Pressemitteilung: 12.540-131/21

Außenhandel im März 2021: markante Zuwächse im Vergleich zum schwachen Vorjahresmonat

Wien, 2021-06-08 – Im März 2021 lag der Wert der Importe von Waren laut Statistik Austria bei 15,93 Mrd. Euro, das entspricht einem Anstieg von 23,7% gegenüber März 2020. Gleichzeitig erhöhten sich auch die Exporte von Gütern und stiegen um 16,8% auf 15,13 Mrd. Euro. Bedingt durch den Corona-Shutdown in Österreich ab Mitte März 2020 waren die Vorjahresimporte und -exporte stark rückläufig. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 0,81 Mrd. Euro auf. Arbeitstägig bereinigt stiegen sowohl die Importe (+19,3%) als auch die Exporte (+12,9%) an.

"Der österreichische Außenhandel hat wieder kräftig Fahrt aufgenommen. Somit mehren sich auch hier Zeichen der wirtschaftlichen Erholung bei abklingender Corona-Krise: Sowohl Wareneinfuhren als auch -ausfuhren verzeichneten gerade im März 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat markante Zuwächse, wobei der März 2020 auch deutlich von der Pandemie gezeichnet war. Insgesamt konnten die Einfuhren im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal ein Plus von 6,4% verbuchen, bei den Ausfuhren waren es 3,8%", so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die Exporte in EU-Mitgliedstaaten stiegen im März 2021 mit +15,7% etwas weniger stark als jene in Drittstaaten mit +19,3%. Die größten absoluten Zuwächse verzeichneten die Exporte nach Deutschland (+18,3%), Italien (+33,9%), in die Vereinigten Staaten (+29,2%), nach Polen (+31,4%) und China (+47,0%).

Die vier bedeutendsten Produktgruppen im österreichischen Außenhandel – Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren – zeigten exportseitig einen Zuwachs von 18,6% auf 12,89 Mrd. Euro und stiegen importseitig um 25,8% auf 12,83 Mrd. Euro. Der größte absolute Exportzuwachs wurde mit Maschinen und Fahrzeugen (+30,8%; +1,39 Mrd. Euro) gefolgt von bearbeiteten Waren (+19,2%; +0,51 Mrd. Euro) sowie sonstigen Fertigwaren (+23,1%; +0,29 Mrd. Euro) erzielt. Nur die chemischen Erzeugnisse waren leicht rückläufig (-7,6%; -0,18 Mrd. Euro). Importseitig ergab sich ein ähnliches Bild. Den größten absoluten Anstieg bei den Importen verzeichneten ebenfalls Maschinen und Fahrzeuge (+30,1%; +1,32 Mrd. Euro); danach folgten sonstige Fertigwaren (+31,4%; 0,52 Mrd. Euro), bearbeitete Waren (+21,5%; 0,44 Mrd. Euro) und chemische Erzeugnisse (+16,5%; 0,35 Mrd. Euro).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im März 2021 Waren im Wert von 10,68 Mrd. Euro, Waren im Wert von 10,21 Mrd. Euro wurden in diese Länder exportiert. Gegenüber März 2020 stiegen die Intra-EU-Importe um 22,4% und die Intra-EU-Exporte um 15,7% an. Dies führte zu einer negativen Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,47 Mrd. Euro. Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im März 2021 auf 5,25 Mrd. Euro und erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 26,5%; die Extra-EU-Exporte stiegen um 19,3% auf 4,91 Mrd. Euro. Das daraus resultierende Passivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 0,34 Mrd. Euro (siehe Tabelle 1).

Außenhandel 1. Quartal 2021: Anstieg bei Einfuhren (+6,4%) und Ausfuhren (+3,8%)

Der Gesamtwert der Einfuhren von Waren lag im Zeitraum Jänner bis März 2021 laut vorläufiger Ergebnisse von Statistik Austria nominell bei 40,39 Mrd. Euro, die Ausfuhren von Waren beliefen sich auf 38,83 Mrd. Euro. Die markanten Zuwächse im März 2021 (Einfuhr: +23,7%, Ausfuhr: +16,8%) trugen maßgeblich zur positiven Entwicklung des bisherigen Berichtsjahres bei. Im 1. Quartal 2021 erhöhten sich dementsprechend die Einfuhren um 6,4% und die Ausfuhren um 3,8%. Das Defizit der Handelsbilanz verdreifachte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode (0,54 Mrd. Euro) und zeigte einen Wert von 1,55 Mrd. Euro. Arbeitstägig bereinigt erhöhten sich sowohl die Importe (+7,3%) als auch die Exporte (+5,0%).

Mit Ausnahme der Vereinigten Staaten (-6,7%) zeigten alle der zehn wichtigsten Importpartnerländer Österreichs Zuwächse. Den höchsten absoluten Importzuwachs gab es mit China (+29,2%) gefolgt von Deutschland (+2,6%), der Schweiz (+15,0%), Polen (+26,7%) und Italien (+8,1%). Exportseitig verzeichnete mehr als die Hälfte der zehn bedeutendsten Exportpartner einen Anstieg. Hier sind insbesondere Deutschland (+6,0%), China (+35,7%), die Vereinigten Staaten (+9,5%), Italien (+9,3%) und Polen (+12,3%) zu nennen. Exportseitig rückläufig war der Warenverkehr mit Frankreich (-19,3%), der Schweiz (-5,8%) und dem Vereinigten Königreich (-8,9%).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Berichtszeitraum Waren im Wert von 27,29 Mrd. Euro (+5,3%). Der Wert der in die EU-Länder exportierten Waren verzeichnete mit +3,8% ebenfalls einen Zuwachs gegenüber der Vorjahresperiode und betrug 26,39 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 0,90 Mrd. Euro, nach 0,49 Mrd. Euro im Zeitraum Jänner bis März 2020. Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Anstieg sowohl bei den Importen (+8,7% auf 13,10 Mrd. Euro) als auch bei den Exporten (+3,7% auf 12,44 Mrd. Euro). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzpassivum mit Drittstaaten von 0,65 Mrd. Euro (siehe Tabelle 2).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Außenhandelsdaten 2020 in visualisierter Form zeigen der ITGS-Atlas, die interaktiven Treemaps zu Einfuhr und Ausfuhr sowie ein Balkendiagramm.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Das vorliegende Ergebnis der Außenhandelsstatistik (ITGS: International Trade in Goods Statistics) enthält Daten der mit der Zollanmeldung verbundenen Statistik des Warenverkehrs mit Drittstaaten (EXTRASTAT) und der Primärstatistik der Warenverkehre mit den EU-Mitgliedstaaten (INTRASTAT) sowie Zuschätzungen zu den erhobenen INTRASTAT-Daten, die den Antwortausfall der Erhebung sowie schwellenbedingt nicht erhobene Werte abdecken. Die Außenhandelsstatistik berücksichtigt in der Regel den physischen Warenverkehr, bei dem die österreichische Grenze überschritten wird. Aufgrund des Brexits wird das Vereinigte Königreich ab dem Berichtsjahr 2020 auch in der Publikation der Außenhandelsstatistik nicht mehr als EU-Mitgliedstaat geführt.

 

Tabelle 1: Der Außenhandel Österreichs März 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)15.931.83515.125.906-805.92923,7 (19,3)3)16,8 (12,9)3)100100
20201)12.878.91412.947.48968.575  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)10.679.56910.213.874-465.69522,4 (18,8)3)15,7 (11,5)3)67,067,5
20201)8.727.5398.831.286103.747  67,868,2
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)5.252.2664.912.031-340.23426,5 (20,4)3)19,3 (16,0)3)33,032,5
20201)4.151.3764.116.203-35.173  32,231,8
Tabelle 2: Der Außenhandel Österreichs Jänner bis März 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)40.387.04838.834.538-1.552.5106,4 (7,3)3)3,8 (5,0)3)100100
20201)37.958.74437.423.248-535.496  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)27.291.98426.390.054-901.9305,3 (6,4)3)3,8 (4,9)3)67,668,0
20201)25.914.87825.425.366-489.512  68,367,9
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)13.095.06412.444.484-650.5808,7 (9,2)3)3,7 (5,2)3)32,432,0
20201)12.043.86611.997.882-45.984  31,732,1

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