Pressemitteilung: 12.534-125/21

Austrian Recovery Barometer 
Wirtschaftliche Lage im 1. Quartal 2021 weiterhin angespannt

Wien, 2021-05-31 – Nach dem schwersten Einbruch der Wirtschaftsleistung der Nachkriegszeit im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie bleibt die Wirtschaftslage in Österreich weiterhin angespannt. Im 1. Quartal 2021 sank laut vorläufigen Berechnungen von Statistik Austria das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal real um 1,1% (saison- und arbeitstagbereinigt). Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag der Rückgang bei 5,5%.

"Die wirtschaftliche Lage Österreichs war im 1. Quartal 2021 weiterhin angespannt. Von Jänner bis März ging das BIP im Vergleich zum Vorquartal um 1,1% zurück. Damit liegt die Wirtschaftsleistung Österreichs bei 91,5% des Vorkrisenniveaus, bezogen auf das 1. Quartal 2019. Mit der aktuellen Entspannung bei der Corona-Pandemie mehren sich die positiven Konjunktursignale, z.B. im Außenhandel oder am Arbeitsmarkt. Die Umsätze in Industrie und Bau liegen bereits deutlich über Vorkrisenniveau", erklärt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas im Rahmen der ersten "Austrian Recovery Barometer"-Pressekonferenz. Diese bietet vierteljährlich einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs in der abklingenden Corona-Krise. Zentrale Größe ist das Barometer, welches für verschiedene Indikatoren (z. B. BIP, Beschäftigung, Tourismus, Außenhandel) anzeigt, in welchem Ausmaß das Vorkrisenniveau erreicht ist (verglichen mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2019).

Rückgang der Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2021 weiterhin hoch

Nach starken Rückgängen der Wirtschaftsleistung in den Vorquartalen (Q2 2020: -13,0%; Q3 2020: -3,2%; Q4 2020: -5,6% jeweils real zum Vorjahresquartal) ist das Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn 2021 neuerlich um 5,5% im Vergleich zum 1. Quartal 2020 gesunken. Die Bereiche Handel, Verkehr, Gastronomie und Beherbergung mussten in Folge des dritten Lockdowns erneut deutliche Rückgänge verbuchen (-25,9% real zum Vorjahresquartal). Positive Impulse kamen hingegen von Industrie und Bau (+1,8% bzw. +2,7% real zum Vorjahresquartal). Insgesamt lag die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum 1. Quartal 2019 auf 91,5% des Vorkrisenniveaus.

Konjunktur-Frühschätzung für Industrie und Bau bereits über Vorkrisenniveau

Weiter in Richtung wirtschaftlicher Erholung zeigen die Konjunktur-Frühschätzer für die Bereiche Industrie und Bau im April 2021. Der Umsatzindex dieser Bereiche legt sowohl für die Industrie (+47,1%) als auch für den Bau (+40,6%) kräftig zu, wobei der Vergleichsmonat des Vorjahres deutlich von der Corona-Krise gezeichnet war. Insgesamt liegt der Umsatzindex für Industrie und Bau im April 2021 bereits 8,6% über dem Vorkrisenniveau (April 2019).

Außenhandel im Februar 2021 mit Anzeichen einer Erholung

Der Außenhandel mit China erzielte im Jänner und Februar 2021 mit einem Plus von fast 30% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die höchsten wertmäßigen Zuwächse. Die stärksten Rückgänge gab es im Handel mit Frankreich (-13,3%) und dem Vereinigten Königreich (-14,9%). Bei den Produkten gehörten medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse zu den Exportschlagern mit den höchsten Zuwächsen. Die höchsten Export-Rückgänge waren bei Kraftmaschinen (-17,5%) und anderen Transportmitteln (-35,7%) zu verzeichnen. Österreichs Außenhandel erreichte im Februar 2021 sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten bereits rund 97% des Vorkrisenniveaus (Februar 2019).

Erste Entspannung am Arbeitsmarkt

Die Beschäftigtenverhältnisse sind laut Dachverband der Sozialversicherungsträger im März 2021 um rund 4% und im April 2021 um knapp 5% gegenüber den Vorjahresmonaten gestiegen. Die Beschäftigung im April 2021 lag damit bei 99,6% des Vorkrisenniveaus (April 2019). Allerdings bestehen am Arbeitsmarkt weiterhin besondere Herausforderungen: Im April 2021 waren insgesamt 355.400 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitssuchend vorgemerkt und damit um 20% mehr als noch im April 2019. Zudem waren 78.100 Personen in Schulungen des AMS. Die nationale Arbeitslosenquote lag im April 2021 bei 8,6%.

Insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bereits von 2014 auf 2015 war diese um 178,9% auf 34.800 angewachsen. Mit der Corona-Krise kam es zu einem erneuten Anstieg: So hat sich bis April 2021 die Zahl der Personen mit einer seit mind. zwölf Monaten durchgehend bestehenden AMS-Vormerkung auf nunmehr 97.400 Personen erhöht.

Wintersaison 2020/21 ist nahezu ausgefallen

In der Tourismus-Wintersaison (November 2020 bis April 2021) verbuchten österreichische Beherbergungsbetriebe mit einem Nächtigungsminus von 54,44 Mio. oder -90,7% im Vergleich zur Vorjahressaison nahezu einen Totalausfall. Die pandemiebedingten Reisebeschränkungen und behördlichen Schließungen hatten sich bereits auf die Wintersaison 2019/20 ausgewirkt, in der die Nächtigungen im Vorjahresvergleich um 18,1% auf 59,68 Mio. zurückgingen. Die Tourismus-Wintersaison 2021 erreichte bei den Nächtigungen 7,6% des Vorkrisenniveaus (Wintersaison 2018/19).

Luftfahrt: Frachtverkehr im April 2021 fast auf Vorkrisenniveau, Passagieraufkommen bei 9%

Im April 2021 lag der Frachtverkehr auf den sechs österreichischen Flughäfen mit 94,8% nahezu auf Vorkrisenniveau (April 2019). Das Passagieraufkommen erreichte hingegen aufgrund der Reisebeschränkungen nur 9,0% des Vorkrisenniveaus. Allerdings ist im Vergleich zum Vormonat bereits eine leichte Erholung erkennbar: Im März 2021 hatte das Passagieraufkommen noch bei 7,5% des Vorkrisenniveaus (März 2019) gelegen, das Frachtaufkommen bei 87,8%.

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