Pressemitteilung: 12.536-127/21

Monatliche Haushaltsausgaben liegen im Schnitt bei 3.250 Euro

Wien, 2021-06-01 – Die durchschnittlichen monatlichen Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte in Österreich liegen laut Konsumerhebung 2019/20 von Statistik Austria bei rund 3.250 Euro. Die Äquivalenzausgaben, also die bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Ausgaben eines Haushalts, belaufen sich auf rund 2.160 Euro pro Monat. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Haushaltseinkommen lag im Zeitraum der Erhebung bei 4.020 Euro pro Monat.

Knapp ein Viertel ihrer monatlichen Ausgaben wenden private Haushalte im Schnitt für Wohnen und Energie auf. Den zweithöchsten Anteil an den monatlichen Ausgaben hat der Verkehr mit 13,9%, dicht gefolgt von den Aufwendungen für Freizeit, Sport oder Hobbys mit einem Anteil von 13,4%. Für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke werden im Schnitt 12,1% der Haushaltsausgaben verwendet.

Weit unter der Zehn-Prozent-Marke finden sich Ausgabenanteile für die Ausstattung der Wohnung (6,7%), die Konsumation in der Gastronomie (6,0%), Versicherungen (4,5%) sowie Bekleidung, Schuhe und den Gesundheitsbereich (jeweils 4,2%). Anteilsmäßig am geringsten schlagen Ausgaben für Körperpflege (2,4%), alkoholische Getränke und Tabakwaren (2,3%), Kommunikation (1,9%) und private Ausgaben für Bildung (1,2%) zu Buche (siehe Tabelle 1).

Vergleichbare Ausgaben ab dem coronabedingten Lockdown Mitte März um 13,5% niedriger

Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben, die im zeitlichen Verlauf beobachtet werden können, sind ab Mitte März 2020 bis zum Ende der Erhebung im Juni 2020 um 13,5% niedriger als im Jahresschnitt.

In den einzelnen Ausgabengruppen weichen in diesem Zeitraum die monatlichen Ausgaben in der Gastronomie (-55,9%) und für Bekleidung, Schuhe (-30,3%) sowie Ausgaben für Ernährung und alkoholfreie Getränke (+10,7%) am deutlichsten vom Jahresdurchschnitt ab.

Im Bereich der Ernährung weisen sämtliche Subaggregate im Schnitt höhere Ausgaben in der Covid-Phase auf. Dieses Plus gegenüber dem Jahresdurchschnitt reicht von 3,4% bei Brot und Getreideprodukten bis hin zu 16,1% bei Gemüse.

Anders in der Gastronomie: Ausgaben in Restaurants (-63,0%), Cafés (-71,0%), Fast-Food-Lokalen (-52,6%) aber auch Kantinen (-61,7%) liegen von Mitte März bis Mitte Juni 2020 deutlich unter dem Jahresdurchschnitt. Lediglich die Ausgaben für gelieferte Speisen sind in diesem Zeitraum um 44,5% höher als der Jahresschnitt.

Stark rückläufig entwickelten sich in der ersten Phase der Corona-Pandemie auch Ausgaben für Dienstleistungen und Mobilität. Geringer als im Jahresschnitt fielen etwa die monatlichen Ausgaben für Sport-, Kultur- oder Freizeitveranstaltungen (-41,4%), Körper- und Schönheitspflege (-38,7%) und Treibstoff (-32,5%) aus.

Ein Plus gegenüber dem Jahresdurchschnitt weisen Ausgaben für pharmazeutische Produkte (MNS-Masken) mit +36,7% auf, aber auch Ausgaben für Fahrzeugzugehör (+13,1%), Reinigungsmittel (+12,8%) oder hygienische Papier- und Zellstoffwaren (+4,3%) sind im Zeitraum März bis Juni 2020 höher.

Haushaltsausgaben gegenüber 2014/15 nominell um 8,4%, inflationsbereinigt um 1,1% gestiegen

Verglichen mit den Ergebnissen der Konsumerhebung 2014/15 sind die durchschnittlichen monatlichen Haushaltsausgaben nominell um 8,4% gestiegen, die Äquivalenzausgaben um 9,7% (Tabelle 2). Inflationsbereinigt sind die monatlichen Haushaltsausgaben gegenüber 2014/15 um lediglich 1,1% angewachsen, die Äquivalenzausgaben sind um 2,3% höher. Die eher geringen Ausgabensteigerungen sind dabei auch von der Corona-Pandemie und den Maßnahmen der Eindämmung beeinflusst.

Die Ausgaben für Wohnen, Energie, die die größte Kategorie darstellen, weisen nominell ein leichtes Plus von 1,3% auf. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch ein sehr heterogenes Bild: So sind die Ausgaben für Wohnungsmieten in den vergangenen fünf Jahren um 23,0%, jene für Betriebskosten um 12,3% gestiegen, während die Ausgaben für Energie (-5,1%) sowie für Wohnungsinstandhaltung (-39,0%) gesunken sind.

Verkehrsausgaben sind um 6,5% gestiegen, hier ist das größte Plus mit 51,2% bei den anteilsmäßig eher geringen Ausgaben für den öffentlichen Verkehr zu verzeichnen.

Die drittstärkste Ausgabengruppe Freizeit, Hobby, Sport weist ein Plus von 27,0% auf, die Haushaltsausgaben für Ernährung und alkoholfreie Getränke sind um 11,0% gestiegen. Den größten Zuwachs zeigen die Ausgaben für Kommunikation (+33,7%).

Rückläufig sind Ausgaben für Bekleidung (-7,6%) und jene in der Gastronomie (-5,9%), was überwiegend auf den coronabedingten Lockdown im Frühjahr 2020 zurückzuführen ist. So sind die monatlichen Ausgaben in der Gastronomie von Mitte März bis Mitte Juni 2020 um 55,2% niedriger als jene im gleichen Zeitraum 2015, weisen jedoch in der Vor-COVID-Phase der Erhebung 2019/20 gegenüber der gleichen Periode 2014/15 ein deutliches Plus von 11,1% auf. Ähnlich verhält es sich bei den Ausgaben für Bekleidung: Sie sind in der Vor-COVID-Periode, also von Mitte Juni 2019 bis Mitte März 2020, annähernd ident mit jenen im gleichen Zeitraum 2014/15 (+0,1%), jedoch ab Mitte März 2020 deutlich niedriger als 2015 (-55,2%).

Weitere Informationen und detaillierte Ergebnisse der Konsumerhebung 2019/20 finden Sie auf unserer Website.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Konsumerhebung 2019/20 wurde als Stichprobenerhebung von Ende Mai 2019 bis Mitte Juni 2020 durchgeführt. 7.139 zufällig ausgewählte Haushalte haben jeweils zwei Wochen lang ihre Ausgaben in ein Haushaltsbuch eingetragen und zusätzlich in Interviews Fragen zu den im Haushalt lebenden Personen, der Wohnung und der Ausstattung beantwortet. Erfasst wurden dabei nicht nur regelmäßige Ausgaben, etwa für Lebensmittel, Miete oder Treibstoff, sondern auch Aufwendungen für größere Anschaffungen, z. B. Kauf eines Pkw oder einer Küche, und Ausgaben für besondere Anlässe wie Schulbeginn, Hochzeiten, Weihnachten oder Urlaub. 
Bei der Interpretation der Ergebnisse muss also berücksichtigt werden, dass die Ausgaben nicht zwangsläufig aus dem laufenden Einkommen bezahlt werden, sondern auch Sonderzahlungen, wie etwa das 13./14. Monatsgehalt oder etwaige Prämien, eine Rolle spielen. Insbesondere größere Anschaffungen werden häufig auch durch andere Geldquellen, wie Erspartes, Abfertigungen, Schenkungen oder Erbschaften, aber auch durch Kredite oder Ratenzahlungen, finanziert. 
Haushaltseinkommen: 1/12 des Jahresnettoeinkommens, inkl. dem einkommenswirksamen Teil der imputierten Mieten und Naturalentnahmen. 
Äquivalenzausgaben: Wie viel ein Haushalt ausgibt, hängt in erster Linie von der Anzahl, aber auch dem Alter der darin lebenden Personen ab. Um die Ausgaben von Haushalten unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung besser vergleichen zu können, werden "gewichtete Pro-Kopf-Ausgaben", sogenannte Äquivalenzausgaben, berechnet. Da in Mehrpersonenhaushalten gewisse Einsparungseffekte angenommen werden können – dies vor allem bei Wohnungs- und Ernährungsausgaben, und insbesondere dann, wenn es sich bei den weiteren Personen um Kinder handelt, ist es nicht zweckmäßig, die Haushaltsausgaben durch die Zahl der Haushaltsmitglieder zu dividieren. Daher werden bei der Berechnung der Äquivalenzausgaben den einzelnen Haushaltsmitgliedern Gewichte zugewiesen. Die erste erwachsene Person im Haushalt wird dabei als Referenz betrachtet und erhält ein Gewicht von 1,0. Für jede weitere Person im Haushalt ab 14 Jahren steigt der unterstellte Bedarf um 0,5, Kinder unter 14 Jahren werden mit dem Faktor 0,3 gewichtet (EU-Skala). Durch diese Berechnung wird unterstellt, dass mit zunehmender Haushaltsgröße und abhängig vom Alter der Kinder eine Kostenersparnis im Haushalt durch gemeinsames Wirtschaften erzielt wird. 
Ausgaben ab dem coronabedingten Lockdown Mitte März 2020: Die Erhebung konnte trotz der Ausbreitung von COVID-19 ab Mitte März 2020 ohne Unterbrechung bis Juni 2020 durchgeführt werden. Rund ein Viertel der Haushalte nahm in diesem Zeitraum an der Konsumerhebung teil. In die Auswertung einbezogen wurden Ausgaben jener Gruppen, die in den Haushaltsbüchern aufgezeichnet wurden und einem bestimmten Zeitraum zugeordnet werden können. Ausgaben, die überwiegend in den Fragebögen erhoben wurden, etwa größere Anschaffungen in den letzten zwölf Monaten (z. B. Auto-, oder Fahrradkauf, Anschaffung von IT-Geräten, Möbel oder Urlaubsausgaben), können keiner bestimmten Periode zugeordnet werden und sind somit von dieser Analyse ausgeschlossen. 
Vergleich mit den Ergebnissen aus 2014/15: Für den Vergleich wurden die Ausgabengruppen in den unteren Ebenen angepasst. Inflationsbereinigung: 7,3% (VPI-Jahresdurchschnitt 2015 zu VPI-Durchschnitt Juni 2019 bis Juni 2020).

 

Tabelle 1: Monatliche Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte
Ausgewählte AusgabengruppenHaushaltsausgabenÄquivalenzausgaben 1
in Euroin %in Euroin %
Anzahl der Haushalte7.139
Anzahl der Haushalte hochgerechnet (in 1.000)3.969,3
Durchschnittliche Haushaltsgröße2,20 
Verbrauchsausgaben insgesamt3.250100,02.160100,0
Ernährung, alkoholfreie Getränke39212,125511,8
       Ernährung35110,822710,5
       Alkoholfreie Getränke41,21,327,21,3
Alkoholische Getränke, Tabakwaren76,02,352,62,4
Bekleidung, Schuhe1364,285,94,0
Wohnen, Energie79124,454525,3
      Tatsächlich gezahlte Wohnungsmieten1845,71366,3
       Imputierte Mieten2)2848,71878,7
       Wohnungsinstandhaltung62,81,939,71,8
       Betriebskosten, Sonstige Zahlungen1273,991,84,3
       Energie1334,190,84,2
Wohnungsausstattung2176,71416,5
Gesundheit1384,294,14,4
Verkehr45313,929213,6
       KFZ-Anschaffung1815,61145,3
       Fahrzeuginstandhaltung2377,31547,2
       Öffentlicher Verkehr34,91,123,91,1
Kommunikation60,11,939,41,8
Freizeit, Sport, Hobby43613,428713,3
       Unterhaltungselektronik, Computer, Film- und Foto38,91,225,71,2
       Sportgeräte, Spielwaren, Pflanzen und Haustiere84,22,654,22,5
       Sport-, Freizeit- und Kulturveranstaltungen78,62,452,42,4
       Printmedien, Papier- und Schreibwaren34,91,124,11,1
       Urlaub1855,71215,6
Bildung37,51,220,81,0
Café, Restaurant1946,01316,1
Sonstige Ausgaben3169,72139,9
       Körper- und Schönheitspflege77,02,451,82,4
       Persönliche Ausstattung20,30,614,20,7
       Versicherungen1464,595,94,4

 

Tabelle 2: Vergleich der Ergebnisse 2014/15 und 2019/20
Ausgewählte AusgabengruppenMonatliche Verbrauchsausgaben Nominelle Veränderung 
Konsumerhebung 2014/15Konsumerhebung 2019/20
in Euroin %
Anzahl der Haushalte7.1627.139 
Anzahl der Haushalte hochgerechnet (in 1.000)3.804,73.969,3 
Durchschnittliche Haushaltsgröße2,232,20 
Haushaltsausgaben insgesamt2.9903.2508,4
Ernährung, alkoholfreie Getränke35339211,0
Alkoholische Getränke, Tabakwaren67,776,012,3
Bekleidung, Schuhe147136-7,6
Wohnen, Energie7817911,3
Wohnungsausstattung2102173,5
Gesundheit11413820,8
Verkehr4254536,5
Kommunikation45,060,133,7
Freizeit, Sport, Hobby34443627,0
Bildung33,437,512,2
Café, Restaurant206194-5,9
Sonstige Ausgaben26831617,8
Äquivalenzausgaben insgesamt1)1.9702.1609,7
Ernährung, alkoholfreie Getränke22525513,2
Alkoholische Getränke, Tabakwaren45,952,614,6
Bekleidung, Schuhe93,785,9-8,4
Wohnen, Energie5305452,8
Wohnungsausstattung1351413,8
Gesundheit76,494,123,2
Verkehr2702928,3
Kommunikation29,039,436,0
Freizeit, Sport, Hobby22428728,2
Bildung18,820,810,9
Café, Restaurant136131-3,8
Sonstige Ausgaben18121317,4

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