 Jahren kamen im 1. Quartal noch nie so wenige Pkw-Insassen sowie Fußgängerinnen bzw. Fußgänger bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben wie 2021. 26 Pkw-Insassen verunglückten im 1. Quartal 2021 tödlich, 2020 und 2019 waren es je 39 Personen, dies ist 2021 um ein Drittel weniger. Die Zahl der tödlich verunglückten Fußgängerinnen und Fußgänger sank um mehr als die Hälfte, nämlich von 16 im 1. Quartal 2020 auf sieben Personen 2021 (siehe Tabelle 2).

Die meisten Verkehrstoten in Oberösterreich

Im 1. Quartal 2021 verzeichnete Oberösterreich (15 Tote) die meisten tödlich Verunglückten und lag damit zum ersten Mal seit 15 Jahren vor Niederösterreich (zwölf Tote, siehe Tabelle 3). Während es in allen Bundesländern im Jänner und Februar einen Rückgang (ausgenommen Burgenland im Februar +/-0%) und im März einen Anstieg der Verkehrsunfälle im Vergleich zu 2020 gab, lagen Kärnten (+17%) und Vorarlberg (+2%) im März 2021 bei der Zahl der Unfälle sogar über dem Niveau von März 2019.

Jeder zweite Verkehrstote aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit

Die Hauptunfallursache bei tödlichen Unfällen war im 1. Quartal 2021 nichtangepasste Geschwindigkeit, dies kostete 24 Menschen ihr Leben. Das entspricht 50% aller tödlich Verunglückten und übersteigt damit neuerlich die Anteile der vorangegangenen Quartale (2020: 4. Quartal: 24%, 3. Quartal: 32%, 2. Quartal: 34%, 1. Quartal: 39%).

Detaillierte Ergebnisse sowie zusätzliche Informationen finden Sie im "Schnellbericht" (mit weiterführenden Beschreibungen und Tabellen; PDF, 2 MB) und auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Statistik Austria erstellt und veröffentlicht seit 1961 die Statistik der Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden. Die Verkehrsunfälle werden durch die Polizeiorgane elektronisch erfasst und über ein Webservice an Statistik Austria übermittelt. Die aktuell veröffentlichten Quartalsergebnisse von 2021 sind bis zum Vorliegen der endgültigen Jahresergebnisse als vorläufig zu betrachten, da nachträglich bekannt gewordene Änderungen der Unfalldaten (z. B. nachträgliche Verletzungsanzeigen) durch das Bundesministerium für Inneres bzw. die Polizeiorgane noch möglich sind. Da für die Berichtsjahre 2017 und 2018 keine vergleichbaren vorläufigen Quartalsergebnisse vorliegen, werden von diesen Jahren die endgültigen Ergebnisse dargestellt und von 2019 bis 2021 die vorläufigen Ergebnisse. Ein Vergleich der vorläufigen und endgültigen Ergebnisse ist nur bedingt möglich. 
Ein Straßenverkehrsunfall mit Personenschaden liegt vor, wenn infolge des Straßenverkehrs auf Straßen mit öffentlichem Verkehr Personen verletzt oder getötet wurden und daran zumindest ein in Bewegung befindliches Fahrzeug beteiligt war. 
Als Verunglückte zählen Personen, die bei und in Folge eines Unfalles verletzt oder getötet wurden.  
Als Verkehrstote gelten Personen, die entweder am Unfallort oder innerhalb von 30 Tagen, gerechnet ab dem Unfallereignis, an den Unfallfolgen verstorben sind. 
Die Verkehrsart Lkw umfasst Lastkraftwagen und Sattelzugfahrzeuge "bis 3,5t" (leichte Lkw) und "über 3,5t" (schwere Lkw). 
Bei der Analyse der Unfallzahlen im Zuge der "harten" und "leichten" Lockdowns wurden, um eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahren erzielen zu können, die Kalenderwochen als Vergleichsperioden herangezogen, auch wenn die Lockdowns nicht immer exakt in eine Kalenderwoche fielen. 
Ab 15. März 2021 wurden in Vorarlberg erste Öffnungsschritte in der Gastronomie und im Veranstaltungssektor gesetzt, während im Rest von Österreich noch Beschränkungen u. a. in diesen Bereichen ("Lockdown light") in Kraft waren.

 

Tabelle 1: Unfälle und Verunglückte (Verletzte oder Getötete), 1. Quartal 2017 bis 2021
Unfälle und Verunglückte20171)20181)20192)20202)20212)Veränderung 2020/2021 in %
Unfälle6.7976.2276.1695.0964.739-7,0
Verunglückte8.8738.3468.0846.7376.112-9,3
davon  Verletzte8.8028.2678.0206.6686.064-9,1
             Getötete7179646948-30,4
Tabelle 2: Verunglückte (Verletzte oder Getötete) im 1. Quartal 2021 nach Verkehrsarten
Verunglückte
(Verletzte oder Getötete)
FußgängerFahrrad1)MopedMotorradPkwLkw2)Weitere VerkehrsartenInsgesamt
Verunglückte5488932892043.7162811816.112
   Veränd. 2020/2021 in %-26,3+21,0+15,1+39,7-15,3+26,0-27,3-9,3
davon Verletzte5418872892003.6902761816.064
   Veränd. 2020/2021 in %-25,7+20,7+15,1+37,0-15,1+27,8-26,1-9,1
             Getötete76-4265-48
   Veränd. 2020/2021 in %-56,3+100,0±0,0.-33,3-28,6-100,0-30,4
Tabelle 3: Verunglückte (Verletzte oder Getötete) im 1. Quartal 2021 nach Bundesländern
Verunglückte
(Verletzte oder Getötete)
BgldKtnSbgStmkTirolVbgWienÖsterreich
Verunglückte1184471.1691.2943911.0014953188796.112
   Veränd. 2020/2021 in %-18,6-4,7-12,0+2,0-25,1+1,3-31,0-5,4-8,7-9,3
davon Verletzte1174441.1571.2793859954933178776.064
   Veränd. 2020/2021 in %-15,2-4,3-11,5+1,7-25,5+1,7-30,9-4,5-8,6-9,1
            Getötete1312156621248
   Veränd. 2020/2021 in %-85,7-40,0-40,0+36,4+20,0-40,0-50,0-75,0-33,3-30,4

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