Dies ist eine archivierte Pressemitteilung vom 15. April 2021. Sie gibt den Stand von damals wieder und wird an dieser Stelle nicht aktualisiert.    
Tabellen mit wöchentlich aktualisierten Zahlen zu Gestorbenen finden Sie auf unserer Webseite.

Pressemitteilung: 12.489-080/21

Zahl der Sterbefälle über den Fünfjahresdurchschnitt gestiegen

Wien, 2021-04-15 – In der 13. Kalenderwoche 2021 – von 29. März bis 4. April – starben in Österreich laut vorläufigen Daten von Statistik Austria 1.750 Personen, das sind 109 mehr als in der Vorwoche (1.641 Personen starben in der 12. Kalenderwoche vom 22. bis 28. März 2021).

"Die Zahl der Sterbefälle ist in der Karwoche in Österreich wieder deutlich gestiegen: In der 13. Kalenderwoche 2021 verstarben vorläufigen Daten zufolge 1.750 Menschen, um 109 mehr als in der Woche davor. Damit liegt die Zahl der Sterbefälle um 5,8% über dem Durchschnitt der gleichen Kalenderwoche der Jahre 2016 bis 2020. In den acht Wochen zuvor hatte die Sterblichkeit im Durchschnitt der letzten Jahre oder sogar darunter gelegen. Die deutlichste Übersterblichkeit während der Corona-Krise gab es im Herbst 2020 mit dem Höchstwert von 59% in der 49. Kalenderwoche", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die altersstandardisierten Sterberaten, bei denen die Sterbefälle anhand einer Standardbevölkerung um die Altersstruktur der Bevölkerung bereinigt werden, liegen in der 11. Kalenderwoche 2021 in etwa auf dem Niveau der gleichen Kalenderwoche der beiden Vorjahre. Würde die Altersstruktur Österreichs der Standardbevölkerung von Eurostat entsprechen, wären in der 11. Kalenderwoche 2021 sowie 2020 jeweils 19 von 100.000 Menschen verstorben. 2019 wäre dieser Wert bei 20 von 100.000 Personen gelegen. Vergleiche mit länger zurückliegenden Jahren sind aufgrund des Anstiegs in der Lebenserwartung und den damit verbundenen sinkenden altersstandardisierten Sterberaten nur bedingt aussagekräftig.

Weitere Informationen zu Sterbefällen finden Sie auf unserer Webseite, wo auch eine interaktive Web-Applikation – der Atlas der Sterbefälle – die Entwicklung und regionale Verteilung grafisch anschaulich darstellt. Detaillierte Ergebnisse können im Open-Data-Bestand von Statistik Austria abgerufen werden.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Statistik Austria verarbeitet alle von den Personenstandsbehörden gelieferten Sterbefälle. Innerhalb der geplanten Veröffentlichungsfrist stehen Statistik Austria jedoch noch nicht alle Sterbefälle zur Verfügung. Daher werden die zu erwartenden Sterbefälle der jeweils aktuellsten zwei Wochen geschätzt. Dafür werden die Erfahrungswerte zurückliegender Jahre genutzt, um die verzögerten Meldungen in den Zahlen methodisch bestmöglich zu berücksichtigen. Das zugrundeliegende Schätzmodell wird regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst. Es handelt sich jedenfalls um vorläufige Ergebnisse, die einer Unsicherheit unterliegen, d. h. die endgültigen Werte der Sterbefälle in den jeweils aktuellsten beiden Wochen können sowohl geringfügig höher als auch geringfügig niedriger sein. Der Anteil an eingelangten Meldungen liegt aber in allen Wochen, für die Ergebnisse veröffentlicht werden, bei zumindest 90% aller Todesfälle für diese Woche. 
Sterbefälle von in Österreich wohnhaften Personen, die sich im Ausland ereignet haben, sind sowohl in den aktuellen vorläufigen Ergebnissen als auch in den Vergleichszahlen nicht enthalten. 
Die altersstandardisierte Sterberate gibt an, wie viele Sterbefälle aufgrund der jeweils herrschenden Sterblichkeitsverhältnisse auf 100.000 Lebende entfallen wären, wenn der Altersaufbau der Bevölkerung in der betreffenden Berichtsperiode dem einer sogenannten Standardbevölkerung entsprochen hätte. Um diese altersstandardisierten Raten zu berechnen, werden die rohen Sterberaten (Sterbefälle je 100.000 der Bevölkerung) der beobachteten Altersgruppe mit dem Anteil der Bevölkerung derselben Altersgruppe laut Europäischer Standardbevölkerung multipliziert. Für die Berechnung der hier dargestellten Raten wurde die 2013 von Eurostat festgelegte Standardbevölkerung verwendet; eine "künstliche Bevölkerung" mit einer geschätzten Altersstruktur für die europäische Bevölkerung. Die altersstandardisierten Sterberaten beziehen die Sterbefälle somit auf eine fiktive Bevölkerung, die über die Zeit im Hinblick auf die Personenzahl sowie ihre Zusammensetzung nach Alter und Geschlecht unverändert belassen wird. Damit können Veränderungen, die sich nur aufgrund einer Zunahme der Einwohnerzahl ergeben (bei mehr Einwohnerinnen und Einwohnern sterben auch mehr Personen) oder durch das Aufrücken von mehr Personen in höhere Altersgruppen mit entsprechend höherer Sterbewahrscheinlichkeit, ausgeschlossen werden. Die Veränderung in der Lebenserwartung wird bei der Berechnung der altersspezifischen Raten nicht berücksichtigt. Die über die Zeit beobachteten Niveauunterschiede in der Sterblichkeit sind somit weitestgehend Konsequenz der steigenden Lebenserwartung und erschweren die Vergleichbarkeit mit weiter zurückliegenden Jahren. Da für die Berechnung eine fiktive Standardbevölkerung herangezogen wird, sind die altersstandardisierten Sterberaten nur im Vergleich zueinander interpretierbar, nicht jedoch in der Höhe ihrer einzelnen absoluten Werte.

 

Tabelle 1: Sterbefälle im Jahr 2020/2021 im Vergleich zum Durchschnitt der fünf Vorjahre nach Kalenderwoche und Geschlecht
KalenderwocheSterbefälle im Jahr 2020/2021Sterbefälle im Durchschnitt der letzten 5 Jahre (2015–2019 bzw. 2016–2020)Abweichung der Sterbefälle 2020/2021 gegenüber dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre in %
GesamtMännerFrauenGesamtMännerFrauenGesamtMännerFrauen
13. Kalenderwoche 2021 * 1.7508588921.6547958595,88,03,8
12. Kalenderwoche 2021 * 1.6418218201.6267828450,95,0-2,9
11. Kalenderwoche 2021 1.6848268581.703809894-1,12,1-4,0
10. Kalenderwoche 2021 1.7448808641.7338269070,66,5-4,8
9. Kalenderwoche 20211.5828247581.793853940-11,8-3,4-19,3
8. Kalenderwoche 20211.6658348311.762835927-5,5-0,2-10,3
7. Kalenderwoche 2021 1.7218328891.759828930-2,10,5-4,4
6. Kalenderwoche 2021 1.7588519071.788851937-1,70,0-3,2
5. Kalenderwoche 2021 1.8689379311.8418609811,59,0-5,1
4. Kalenderwoche 2021 1.9488841.0641.74583291211,76,216,6
3. Kalenderwoche 20212.0089681.0401.77985492512,913,312,5
2. Kalenderwoche 20211.9589561.0021.8448789666,28,93,7
1. Kalenderwoche 20211.9619719901.7918399529,515,74,0
53. Kalenderwoche 20202.0049721.0321.53771682130,435,825,7
52. Kalenderwoche 20202.1311.0151.1161.73582491122,823,222,4
51. Kalenderwoche 20202.2641.0811.1831.65479086436,936,837,0
50. Kalenderwoche 20202.4791.2031.2761.60777683154,355,153,5
49. Kalenderwoche 20202.5501.2291.3211.60377682759,158,359,8
48. Kalenderwoche 20202.4421.2391.2031.54674080757,967,549,1
47. Kalenderwoche 20202.4141.2441.1701.53973780156,968,746,0
46. Kalenderwoche 20202.2871.1511.1361.55375080347,353,541,5
45. Kalenderwoche 20202.0061.0279791.51072878232,941,125,2
44. Kalenderwoche 20201.8969499471.51372978425,330,120,9
43. Kalenderwoche 20201.7808858951.50973177818,021,015,1
42. Kalenderwoche 20201.6198207991.5057277787,612,72,7
41. Kalenderwoche 20201.6248048201.5197247956,911,03,2
40. Kalenderwoche 20201.5877828051.5117217905,08,51,9

 

Tabelle 2: Altersstandardisierte Sterberaten * nach Kalenderwochen der Jahre 2015 bis 2021
 2015201620172018201920202021
11. Kalenderwoche21181822201919
10. Kalenderwoche22181923201919
9. Kalenderwoche23202023202018
8. Kalenderwoche24192122201918
7. Kalenderwoche24192021201919
6. Kalenderwoche23192222201919
5. Kalenderwoche22192421192221
4. Kalenderwoche22192320192022
3. Kalenderwoche22192420182022
2. Kalenderwoche21192721191922
1. Kalenderwoche20192720181822
53. Kalenderwoche19----22-
52. Kalenderwoche192619191824-
51. Kalenderwoche192219191825-
50. Kalenderwoche182018191927-
49. Kalenderwoche181919191828-
48. Kalenderwoche181918171827-
47. Kalenderwoche181818181727-
46. Kalenderwoche191917181725-
45. Kalenderwoche181817171722-
44. Kalenderwoche171718181721-
43. Kalenderwoche181817171720-
42. Kalenderwoche181917171718-
41. Kalenderwoche171818171818-
40. Kalenderwoche181717181718-

Rückfragen zum Thema beantwortet das Demographie-Team in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria: demographie@statistik.gv.at

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