Pressemitteilung: 12.485-076/21

Außenhandel im Jänner 2021: starke Rückgänge bei Importen (-10,4%) und Exporten (-9,5%)

Wien, 2021-04-07 – Im Jänner 2021 lag der Wert der Importe von Waren laut Statistik Austria bei 11,34 Mrd. Euro, das entspricht einem Rückgang von 10,4% gegenüber Jänner 2020. Gleichzeitig gingen auch die Exporte von Gütern zurück und sanken um 9,5% auf 11,11 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 0,23 Mrd. Euro auf. Arbeitstägig bereinigt verzeichneten sowohl die Importe (-4,3%) als auch die Exporte (-2,4%) eine Abnahme.

"Die negative Entwicklung des Außenhandels hat sich zu Jahresbeginn 2021 fortgesetzt: Im Jänner gingen die österreichischen Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,5% zurück. Dabei ließen die EU-Exporte mit 6,9% weniger kräftig nach als die Exporte in Drittstaaten mit 15,1%. Zu ihnen zählt seit dem Brexit auch das Vereinigte Königreich, mit dem die österreichischen Unternehmen ein Exportminus von 29,2% verbuchen mussten. Aber es gibt auch andere Beispiele: So legten die Exporte nach China um 16,2% zu", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Jänner 2021 Waren im Wert von 7,66 Mrd. Euro, Waren im Wert von 7,75 Mrd. Euro wurden in diese Länder exportiert. Gegenüber Jänner 2020 sanken die Intra-EU-Importe um 9,4% und die Intra-EU-Exporte um 6,9%. Dies führte zu einer positiven Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,09 Mrd. Euro. Die größten absoluten Rückgänge wurden mit Österreichs bedeutendstem Handelspartner Deutschland verzeichnet (Importe: -13,1% auf 3,76 Mrd. Euro, Exporte: -4,8% auf 3,47 Mrd. Euro). Italien, das zweitwichtigste EU-Partnerland im Außenhandel, verzeichnete ebenfalls Rückgänge (Importe: -11,3% auf 0,67 Mrd. Euro, Exporte: -8,9% auf 0,73 Mrd. Euro).

Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im Jänner 2021 auf 3,68 Mrd. Euro und verringerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,3%; die Extra-EU-Exporte sanken um 15,1% auf 3,36 Mrd. Euro. Das daraus resultierende Passivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 0,32 Mrd. Euro (siehe Tabelle). Erhebliche Rückgänge in beiden Verkehrsrichtungen zeigten sich mit der Schweiz (Importe: -19,8%, Exporte: -24,1%) und mit den Vereinigten Staaten (Importe: -20,7%, Exporte: -13,0%). Im Gegensatz dazu stiegen die Exporte nach China um 16,2% auf 0,33 Mrd. Euro und nur die Importe gingen zurück (-5,8% auf 0,83 Mrd. Euro).

Nach einer Übergangsphase bis Jahresende 2020 trat am 1. Jänner 2021 der zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich ausgehandelte Partnerschaftsvertrag in Kraft. Mit dem Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion ist der Brexit nun endgültig vollzogen. Die Exporte in das Vereinigte Königreich brachen im Jänner 2021 um 29,2% auf 0,26 Mrd. Euro ein. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich gingen ebenfalls deutlich zurück (-42,1% auf 0,12 Mrd. Euro).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Außenhandelsdaten 2020 in visualisierter Form zeigen der ITGS-Atlas, die interaktiven Treemaps zu Einfuhr und Ausfuhr sowie ein Balkendiagramm.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Das vorliegende Ergebnis der Außenhandelsstatistik (ITGS: International Trade in Goods Statistics) enthält Daten der mit der Zollanmeldung verbundenen Statistik des Warenverkehrs mit Drittstaaten (EXTRASTAT) und der Primärstatistik der Warenverkehre mit den EU-Mitgliedstaaten (INTRASTAT) sowie Zuschätzungen zu den erhobenen INTRASTAT-Daten, die den Antwortausfall der Erhebung sowie schwellenbedingt nicht erhobene Werte abdecken. Die Außenhandelsstatistik berücksichtigt in der Regel den physischen Warenverkehr, bei dem die österreichische Grenze überschritten wird. Aufgrund des Brexits wird das Vereinigte Königreich ab dem Berichtsjahr 2020 auch in der Publikation der Außenhandelsstatistik nicht mehr als EU-Mitgliedstaat geführt.

Der Außenhandel Österreichs Jänner 2021
JahrImportExportHandelsbilanz2)Zu- (+) bzw. Abnahme (-) gegenüber VorjahrAnteil
ImportExportImportExport
in 1.000 Euroin Prozent
Insgesamt
20211)11.343.75711.110.239-233.518-10,4 (-4,3)3)-9,5 (-2,4)3)100100
20201)12.653.85812.282.635-371.223  100100
EU-27 (Intra-EU-Importe/-Exporte)4)
20211)7.663.9977.753.19689.198-9,4 (-3,3)3)-6,9 (-0,03)3)67,669,8
20201)8.457.2578.330.837-126.420  66,867,8
Drittstaaten (Extra-EU-Importe/-Exporte)
20211)3.679.7603.357.044-322.716-12,3 (-6,4)3)-15,1 (-7,5)3)32,430,2
20201)4.196.6003.951.798-244.802  33,232,2

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