Pressemitteilung: 12.535-126/21

Immobilien-Durchschnittspreise 2020: Baugrundstücke, Häuser und Wohnungen in Wien und Westösterreich am teuersten

Wien, 2021-05-31 – Die Durchschnittspreise für Immobilien stiegen im Jahr 2020 weiter an. Nach Berechnungen von Statistik Austria lag der durchschnittliche Preis für bebaubare Grundstücke in Österreich bei 82 Euro je Quadratmeter, für Eigentumswohnungen bei 3.508 Euro je Quadratmeter Wohnfläche und für Häuser bei 1.739 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Neben der Preisveränderung von Immobilien beim Häuser- und Wohnungspreisindex (siehe Pressemitteilung: 12.474-065/21) gibt der jährlich regionale Durchschnittspreis für Häuser, Wohnungen und bebaubare Grundstücke weitere Einblicke in den österreichischen Immobilienmarkt.

„Die Immobilienpreise sind 2015 bis 2020 im Durchschnitt um 36% gestiegen. Ein Grund hierfür ist die steigende Nachfrage, die von Bevölkerungswachstum und niedrigen Zinsen getrieben wird. Insbesondere im begehrten urbanen Raum und in Tourismuszentren fallen die Preise hoch aus“, so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Bebaubare Grundstücke: Die Lage zählt

Die Grundstückswerte sind das zentrale Merkmal des Immobilienmarkts, dabei ist die Lage von wesentlicher Bedeutung. Besonders begehrte Lagen fanden sich im urbanen Raum und in Tourismuszentren. Im Grundstückspreisvergleich finden sich mehrere bekannte Wintersportgebiete auf den vordersten Plätzen: Die Stadt Kitzbühel liegt mit einem Quadratmeterpreis von 1.477 Euro im Fünfjahresdurchschnitt auf dem ersten Platz, gefolgt von der Gemeinde Reith bei Kitzbühel mit 1.423 Euro. Weiters finden sich Lech, Kirchberg in Tirol und die gemeinsam ausgewerteten Orte Fiss und Serfaus mit durchschnittlichen Preisen von 1.256 Euro, 1.120 Euro und 980 Euro unter den zehn Regionen mit den höchsten Grundstückspreisen Österreichs. Die übrigen Plätze werden durch Landeshauptstädte und Bezirke der Bundeshauptstadt eingenommen. In Innsbruck kostete der Quadratmeter rund 1.058 Euro und in Salzburg rund 905 Euro. In Wien lagen die Bezirke Döbling mit 1.437 Euro und Währing mit 1.103 Euro je Quadratmeter ganz vorne. In den Wiener Flächenbezirken fanden sich auch preiswertere Baugrundstücke, und die Durchschnittspreise pro Quadratmeter fielen mit 617 bis 787 Euro im Jahr 2020 gemäßigter aus. Die Nähe zu Wien war auch bestimmend für die Preise in Niederösterreich und dem Nordburgenland. Eisenstadt-Umgebung wies zum Beispiel einen Durchschnittspreis von 115 Euro auf. Die peripheren Regionen im Norden Niederösterreichs und im Mittel- sowie Südburgenland sind die preisgünstigsten des Landes. In Zwettl (NÖ) kostete Baugrund im Durchschnitt 16 Euro und im Bezirk Güssing im Burgenland 17 Euro.

Auch abseits der Tourismusregionen und der urbanen Zentren sind die Grundstückspreise in den westlichen Bundesländern Österreichs deutlich höher als in den flacheren östlichen Bundesländern. Gemessen an den gezahlten mittleren Transaktionspreisen konnte man im Jahr 2020 zum Beispiel für 1.000 Euro im Bezirk Bregenz nur knapp über 3 Quadratmeter Baugrund erstehen. Im Bezirk Zell am See reichte die gleiche Summe noch für etwas mehr als 4 Quadratmeter. Käufer im Osten Österreichs konnten im Vergleich dazu für 1.000 Euro knapp 9 Quadratmeter im Bezirk Gänserndorf oder sogar knapp 25 Quadratmeter im Bezirk Weiz erwerben.

Die Preise für Baugrundstücke in Niederösterreich und Oberösterreich lagen mit 82 Euro und 80 Euro nahe am bzw. am Österreichschnitt von 82 Euro je Quadratmeter, in Kärnten (61 Euro), der Steiermark (54 Euro) und dem Burgenland (52 Euro) lagen sie darunter, während in Wien, Salzburg, Vorarlberg und Tirol die Preise für sämtlichen Objekttypen über dem Österreichschnitt angesiedelt waren (siehe Tabelle 1).

Regionale Unterschiede bei Häuser- und Wohnungspreisen

Die Preise von Häusern und Wohnungen zeigen regional ähnliche Muster wie die Baugrundstücke. Teilweise lagen die Quadratmeterpreise der Häuser unter jenen für Wohnungen, da sich Eigentumswohnungen überwiegend in stärker nachgefragten Lagen wie etwa in Stadt- und Ortszentren befinden. Darüber hinaus ist die Preisdifferenz auch einer durchschnittlich geringeren Qualität der Häuser im Vergleich zu den Wohnungen geschuldet. Viele Objekte bedürfen erheblicher Investitionen in Sanierung und Instandhaltung oder werden auf Kosten der Käufer abgerissen. Beispielsweise kostete eine durchschnittliche 71-Quadratmeter-Wohnung im Bezirk Dornbirn 332.000 Euro, während für ein Objekt vergleichbarer Größe im Bezirk Tulln in Niederösterreich 236.000 Euro bezahlt werden musste. Ein beispielhaftes Haus im Österreichschnitt kostete im Jahr 2020 rund 243.000 Euro, mit 140 Quadratmeter Wohnfläche auf einem 789 Quadratmeter großen Grundstück. In Tirol musste man hingegen 467.000 Euro für ein durchschnittliches Haus mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern auf einem 661-Quadratmeter-Grundstück bezahlen.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zu den Immobilien-Durchschnittspreisen finden Sie auf unserer Webseite. Die aktuellen Durchschnittspreise für bebaubare Grundstücke, Häuser und Wohnungen finden Sie auch in den interaktiven Karten und Diagrammen des STATatlas.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Immobilien-Durchschnittspreise bilden das durchschnittliche Preisniveau bzw. den durchschnittlichen Wert von Immobilien in Österreich auf regionaler Ebene ab. Die Datengrundlage bilden die von Privathaushalten getätigten Käufe von Häusern, Wohnungen und Grundstücken. Für Häuser und Wohnungen liegen Ergebnisse auf Bezirksebene vor, bei Grundstücken werden neben Bezirksdurchschnittspreisen auch Gemeindedurchschnittspreise veröffentlicht. Ziel ist es den redlichen Geschäftsverkehr abzubilden, daher werden Immobilientransaktionen mit Freundschaftspreisen bzw. subventionierten Preisen nach Möglichkeit nicht berücksichtigt.   
Die Grundlage der Erhebung bilden die von privaten Haushalten gezahlten Transaktionspreise, die aus den im Grundbuch gespeicherten Kaufverträgen ausgelesen werden. Die Immobilien-Durchschnittspreise liefern durch die Betrachtung und Wertanpassung eines Zeitfensters von fünf Jahren stabile Ergebnisse für Bezirke und Gemeinden Österreichs. Zusätzlich zeigt eine Sonderauswertung die Preise der Median-Transaktionen in den Bezirken. Da die verkauften Immobilien in Menge und Qualität von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein können, ist für Preisvergleiche über die Zeit ein qualitätsbereinigter Preisindex besser geeignet.  
Berechnung: Die angegeben Werte sind Medianwerte der Immobilien-Sonderauswertung (2015 bis 2020) oder geometrische Mittelwerte von tatsächlich durchgeführten entgeltlichen Immobilientransaktionen in den Jahren 2016 bis 2020. Die Preise wurden über die Jahre 2016 bis 2020 mittels eines Regressionsmodells unter Berücksichtigung von Unterschieden in Wohnflächen, Grundflächen, Bauperioden und Lage der Objekte auf das Jahr 2020 valorisiert und sind in Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bzw. Grundstücksfläche angegeben. Die zur Berechnung verwendeten Flächen wurden den Kaufverträgen entnommenen und gegebenenfalls durch Angaben des Gebäude- und Wohnungsregisters ergänzt. Die Verwendung des geometrischen Mittels ist eine Maßnahme zur Reduktion des Einflusses von wenigen hochpreisigen Transaktionen die bei Immobilientransaktionen regelmäßig vorkommen. 
Wohnflächendefinition: Die Nutzfläche des Wohnobjekts (Wohnfläche) folgt dem § 17 Abs. 2 MRG (Mietrechtsgesetz) und § 2 Abs. 7 WEG (Wohnungseigentumsgesetz): „Die Nutzfläche, die in Quadratmetern auszudrücken ist, ist die gesamte Bodenfläche einer Wohnung oder eines sonstigen Mietgegenstandes abzüglich der Wandstärken und der im Verlauf der Wände befindlichen Durchbrechungen (Ausnehmungen). Keller- und Dachbodenräume, soweit sie ihrer Ausstattung nach nicht für Wohn- oder Geschäftszwecke geeignet sind sowie Treppen, offene Balkone und Terrassen sind bei der Berechnung der Nutzfläche nicht zu berücksichtigen.“ 
Zusätzlich sind folgende Definitionen zu beachten: Garagen sind nicht als Wohnfläche anzurechnen. Lagerräume und Werkstätten zählen als Wohnraum, wenn diese der Ausstattung nach auch ersatzweise als Wohnraum dienen könnten. Loggien – also Balkone oder Terrassen, die nur nach einer Seite hin offen und ansonsten von Wänden umgeben sind – sind bei der Berechnung der Nutzfläche einzubeziehen. Gewerblich genutzte Immobilien können mit den Immobilien-Durchschnittspreisen nicht bewertet werden.  
Rechtsgrundlagen: 442. Verordnung des Bundesministers für Finanzen betreffend Festlegung der Ermittlung des Grundstückswertes (Grundstückswertverordnung – GrWV) ausgegeben am 21. Dezember 2015. Gemäß dieser Verordnung können die Haupttabellen der Immobilien-Durchschnittspreise als Grundlage zur Berechnung der Grunderwerbsteuer auf unentgeltlichen Erwerb (Erbschaft, Schenkung) verwendet werden.

 

Tabelle 1: Durchschnittliche Baugrundstückspreise 2015 bis 2020
 201520162017201820192020
Österreich838186888082
Burgenland565259555552
Kärnten585962626261
Niederösterreich798490918082
Oberösterreich757479787880
Salzburg204205230232233241
Steiermark545154555254
Tirol201233223230208255
Vorarlberg259301342339369379
Wien608689720738903837
Tabelle 2: Durchschnittliche Häuserpreise in den Bundesländern 2015 bis 2020
 201520162017201820192020
Österreich1.3771.4411.4831.5581.6351.739
Burgenland764776806864881924
Kärnten1.2501.3411.4001.4291.5001.569
Niederösterreich1.1711.2501.2971.3331.4081.515
Oberösterreich1.4481.5491.6281.6811.8151.944
Salzburg2.6012.9413.1433.1253.3763.631
Steiermark1.1761.1881.2141.2641.3711.390
Tirol2.1742.4712.7142.6892.9063.333
Vorarlberg2.4232.7092.9623.4633.6674.018
Wien3.4463.6523.7554.0894.3174.612
Tabelle 3: Durchschnittliche Wohnungspreise in den Bundesländern 2015 bis 2020
 201520162017201820192020
Österreich2.5812.6972.9213.1383.2833.508
Burgenland1.1101.1121.2421.2981.3571.458
Kärnten2.0001.8422.2412.2402.2722.667
Niederösterreich1.8951.9502.3932.6122.6602.926
Oberösterreich1.9741.9842.3162.4432.7763.011
Salzburg3.0833.2003.1943.3883.7273.960
Steiermark1.8061.8741.9172.0432.2252.287
Tirol2.8362.9113.0513.3553.5643.848
Vorarlberg2.9173.3073.4603.8663.9104.523
Wien3.2353.5003.6703.9164.0644.399

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